Weisendorf

Holperpiste für Radler verbessern

In die Zusammenarbeit beim Ausbau des Geh- und Radwegenetzes der Stadt Höchstadt und der Nachbargemeinden Weisendorf und Mühlhausen kommt Bewegung.
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Die Radler in Höchstadt warten schon lange auf den Radweg nach Weisendorf.  Foto: Andreas Dorsch (Archiv)
Die Radler in Höchstadt warten schon lange auf den Radweg nach Weisendorf. Foto: Andreas Dorsch (Archiv)

Bereits im Oktober des vergangenen Jahres sprach sich der Marktgemeinderat Weisendorf grundsätzlich für den Ausbau des Geh- und Radwegs nach Höchstadt und beauftragte den Bürgermeister mit weiteren Verhandlungen und Gesprächen mit der Stadt Höchstadt und den beteiligten Behörden.

In der Sitzung des Marktgemeinderats stellte nun Georg Schreiber vom Büro Valentin Maier Bauingenieure den Entwurf einer möglichen Radwegeverbindung zwischen Weisendorf und Höchstadt vor. Wie Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) erläuterte, gab es dazu schon Vorgespräche mit den Bürgermeistern der beteiligten Kommunen und der Regierung.

Den baulichen Zustand der Staatsstraße 2263 zwischen Weisendorf und Höchstadt bekommen die Benutzer der Straße jeden Tag zu spüren, und wie der Planer erläuterte, bewegen sich täglich über 3200 Pkw und rund 165 Lkw zwischen Weisendorf und Höchstadt.

Ziel der beiden Kommunen ist eine gute Geh- und Radwegverbindung zwischen Höchstadt und Weisendorf zu ermöglichen, denn derzeit ist Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer nicht gegeben.

Schon aufgrund der Topografie und der Vegetation ist die Straße zum Teil sehr schlecht einsehbar. Wie Bürgermeister Süß erklärte, wird die Stadt Höchstadt die Federführung für die Planung und den Bau des Geh- und Radwegs übernehmen.

Keine Gegenliebe

Harsche Kritik kam dazu vom CSU-Gemeinderat Karl-Heinz Hertlein, der dabei von seinem Fraktionskollegen Hans Kreiner und von Günther Vogel (BWG-FW) unterstützt wurde. "Es wäre die ureigenste Aufgabe des staatlichen Bauamtes den Fuß- und Radweg zu bauen, aber die machen sich das einfach und wälzen die Maßnahme auf die Kommunen ab", schimpfte Hertlein. So sei "denen die Straße nach Höchstadt völlig egal", das sehe man am holprigen Ausbau. Wenn Geld da sei, dann werde halt ein Stück gemacht, kritisierte der CSU-Gemeinderat. Er meinte damit das kurze Stück zwischen Großneuses und Kleinneuses, das erneuert wurde.

Hertlein zweifelte auch die Zahlen der Verkehrszählung an: Es solle einmal gezählt werden, wenn die Autobahn dicht sei. Der Seebachgrund werde im Verkehr ersticken, wenn erst der Ausbau der A3 begonnen werde, sagte er voraus. Außerdem habe die gemeinde Weisendorf schon vor Jahren beim Ausbau der Ortsdurchfahrten Oberlindach und Boxbrunn auf den erforderlichen Radweg hingewiesen, und das staatliche Bauamt habe schon damals den dazu notwendigen Grunderwerb und den Aufwand gescheut.

Wie Bürgermeister Süß erklärte, wird mit der Stadt Höchstadt eine Vereinbarung für die interkommunale Zusammenarbeit geschlossen, und der Entwurf werde derzeit ausgearbeitet.

Durch feld und Flur

Die Planung des Ingenieurbüros sieht auch Alternativtrassen über Flur- und Feldwege vor, die aber größtenteils nicht gefördert würden. Dafür konnte sich die Mehrheit des Marktgemeinderates auch nicht erwärmen, denn dann werden Ortsteile abgehängt, außerdem würden Radfahrer die kürzeste und schnellste Strecke, gerade in der Zeit der E-Bikes wählen.

Nach den Berechnungen des Planungsbüros betrage die Länge des Fuß- und Radweges entlang der Staatstraße 6810 Meter und die geschätzten Gesamtkosten ohne Grunderwerb würden sich auf rund 2,35 Millionen Euro belaufen. Der Anteil für Weisendorf würde rund 1,2 Millionen Euro abzüglich der Förderung betragen.

Karl-Heinz Hertlein stimmte am Ende gegen die beiden Beschlussvorschläge zur Planung und Übernahme der anteiligen Honorarkosten. Nicht weil er gegen des Bau des Radwegs sei, wie er betonte, sondern wegen des staatlichen Bauamts, das es sich einfach mache und die Verantwortung auf die Kommunen abwälze. Trotz allem wurden Bürgermeister und Verwaltung aufgefordert, das Bauamt mit ins Boot zu holen, schließlich handelt es sich um eine Staatsstraße

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