Höchstadt a. d. Aisch

Hommage an eine große Dichterin

Aline Joers und Franz Tröger erinnern im Höchstadter Schlossgewölbe an die Lyrikerin Mascha Kaléko.
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Aline Joers und Franz Tröger versprechen einen berührenden, melancholischen, aber auch humorvollen Abend. Foto: privat
Aline Joers und Franz Tröger versprechen einen berührenden, melancholischen, aber auch humorvollen Abend. Foto: privat

Sie war eine der großen deutschen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts, ist nach ihrem Tod 1975 aber ein wenig ins Vergessen geraten, obwohl der Buchhandel noch etliche Bände mit ihrer Lyrik präsent hält: Mascha Kaléko. Ihr widmen der Musiker und Komponist Franz Tröger und die Schauspielerin und Sängerin Aline Joers einen literarischen Abend am Donnerstag, 8. November, um 19.30 Uhr im Schlossgewölbe.

Wobei man sich von der Bezeichnung "literarischer Abend" nicht abschrecken lassen sollte. Es zeichnet die 1907 in Galizien geborene Dichterin jüdischen Glaubens gerade aus, dass ihre Werke für jeden fassbar, im besten Sinne "leicht", ja manchmal geradezu schnoddrig daherkommen wie in "Großstadtliebe": "Man lernt sich irgendwo ganz flüchtig kennen / Und gibt sich irgendwann ein Rendezvous. / Ein Irgendwas, - 's ist nicht genau zu nennen - / Verführt dazu, sich gar nicht mehr zu trennen. / Beim zweiten Himbeereis sagt man sich ,du‘."

Deswegen passt die Einordnung "Neue Sachlichkeit", eine Stilrichtung Ende der zwanziger Jahre, für Kaléko ganz hervorragend. Im legendären "Romanischen Café" in Berlin gehörte sie zum Zirkel von Autoren wie Kurt Tucholsky, Joachim Ringelnatz, Walter Mehring, Klabund und Else Lasker-Schüler - alles Namen, die heute in keiner Literaturgeschichte fehlen. Im Januar 1933 erschien ihr erstes Buch "Das lyrische Stenogrammheft".

Ein Lob von Heidegger

Kein Geringerer als der Philosoph Martin Heidegger schrieb später darüber, "dass Sie alles wissen, was Sterblichen zu wissen gegeben". 1938 musste sie, von den Nazis verfolgt, nach New York emigrieren. Dort und später in Jerusalem war sie abgeschnitten von ihrer Muttersprache. In den fünfziger Jahren landete sie in Deutschland sogar noch einmal Bestseller.

Die vom Bamberger E.T.A.-Hoffmann-Theater bekannte Schauspielerin Aline Joers liest aus Kalékos Gedichten, Briefen und Tagebüchern und singt Kaléko-Chansons verschiedener Komponisten. Musikalisch begleitet wird sie von Franz Tröger, der an dem Abend auch moderiert. Der Bamberger ist Musiker und Komponist und wird Klavier spielen sowie seine originellen Spieluhren vorführen, für die er die Melodien selbst setzt und die Papierstreifen selbst stanzt. Ein berührender, melancholischer, aber auch humorvoller Abend ist zu erwarten. Das Schlossgewölbe liegt im Innenhof des Höchstadter Schlosses.

Karten gibt es in der Bücherstube Höchstadt, Telefon 09193/8692, E-Mail info@die-buecherstube.de. Um Voranmeldung wird gebeten. red

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