Bad Kissingen
Gebäudereinigung

IG Bau droht mit Streiks

Weniger Urlaubstage, gestrichene Zuschläge, Arbeit auf Abruf: Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG Bau warnt davor, dass einem Großteil der rund 490 Reinigungskräfte im Kreis Bad Kissingen ab sofort ma...
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Weniger Urlaubstage, gestrichene Zuschläge, Arbeit auf Abruf: Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG Bau warnt davor, dass einem Großteil der rund 490 Reinigungskräfte im Kreis Bad Kissingen ab sofort massive Einbußen drohen. Gleichzeitig werden die Beschäftigten dazu aufgerufen, die Einschnitte nicht hinzunehmen. "Aktuell legen viele Chefs ihren Mitarbeitern neue Arbeitsverträge zu deutlich schlechteren Konditionen vor. Die sollte keiner unterschreiben", so Michael Groha von der IG Bau Mainfranken in einer Pressemitteilung.

Tarifverhandlungen im August

Die Gewerkschaft droht mit Streiks, sollten die Arbeitgeber bei dieser Praxis bleiben und die anstehenden Tarifverhandlungen blockieren. "Auch im Kreis Bad Kissingen könnten dann Schulen, Büros und Krankenhäuser schmutzig bleiben", sagt Groha. Die Friedenspflicht zwischen IG Bau und Arbeitgebern sei Ende Juli ausgelaufen. Nach Angaben der Gewerkschaft hat der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks den Rahmentarifvertrag für die Branche zum 31. Juli gekündigt.

Die Gewerkschaft und Arbeitgeber verhandeln am 15. August über einen neuen Vertrag. Die IG Bau befürchtet, dass in der Zwischenzeit die Standards gedrückt werden. "Statt bisher 28 oder 30 Tagen Urlaub sollen Beschäftigte jetzt das gesetzliche Minimum von 20 Tagen hinnehmen. Zuschläge für Überstunden oder besondere Aufgaben wie etwa die OP-Reinigung werden in den neuen Arbeitsverträgen eingekürzt oder ganz gestrichen", kritisiert Groha. Gerade Frauen seien von den Kürzungen betroffen. Eine Reinigungskraft, die in Vollzeit rund 1300 Euro netto verdiene, habe schon jetzt große Schwierigkeiten, eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Appell an Firmen und Kommunen

Die IG Bau Mainfranken ruft die Reinigungsfirmen in der Region auf, sich für die Rückkehr zu den tariflichen Standards einzusetzen. Andernfalls könne sich der Wettbewerb zwischen "sauber arbeitenden" Firmen und "Schmutzkonkurrenten" verschärfen. Ebenso sieht die Gewerkschaft die Kommunen gefordert: "Städte und Kommunen können die Regeln festlegen, nach denen Schulen, Rathäuser und Ämter gereinigt werden", sagt Groha. red

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