Proß

Hüter des Kulturguts

Bei der 100-Jahr-Feier in der Sommerhalle Mainleus erhielt der Gesangverein "Eintracht" Proß die Zelter-Plakette.
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Die Alphornbläser Veitlahm sorgten für einzigartige Klänge. Fotos: Sonny Adam
Die Alphornbläser Veitlahm sorgten für einzigartige Klänge. Fotos: Sonny Adam
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Der Gesangverein "Eintracht" Proß richtete zu seinem hundertjährigen Bestehen das Gruppensängerfest aus. Mitwirkende in den Mainleuser Sommerhalle waren der Gruppenchor Thurnau-Kasendorf, die "Edelweißer" aus Peesten, der Landfrauenchor und die Alphornbläsern aus Veitlahm.

Höhepunkt war die Verleihung der Zelter-Plakette. Die höchste Anerkennung für Amateurchöre erhält nur, wer eine Chortätigkeit von 100 Jahren nachweisen kann und sich für den Erhalt des Gesangs in außerordentlicher Weise verdient gemacht hat.

Die Alphornbläser aus Veitlahm hatten Gäste mitgebracht. Stilvoll und festlich eröffneten die Instrumentalisten den Jubel-Festnachmittag.

Im Mittelpunkt stand der Gesangverein "Eintracht" Proß, der am 19. September 1919 gegründet wurde (wir berichteten). Vorsitzender Gerald Redwitz erinnerte daran, dass am Anfang 20 Liederbücher angeschafft wurden und der erste Auftritt erst drei Jahre später in Thurnau stattfand. "Dem Chor ist es gelungen, sich über ein Jahrhundert hinweg immer wieder zu formieren oder neu zu erfinden", machte Redwitz klar.

Zuletzt erfand sich der Chor vor einem Vierteljahrhundert neu. Denn damals schlossen sich die Proßer Sänger mit den Döllnitzern zu einer Chorgemeinschaft zusammen. Heute sind noch 17 Männer aktiv und mit voller Stimmgewalt dabei.

"Stimmt ein in unser Lied", forderten die Sänger unter Leitung von Alexander Lauterbach auf und sangen über "All die schönen Jahre".

Auch in der heutigen, schnelllebigen Zeit sei der Chorgesang ein Kulturgut, das schützens- und erhaltenswert sei, sagte der Vorsitzende des Sängerkreises Bayreuth, Klaus Hoffmann. Die Zelterplakette zeige ein Bild von Carl Friedrich Zelter, der sich als Musiker, Musikpädagoge, Komponist und Dirigent verdient gemacht und höchsten kulturpolitischen Einfluss genossen habe. Bereits 1807 gründete Zelter eine Sing-Akademie. Er erwarb sich Verdienste für den Erhalt von Volkliedern. Bekannt ist Zelter vor allem durch das Lied "Der Kuckuck und der Esel".

Viel Lob von den Ehrengästen

Beim Jubiläumsfest lobten auch Landrat Klaus Peter Söllner, der Mainleuser Bürgermeister Robert Bosch sowie der Kasendorfer Bürgermeister Bernd Steinhäuser den hohen Wert des Chorgesangs. "Der Gesangverein ,Eintracht' Proß unterstützt mit seinem ehrenamtlichen Wirken die Gemeinde Mainleus bei der Förderung des Gemeinschaftslebens, bei der Jugendhilfe und Erwachsenenbildung sowie bei der Kulturpflege", sagte Bosch.

Im Mittelpunkt des Jubiläums allerdings stand die Musik. Die "Edelweißer" aus Peesten (Chorleiter Frank Macht) gaben "Wir machen gern Musik", "Heimweh" und "Zwei kleine Italiener" zum Besten. Der Landfrauenchor hatte "Havenu Shalom", "Musik kennt keine Grenzen", "Lied der Freundschaft" und "O Gnade Gottes" mitgebracht.

Außerdem sorgten der Chor der Sängergruppe Thurnau-Kasendorf unter der Leitung von Klaus Linhardt mit "Ein Lied für dich", "Schenk der Seele einen Sonntag" sowie "Sieben Fässer Wein" für gute Unterhaltung. Bei dem Evergreen von Roland Kaiser tobte der Saal.

Der gemischte Gruppenchor unterhielt die Besucher mit "Singen macht Spaß", "Bunt sind die Wälder" und "Tiritomba". Zum Abschluss trug der Gruppenchor mit der Chorgemeinschaft Döllnitz-Proß den legendären "Bajazzo" vor.

Die Chorgemeinschaft Döllnitz-Proß hatte zum Jubiläum auf Geschenke verzichtet und stattdessen um Geld für einen guten Zweck gebeten. So konnten 1000 Euro für die vier Mainleuser Kindergärten gespendet werden.

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