Rannungen

Hohe Nachfrage nach Baugrund

Die Gemeinde Rannungen bekommt nun doch ein neues kleines Baugebiet westlich des Gebietes Bergstraße, das Platz für zehn bis zwölf Einfamilienhäuser bieten wird.
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Neun Gemeinderäte stimmten in der jüngsten Sitzung für die Aufstellung eines Bebauungsplanes, nur einer war dagegen. Außerdem standen die Ausweisung von Wasserschutzgebieten und der Jahresabschluss der Wasserversorgung für das letzte Jahr auf der Tagesordnung. In der Sitzungsvorlage für die Gemeinderäte heißt es, dass in der Gemeinde seit Jahren eine hohe Nachfrage nach Baugrundstücken bestehe, fast ausnahmslos von Bürgern des Dorfes. Auf Nachfrage von Gemeinderat Harald Klopf (Rannunger Bürgerliste) nannte Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU) Zahlen: Vier Einheimische und zwei Auswärtige würde gerne im Ort bauen.

Kaum einer will verkaufen

Laut Sitzungsvorlage gebe es etwa 40 freie Baugrundstücke in der Gemeinde. Die Eigentümer seien wiederholt angeschrieben worden. Fünf Grundstücke, in teilweise ungünstiger Lage, würden zum Verkauf angeboten. Alle anderen Eigentümer würden einen Verkauf ihrer Grundstücke an die Gemeinde ablehnen. Auch an das Förderprogramm der Allianz Schweinfurter Oberland, um vorhandene leerstehende Häuser wieder zu nutzen, wird in der Vorlage erinnert.

Bisher habe es nur wenige Förderanträge gegeben, da Bauwillige nur in sehr seltenen Ausnahmefällen auf eine leer

stehende Immobilie oder ein Grundstück innerorts zurückgreifen wollten. Daraus wird der Schluss gezogen "das vorhandene Grundstücksangebot im aktuellen Ortsbereich kann leider in keinster Weise die bestehende Nachfrage nach Baugrundstücken befriedigen".

Das neue Baugebiet soll auf 1,4 Hektar Platz für zehn bis zwölf Einfamilienhäuser bieten, erklärte Bürgermeister Zehner auf Nachfrage. Das Geld, das die Gemeinde investiert, komme über die erhöhten Schlüsselzuweisungen des Freistaates und den Einkommenssteuer-Anteil der Bewohner zurück in die Gemeindekasse.

Harald Klopf allerdings war damit ganz und gar nicht einverstanden: "Die Innenentwicklung bedarf eines Kümmerers. Das klappt da, wo das Thema Chefsache ist. Wir haben 50 Bauplätze. Diese Kosten werden auf den Wasser- und Abwasserverbrauch umgelegt. Wir verzichten darauf, mit den Menschen zu sprechen, die freie Bauplätze haben und belasten die Allgemeinheit." Und: "Den Leuten auf die Nerven gehen, mit ihnen reden, reden, reden. Dann brauchen wir das Neubaugebiet nicht." Er war der einzige, der gegen die Ausweisung des Neubaugebietes stimmte.

Da dieses Gebiet schon im Flächennutzungsplan als Baugebiet ausgewiesen ist, ist ein beschleunigtes Verfahren möglich. Das geht schneller, und Ausgleichsflächen sind nicht erforderlich. Das Planungsbüro für Bauwesen Bautechnik-Kirchner in Oerlenbach bekam den Auftrag, die Bebauungsplan-Unterlagen auszuarbeiten und das Bauleitplanverfahren durchzuführen.

Ende des Jahres läuft für die Gemeinde die Genehmigung zur Trinkwasserentnahme aus den beiden Brunnen aus. Deshalb ist nun ein neues Verfahren nötig, bei dem es vor allem um die Ausweisung der Wasserschutzgebiete geht. Die Gemeinde hatte das Planungsbüro Baurconsult aus Haßfurt damit beauftragt. Die Geowissenschaftlerin Julia Stilkerich erläuterte die Zusammenhänge.

Pro Jahr werden im Einzugsgebiet rund 310 000 Kubikmeter Grundwasser durch Niederschläge neu gebildet, aber es soll nur eine Entnahme von maximal 70 000 Kubikmeter beantragt werden. Deshalb ist eine Verkleinerung des Schutzgebietes denkbar.

Langfristiges Konzept nötig

Bürgermeister Zehner sagte, ein langfristiges Konzept zur Sicherung der Wasserversorgung der Gemeinde sei notwendig. Möglich sei ein dritter Brunnen oder der Anschluss an eine Fernwasserversorgung. Julia Stilkerich wies darauf hin, dass die Auflagen für die Wasserschutzgebiete steigen und auch die neue Düngeverordnung berücksichtigt werden muss. Sechs Gemeinderäte stimmten schließlich für die vorgeschlagenen Wasserschutzgebiete, vier dagegen.

Zu hohe Verluste

Der Gemeinderat billigte einstimmig den Jahresabschluss der Wasserversorgung. Die Bilanz in Aktiva und Passiva beträgt 618 802 Euro, der Jahresverlust laut Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung jeweils 16 625 Euro. Der bayerische kommunale Prüfungsverband stellte fest, dass die rechnerischen Wasserverluste im Jahr 2016 bei 16 Prozent liegen und damit trotz der Verbesserung gegenüber 2017 (25 Prozent) immer noch als überhöht zu bezeichnen seien - "sie liegen seit langem, nach nur einer einmaligen Ausnahme im Jahr 2008, über unseren Erfahrungswerten".

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