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Unterrodach

Ideen für die Abwechslung zuhause

Die evangelische Kita "Unterm Regenbogen" in Unterrodach hat sich Aktionen ausgedacht, um Eltern in der "Kindergarten-freien" Zeit zu unterstützen. Hierzu zählte auch bis zum vergangenen Freitag ein Tisch "to go".
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Pfarrer Andreas Krauter betrachtet den Tisch "to go" vor der Kita "Unterm Regenbogen".  Foto: Schülein
Pfarrer Andreas Krauter betrachtet den Tisch "to go" vor der Kita "Unterm Regenbogen". Foto: Schülein

Unterrodach — Lustige Basteleien mit bunten Federn, eine Anleitung für ein musikalisches Hasen-Fingerpuppenspiel, weiße Papier-Geschenktäschchen mit roten Herzen, silberner Glitzer in Tütchen - und ein kleiner Kummerkasten für den lieben Gott, weil es manchmal hilft, seine Ängste, Hoffnungen und Bitten aufzuschreiben: Der täglich mit neuen Ideen ausgestattete Tisch "to go" vor der evangelischen Kindertagesstätte "Unterm Regenbogen" in Unterrodach ist auch an diesem Freitag reich bestückt mit allerhand Bastelsachen, Rätseln, Geschichten und vielem mehr. Seit Wochenbeginn holten sich hier zahlreiche Kinder Anregungen für einen kreativen Zeitvertreib für zuhause ab.

"Der Tisch kam super bei allen Kindern an", freut sich Kita-Leiterin Stefanie Mannser. Viele Jungen und Mädchen hätten sich sehr darüber gefreut und auch an die Regeln gehalten, nur mit der Mama oder allein vorbeizukommen und sich etwas zum Basteln mit nach Hause zu nehmen. Leider hätten sich aber auch einige in Gruppen vor der Einrichtung getroffen, was keinesfalls im Sinne der Sache gewesen sei; befürworte man doch in der Kita absolut die Ausgangsbeschränkungen. Deshalb habe man auch entschieden, den Tisch fürs Erste aufzulösen.

Anregungen auf der Homepage

Dafür finden sich auch weiterhin viele Ideen und Anregungen für die "Abwechslung daheim" auf der Kita-Internetseite www.kindergarten-unterrodach.e-kita.de. "Wir möchten die Eltern, so gut wie möglich, in dieser Situation von hier aus unterstützen", betont die Leiterin. Hierfür habe man sich bestimmte Aktionen ausgedacht, insbesondere auch den kontaktfreien Tisch. Jeden Tag seien von dort viele Bastelsachen mitgenommen worden. "Vor dem Kindergarten wurden für uns sogar Blumen, Schokolade oder selbstgebackene Kuchen hingestellt", meint die Leiterin ganz gerührt. Dass man die Aktion nun beende, sei zum Einen den noch einmal verschärften Ausgangsbeschränkungen geschuldet. Zum Anderen hätten sich auch Gruppen davor getroffen beziehungsweise Kinder gemeinsam die Sachen abgeholt, was man im Vorfeld ausdrücklich untersagt hatte. "Wir hatten ausdrücklich betont, den Mindestabstand einzuhalten", betont Mannser.

Malen für das Altenheim

Beibehalten werden aber die anderen Aktionen - so gerade auch der auf der Kita-Homepage aufzurufende, ausgearbeitete Beschäftigungs-Wochenplan für zuhause. Auf dem "Stundenplan" stehen kommende Woche ein Hasen-Fingerspiel, das Backen eines Schokoladenkuchens, das Basteln von Osterkarten, ein Turntag sowie das Vorlesen der "Geschichte vom barmherzigen Samariter". Eine weitere schöne Idee ist das Malen von Bildern für das Altenheim in Marktrodach. "Kinder können ein tolles Bild - gerne auch mit guten Wünschen für die Bewohner - malen und einfach in unseren Briefkasten werfen. Ich bin sicher, dass sich die Bewohner gerade jetzt - ohne Besuche - sehr darüber freuen", meint sie.

Ein "Nottelefon"

Auch ein Art "Nottelefon" wurde eingerichtet, um für die Anliegen von Eltern und natürlich auch Kindern erreichbar zu sein. Diese können gerne in der Kita jeden Montag zwischen 10 Uhr und 12 Uhr anrufen. Bis zum 19. April sei es ja doch eine lange Zeit und es sei sicherlich nicht immer ganz einfach, Kinder so lange zu Hause zu beschäftigen, ohne dass ihnen die Decke auf den Kopf falle.

Eine Notbetreuung in der Kita gebe es nicht. Diese gelte nur für Kinder von Eltern, die beide in systemrelevanten Berufen arbeiten; was an ihrer Einrichtung für keine Eltern zutreffe. Ihnen allen habe man am Freitag sagen müssen, dass ab Montag das "Betretungsverbot" - so die korrekte Bezeichnung - eintritt. Die Eltern hätten durchwegs sehr verständnisvoll reagiert; ohne Klagen oder Vorwürfe. Jeder habe wohl für sich eine Möglichkeit der Betreuung gefunden - teilweise durch Urlaub oder Home-Office. Manche seien sicherlich auch von der Arbeit freigestellt oder hätten eine andere Person für die Betreuung. Die Verabschiedung sei sehr herzlich und emotional ausgefallen. Jeder habe dem anderen alles Gute und Gesund-Bleiben gewünscht. Das Team selbst schrieb in die Kita-Fenster mit großen Buchstaben den Wunsch "Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand".

Mannsers große Bitte: "Vermeidet soziale Kontakte, bleibt zuhause!", um möglichst bald die Krise überwinden zu können. Auch mit den Kindern habe man darüber gesprochen. Hände waschen sei schon immer ein wichtiges Thema in der Einrichtung gewesen, so benutze man hier beispielsweise ausschließlich Wegwerf-Papiertücher. Um spielerisch die Notwendigkeit des Händewaschens sowie die Ausbreitung von Bakterien zu demonstrieren, hatte man auch silbernes Glitzer in Tütchen auf den "Tisch to go" ausgelegt. Die Kinder sollten selbst erfahren, wie lange es dauert, den Glitzer wieder mit Seife von den Händen zu bekommen und auch sehen, wie schnell sich der Glitzer - gewissermaßen wie ein Virus - im ganzen Haus verteilt. "Die Hauptaufgabe liegt bei den Eltern", appelliert sie.

Bis zum Wiedersehen halte das Team in der Kita weiter die Stellung. Man arbeite an der Konzeption und am Portfolio, plane Feste, bereite Elterngespräche nach, schreibe Geburtstagskarten für alle Geburtstagskinder der Kita-freien Zeit, reinige die Einrichtung und die Spielsachen und vieles mehr.

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