Höchstadt a. d. Aisch

Ideales Training für den Ernstfall

Die Feuerwehren aus Höchstadt und Etzelskirchen bewiesen ihre Leistungsfähigkeit.
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Andreas Dorsch Es vergingen nur sieben Minuten vom Aufheulen der Sirenen am Mittwochabend um 18.14 Uhr in Höchstadt, bis zum Eintreffen des ersten Feuerwehrautos an dem Anwesen neben der Schule in Etzelskirchen. Aus dem ehemaligen Gasthaus, das demnächst dem Neubau einer Wohnanlage weichen muss, qualmte es und schienen Flammen zu lodern.

Die Leitstelle in Nürnberg hatte Feueralarm ausgelöst, aber allen Aktiven mit Piepsern gleich hinterhergeschickt, dass es sich um eine Übung handelt. Das erste Fahrzeug, das nach sieben Minuten anrollte, war das schon etwas betagte der Etzelskirchener Wehr. Nur gut 30 Sekunden später rückte die Stützpunktwehr aus Höchstadt mit dem ersten Tanklöschfahrzeug an, gefolgt von der Drehleiter.

Die Staatsstraße wurde für etwa eine Stunde komplett gesperrt, der Verkehr innerorts umgeleitet. Nur langsam verbreitete sich die Nachricht, dass es sich trotz des Blaulicht-Gewitters vor Ort lediglich um eine Übung handelte.

Dafür eine unter so realistischen Bedingungen, wie sie die Feuerwehr sonst selten bekommt. "Nur die Hitze fehlt", stellte der Höchstadter Kommandant Benjamin Obexer fest. Sein erster Einsatztrupp, der mit schwerem Atemschutz in das Gebäude eindrang, merkte aber auch relativ schnell, dass der Rauch nicht vom Feuer kam, sondern aus der Nebelmaschine, der Flammenschein von einer Lichtorgel.

Kommandant Obexer hatte die Übung organisiert, nachdem der Hauseigentümer, die Firma FCF Wohnbau-GmbH, das abbruchreife Anwesen zur Verfügung gestellt hatte.

Da der Einsatzort in Etzelskirchen lag, übernahm deren Zweiter Kommandant Gerd Schüpferling die Einsatzleitung. Vor Ort galt es nicht nur den Brand zu bekämpfen, es mussten auch zwei Personen - in diesem Fall lebensgroße Puppen - aus dem Haus gerettet werden. Eine durchs Treppenhaus, die zweite mit der Drehleiter durch ein Fenster im obersten Geschoss.

Für Kommandant Obexer bot diese Übung unter relativ realen Bedingungen eine ideale Möglichkeit, sich Zeit zu nehmen, alles genau zu beobachten, auszuwerten und den Einsatz hinterher zu besprechen. Lob hatte er für die Ortsteilwehr aus Etzelskirchen, mit der die Zusammenarbeit sehr gut klappte. Für die Feuerwehr seien solche Übungen unverzichtbar, vor allem müsse man den Einsatz der vielen Geräte trainieren, über die die Feuerwehr heutzutage verfügt.

Rund 30 Feuerwehrleute waren vor Ort, aber auch fünf Rettungskräfte der Schnellen Einsatzgruppe des Höchstadter BRK. "Auch für uns ist es wichtig, die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr zu üben", sagte Bereitschaftsleiter Peter Baierl.

Von der Leistungsfähigkeit der Wehren überzeugte sich vor Ort auch Bürgermeister Gerald Brehm (JL). Er sah sich in der Entscheidung der Stadt bestätigt, für Etzelskirchen ein neues Feuerwehrauto bestellt zu haben.

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