Himmelkron
Gewerkschaft

IG Metall bereitet sich auf Abschwung vor

Stephan Herbert Fuchs Die Industriegewerkschaft Metall bereitet sich auf einen langfristigen und tiefgreifenden Veränderungsprozess in der Berufswelt vor. "Wir sind in der Lage Lösungen zu finden", sa...
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Volker Seidel (rechts) von der IG Metall Ostoberfranken konnte erstmals den neuen bayerischen IG-Metall-Chef Johann Horn begrüßen.  Foto: Stephan Herbert Fuchs
Volker Seidel (rechts) von der IG Metall Ostoberfranken konnte erstmals den neuen bayerischen IG-Metall-Chef Johann Horn begrüßen. Foto: Stephan Herbert Fuchs

Stephan Herbert Fuchs Die Industriegewerkschaft Metall bereitet sich auf einen langfristigen und tiefgreifenden Veränderungsprozess in der Berufswelt vor. "Wir sind in der Lage Lösungen zu finden", sagte der neue bayerische Vorsitzende Johann Horn bei der Delegiertenversammlung in Himmelkron.

In einem "vielleicht vor uns stehenden Prozess des Abschwungs" will die Gewerkschaft zur Tarifrunde 2020 eine Forderung stellen, "die in die Landschaft passt". Die Digitalisierung vieler Bereiche des Arbeitslebens ist dabei nur eine der aktuellen Herausforderungen.

Horn sprach von der Klimadebatte, der Mobilitätswende, aber auch von neuen Handelskriegen, den Auswirkungen des Brexit oder dem künftigen Einfluss Chinas. Alle diese Faktoren hätten direkte Auswirkungen auf die Beschäftigten. Viele Zeichen deuteten darauf hin, dass eine lange Phase des Aufschwungs zu Ende geht.

Der bayerische IG-Metall-Chef warnte allerdings davor, sich jetzt Angst machen oder gar vor den Karren mancher Unternehmer spannen zu lassen. Ihnen gehe es darum, die Situation auszunutzen, Betriebsläufe weiter zu optimieren und so die Gewinne nach oben zu schrauben. Vielmehr sollten die Firmen den Umbruch zum Beispiel durch mehr Mitbestimmung zusammen mit den Beschäftigten gestalten. "Dann schaffen wir es auch über eine vermeintliche Krise zu kommen", sagte Horn. Oberstes Ziel in dem zum 28. April 2020 auslaufenden Tarifvertrag sei es deshalb, die Beschäftigten in den Betrieben zu halten.

"In Ostoberfranken ist die IG Metall für die Zukunftsaufgaben finanziell und personell gerüstet", sagte der Erste Bevollmächtigte Volker Seidel. Er kritisierte Arbeitgeber, die vor dem Hintergrund der anstehenden Tarifrunde bereits jetzt vor harten Verhandlungen warnen, obwohl es noch überhaupt keine Forderung gibt. Diese soll erst in einer Funktionärskonferenz am 27. Januar in Himmelkron diskutiert und aufgestellt werden.

Einen Abschluss konnte Seidel dagegen ganz aktuell für die bundesweit rund 180 000 Beschäftigten in der Holz- und Kunststoffindustrie vermelden. Ab Januar steigen die Löhne und Gehälter um 2,6 Prozent, ein Jahr später um weitere 1,8 Prozent. Außerdem sollen die Beschäftigten drei Monate lang 150 Euro extra erhalten.

Mitgliederzahl gestiegen

Die gute Aufstellung der IG Metall Ostoberfranken stützt sich vor allem auf die überaus positive Mitgliederentwicklung. Mit rund 518 Neuaufnahmen im laufenden Jahr ist die Zahl der "Ein-Prozent-Zahler" auf 7123 angestiegen. Dies sei ein starkes Ergebnis, freute sich der Zweite Bevollmächtigte Stefan Winnerlein. Ziehe man Austritte, Sterbefälle und Streichungen ab, bleibe immer noch ein Plus von 179 Mitgliedern. Zusammen mit den "Ehemaligen", Auszubildenden und dualen Studenten hat die IG Metall Ostoberfranken Winnerlein zufolge rund 11 000 Mitglieder.

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