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Zeil am Main

Ideen und Visionen für die Klimawende

Der Verein "Heimat" plant ein Nachhaltigkeits-Forum für den Landkreis Haßberge am Samstag, 15. Februar, in Haßfurt im Betreuungszentrum "Silberfisch" am Schulzentrum. Namhafte Referenten geben Informationen, dazu sind spezielle Workshops geplant.
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Warum zum Beispiel nicht mehr Parkplätze mit Photovoltaik überdachen? Die Frage stellt das Netzwerk "Heimat". Foto: Wolfgang Aull
Warum zum Beispiel nicht mehr Parkplätze mit Photovoltaik überdachen? Die Frage stellt das Netzwerk "Heimat". Foto: Wolfgang Aull

Mit vereinten Kräften einen Klima-Landkreis planen, das wollen die Netzwerkler von "Wir gestalten Heimat" mit dem ersten Nachhaltigkeits-Forum für die Haßberge. Am Samstag, 15. Februar, sind Bürger und Politiker von 9.30 bis 18 Uhr eingeladen, im "Silberfisch" des Haßfurter Schulzentrums über ein Leben in der Klimakrise nachzudenken, die Zusammenhänge der Zeit zu verstehen und regionale Wege zu finden.

Als externe Experten sprechen Hans-Josef Fell, Präsident der Energy-Watch-Group, Johannes Pfister, ehemaliger Ökonomie-Dozent und Unternehmensberater, sowie Harald Klimenta, Fachmann zu den Themenbereichen Nachhaltigkeit und Postwachstum. Die Ideen der Arbeitsgruppen sollen Mitstreiter finden. Wahr werden soll die Vision einer 10x10-Strategie, also jedes Jahr der Dekade soll zehn Prozent klimaneutraler werden. Der Landkreis soll auch Vorreiter für eine Beteiligungskultur werden. Denn Klimaschutz bedeutet besseres Leben und attraktiverer Standort sein.

Für den Initiator Oliver Kunkel ist es ein offenes Angebot zum Mitmachen. So verstehen "wir unsere Netzwerkaufgabe insgesamt". Als Schirmherr skizziert Landrat Wilhelm Schneider seine Haltung zu einer Zukunft im Klimanotstand. Auch Jugendliche der "Fridays for future"-Bewegung kommen vormittags zu Wort. Mit Hans-Josef Fell hält der Experte einer umfassenden Energiewende den Einführungsvortrag. Seine Energy-Watch-Group ließ an zwei europäischen Universitäten die Möglichkeiten eines schnellen Umstiegs Europas auf kohlenstofffreie Energie berechnen und tut das gerade für die Welt. Fell berät weltweit Regierungen von Kiew bis Singapur in der Abkehr von fossiler Energie. Das Stadtwerk Haßfurt ist der deutsche Lokalversorger, den Fell bei seinen Vorträgen in aller Welt als Leuchtturm benennt. So ist Geschäftsführer Norbert Zösch ebenso wie Hans-Josef Fell zentraler Part im folgenden "Podiumsgespräch". Moderiert von Netzwerk-Vorsitzendem Oliver Kunkel werden drei weitere Experten erörtern, wie die regionale Klimawende gelingen kann, welche Bedeutung ein Klima-Landkreis Haßberge für Bayern und Deutschland haben kann. Der Postwachstums-Ökonom Harald Klimenta, lange einer der wichtigen "Attac-Köpfe", bringt die Perspektive eines anderen Wirtschaftens ein. Seine Sicht eines anderen Lebens tritt in Austausch mit den Konzepten Johannes Pfisters, eines ehemaligen Ökonomie-Dozenten und Unternehmensberaters, der heute mit "unaVision" weltweit nachhaltiges Leben inspiriert. Klimaschutz ist nicht als Verzicht, sondern als Gewinn erlebbar. Erfahrung aus der Praxis bringt Max Riedl aus München mit. Der Genossenschaftsexperte weiß, wie Menschen sich zusammenschließen können, um mit Landwirten, Energieversorgern, Kommunen ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Ab 14 Uhr wird es praktisch. Zwölf Workshops verbinden die Vorüberlegungen der Arbeitsgruppen des Netzwerkes mit den Ideen und Wünschen der Gäste.

So arbeiten die Ärzte Jana und Sebastian Winkler mit Architekten und Planern Markus Kuhn und Michael Feiler daran, wie man bei der Renovierung eines Zeiler Barock-Gebäudes (mit Photovoltaik-Anlage) ein bezahlbares Modell-Klimahaus erreicht. Beate Rink und Thomas Heller sprechen in ihrer Arbeitsgruppe "Mobilität" über Ideen für ein Landkreis-Konzept und eine intelligente Mitfahr-App in Kombination mit Sammelbussen und dem bestehenden ÖPNV. Sollten Groß-Parkplätze etwa im Haßfurt Godelstatt nicht dem Bamberger Vorbild einer Solar-Überdachung folgen? Landwirte wie Jonas Kettler oder Markus Lenhart beraten mit alten Hasen wie Hans Dünninger oder Roland Rügheimer über Anbaumethoden, die Kreisläufe schließen, Humus aufbauen, Erträge mit weniger Chemie steigern helfen. Agroforst in den Haßbergen? Solarpaneele über dem Getreideacker? Workshops werden auch diskutieren, welche Mitwirkungsmöglichkeiten (Bürger-Räte, Enkel-Großeltern-Gremien) im Landkreis denkbar sind. Und es geht es auch um die Frage, wie Schulen unterstützt werden können, "Kristallisationsorte" der Klimawende zu werden. kra

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