Heiligenstadt

Hort-Neubau ersetzt Container

Die Kindergartenkinder in Heiligenstadt sind übergangsweise in Containern untergebracht. Die Gemeinde will ein neues Gebäude bei der Grundschule errichten. Die Zeit drängt.
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Der Kinderhort in Heiligenstadt besteht derzeit aus Containern.  Foto: Carmen Schwind
Der Kinderhort in Heiligenstadt besteht derzeit aus Containern. Foto: Carmen Schwind

"Das kommt jetzt für manchen etwas überraschend, aber wir haben ja schon darüber gesprochen, dass wir etwas tun müssen, denn der Platz im Kinderhort reicht einfach nicht aus", sagte Bürgermeister Helmut Krämer (CSU/Einigkeit) in der Sitzung des Marktgemeinderates Heiligenstadt. Derzeit sind die Hortkinder in vier von der Marktgemeinde gekauften Containern untergebracht. Der Sanitärcontainer ist gemietet.

"Das sollte aber nur eine Übergangslösung sein. Wir haben ja darüber gesprochen, dass ein neues Hortgebäude mit Mensa gebaut werden muss", trug Krämer vor. Bereits 2018 hatte sich die Marktgemeinde beim Kommunalinvestitionsprogramm Schulinfrastruktur (Kip-S) um Förderung für den Bau eines Hortes für die Betreuung von Schülern sowie die behindertengerechte Erschließung der Grundschule mit einem Aufzug beworben. "Behinderte Menschen kommen im Augenblick nicht nach oben", erklärte der Bürgermeister.

Anträge bis 1. Oktober

Die Regierung von Oberfranken hatte der Verwaltung nun mitgeteilt, dass Neuanträge für erstmals zu fördernde Maßnahmen bei Kindertageseinrichtungen bis spätestens 1. Oktober einzureichen sind. "Es fanden bereits Gespräche mit der Regierung Oberfranken, dem Landratsamt, der Kindergartenleiterin und der evangelischen Kirche, die Betriebsträgerin des Hauses der Kinder ist, statt", berichtete der Bürgermeister.

Pläne überarbeitet

Der Architekt Hartmut Schmidt hat die Pläne aus der Kip-S-Bewerbung mittlerweile überarbeitet und stellte sie dem Gremium vor. Beim Neubau des Kinderhortes handelt es sich um einen sogenannten Funktionsbau. Der Standort ist auf dem Platz des ehemaligen Hausmeisterhauses der Grundschule Richtung Turnhalle. Das neue Gebäude passt sich dem äußeren Erscheinungsbild der vorhandenen Grundschule und des Hauses für Kinder an.

Die umbaute Fläche beträgt 806 Quadratmeter, der umbaute Raum 3000 Kubikmeter. So entsteht eine Nutzfläche von 713 Quadratmetern. Der Architekt schätzt, dass sich die voraussichtlichen Baukosten ohne Möblierung und Ausstattung der Räume auf etwa 2,8 Millionen Euro brutto belaufen.

Die Kindergartenleiterin Gabriele Fabritius hatte vorher angegeben, dass es derzeit in der Kinderkrippe 22, im Kindergarten 94 und im Hort 53 Kinder gebe. In der Krippe und im Kindergarten gibt es auch Kinder mit Behinderung oder solche, die von einer Behinderung bedroht sind. Deshalb sind die Plätze auch ausgeschöpft. Spielraum gibt es derzeit noch im Hort. Allerdings steigt hier die Anzahl der Hortkinder im Laufe des Schuljahres erfahrungsgemäß noch an.

Bedarf wird ermittelt

Die Verwaltung der Marktgemeinde hat bei allen Eltern eine Bedarfsermittlung durchgeführt. Sobald die Ergebnisse ausgearbeitet sind, werden diese dem Gremium vorgestellt. Die Marktgemeinderäte halten den Neubau des Kinderhorts für dringend erforderlich und stimmten dem Vorentwurf des Architekten zu. Die Verwaltung wurde beauftragt, die erforderlichen Antragsunterlagen zusammenzustellen und der Regierung bis Ende des Monats vorzulegen. Außerdem soll Architekt Schmidt die Pläne einer behindertengerechten Erschließung der Grundschule und eine Kostenschätzung zusammenstellen.

Ausbau in Oberleinleiter

Zudem wurde beschlossen, zusätzlich zum Ausbau des Leitenwegs in Oberleinleiter auch die anschließende Gemeindeverbindungsstraße bis zum Leitenweg auszubauen. Eine Wendeplatte wird nicht realisiert, da der Grundstückseigentümer keinen Grund verkauft. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf 720 000 Euro. Am Ende der Sitzung informierte Bürgermeister Krämer noch über die Ergebnisse der Verkehrsschau.

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