Erlangen
20 Jahre Bergreferent

"Ich bin ein Kind der Bergkirchweih"

Obwohl gebürtiger Fürther, verbindet Konrad Beugel so einiges in seinem Leben mit der Erlanger Bergkirchweih: Vor 54 Jahren wurde er just am Freitag nach dem Anstich geboren. Immer wieder kann er sein...
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Konrad Beugel betreut in diesem Jahr seine 20. Bergkirchweih als städtischer Bergreferent.  Foto: Brock
Konrad Beugel betreut in diesem Jahr seine 20. Bergkirchweih als städtischer Bergreferent. Foto: Brock

Obwohl gebürtiger Fürther, verbindet Konrad Beugel so einiges in seinem Leben mit der Erlanger Bergkirchweih: Vor 54 Jahren wurde er just am Freitag nach dem Anstich geboren. Immer wieder kann er seinen Geburtstag daher während der Kerwa feiern.

1990 heiratete er dann fünf Tage nach dem Ende der damaligen Kirchweih - so dass seine Silberhochzeit auf den Tag der ersten Berghochzeit im Jahr 2015 fiel. "Wir haben hier gefeiert und uns gegenseitig eine Riesenradfahrt geschenkt", erinnert sich der 54-Jährige zurück.

Da erscheint es fast wie eine Vorsehung, dass der gelernte Bankkaufmann im März 2000 als Seiteneinsteiger seine Arbeit bei der Stadt Erlangen als "Referent für Wirtschaft und Arbeit" aufnahm und als solcher im Mai 2000 seine erste Bergkirchweih betreute. "Die Ausrichtung war einfach in den Aufgaben des Referats mit drin."

In diesem Jahr ist Beugel somit bei seiner 20. Kirchweih als "Bergreferent" unterwegs. Das heißt, er kümmert sich um die Logistik, einen guten Fahrgeschäftemix und versucht, es einerseits den Sicherheitskräften recht zu machen, andererseits die Tradition des Bergs aufrecht zu erhalten. "Dieses Thema ist in den vergangenen zehn Jahren sehr in den Fokus gerückt."

Einfahrtsboller, Zugangskontrollen, Zäune, Fluchtwege, orangene Orientierungsschilder. "All das sind Sachen, die nach der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg entstanden sind." Zuvor habe es zwar einen Plan für ein "Großschaden-Ereignis" gegeben - was auch immer damit gemeint sein mochte. "Aber ein richtiges Sicherheitskonzept gibt es erst seit 2013." Gefordert hatten das Polizei und Rettungskräfte, die bei der Planung immer mit im Boot sind. Auch die Sache mit den Bäumen gehört dazu. "Am Erich-Keller ist das natürlich ein extremer Einschnitt. Aber wenn ich ein Gutachten habe, was soll ich da machen?", fragt Beugel um Verständnis bittend.

Er findet jedoch, dass die Tradition der Bergkirchweih nach wie vor nicht verletzt ist. Die normalen Beschwerden wie "unpassende Musik, zu viel Gegröle, zu viele Besoffene" habe es vor 100 Jahren schon gegeben. "Das habe ich tatsächlich in den Analen mal nachgelesen", verrät er schmunzelnd. Die Gewalt habe seit Abzug der amerikanischen Soldaten sogar abgenommen. "Es gibt weniger Schlägereien." Und wenn, ist der Sicherheitsdienst schnell vor Ort.

Die richtige Balance zu finden, sei nicht einfach und jedes Jahr eine neue Herausforderung. "Mein Credo: Lieber mehr Sicherheitsmaßnahmen, als irgendwann über Zugangsbeschränkungen nachdenken zu müssen." Das wolle er nicht erleben. "Die Bergkirchweih ist ein Fest für alle und soll das auch bleiben. Da will ich mich nicht an den Eingang stellen und sagen: ,Wegen Überfüllung geschlossen'."

Aber es sei wie beim Fußball: Der Trainer ist der Idiot und die Zuschauer die besseren Trainer. "Ich bin der Trainer, die Besucher die Zuschauer." All das sagt Konrad Beugel aber nicht verärgert oder bitter. Ihm macht seine Aufgabe mit all ihren Herausforderungen auch an der 20. Kirchweih noch Freude. "Wenn der Stadtrat mich lässt, mache ich auf jeden Fall weiter." Als echtes "Kind der Bergkirchweih" könne er sich kaum eine schönere Aufgabe vorstellen - wo sonst kann man quasi von Berufs wegen den "großen Bergschein" absolvieren?

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