Laden...
Eggolsheim
Marktgemeinderat

Hohe Investitionen belasten den Haushalt der Gemeinde Eggolsheim

Der Vorbericht zum Haushalt 2020 diente den Marktgemeinderäten in Eggolsheim als Grundlage für die Beratung und Beschlussfassung. Darin enthalten sind sämtliche Erläuterungen über die in der Kommune g...
Artikel drucken Artikel einbetten

Der Vorbericht zum Haushalt 2020 diente den Marktgemeinderäten in Eggolsheim als Grundlage für die Beratung und Beschlussfassung. Darin enthalten sind sämtliche Erläuterungen über die in der Kommune geplanten Investitionen und der Entwurf zum Verwaltungs- und Vermögenshaushalt des Jahres 2020.

Für einen ausgeglichenen Haushalt muss Eggolsheim nicht nur 800 000 Euro aus den Rücklagen nutzen, sondern die gleiche Summe noch einmal als Kredit aufnehmen. Schuld daran sind die hohen Investitionen im bevorstehenden Haushaltsjahr.

Finanziell geht es der Gemeinde so gut, dass es in diesem Jahr zwar noch 1,38 Millionen Euro gibt, aufgrund der gestiegenen Steuerkraft dieser Betrag künftig jedoch sinken wird: "Wir müssen mehr an den Landkreis abführen", konstatierte Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB).

Aus den Einkommens- und Umsatzsteuerbeteiligungen sowie den Einkommenssteuerersatzleistungen, dem Gemeindeanteil der Grunderwerbssteuer und der pauschalen Finanzzuweisungen rechnet die Marktgemeinde mit mehr als fünf Millionen Euro an Einnahmen. Vor zehn Jahren war es mit zweieinhalb Millionen gerade einmal halb so viel.

Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer veranschlagte der Kämmerer mit zweieinhalb Millionen Euro. "Hier könnten wir noch mehr erzielen, wenn wir Betriebe fördern und ansiedeln", kommentierte Schwarzmann.

Amazon noch nicht eingerechnet

Uwe Rziha (FW) wollte wissen, ob bei der prognostizierten Gewerbesteuer Beiträge von Amazon bereits eingerechnet seien. Da es hierfür noch keine Zahlen gebe, blieb das Unternehmen bei dieser Schätzung außen vor, sagte Claus Schwarzmann.

2020 rechnet die Kommune mit insgesamt mehr als 14 Millionen Euro Einnahmen im Verwaltungshaushalt, davon stammen 10,3 Millionen Euro aus Steuern und allgemeinen Zuweisungen, knapp 3,6 Millionen aus der Verwaltung und den Betrieben und 273 000 aus sonstigen Finanzeinnahmen.

Die Ausgaben für das Personal sind mit über 3,3 Millionen Euro ein großer Anteil der Ausgaben im Verwaltungshaushalt. Der Verwaltungs- und Betriebsaufwand beträgt fast 3,9 Millionen Euro. Zuweisungen und Zuschüsse belaufen sich auf fast 1,4 Millionen Euro, die sonstigen Finanzausgaben auf 5,6 Millionen Euro. Insgesamt sind im Verwaltungshaushalt über 14 Millionen Euro an Ausgaben zu bewältigen.

Knapp 2,2 Millionen Euro werden vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt zugeführt, 800 000 Euro aus Rücklagen. Fast 2,5 Millionen Euro plant die Kommune aus der Veräußerung von Anlagevermögen ein, aus Beiträgen und ähnlichen Entgelten etwas mehr als zwei Millionen Euro. Zuschüsse und Zuweisungen für Investitionen sollen gut fünf Millionen Euro in den Vermögenshaushalt erbringen, Einnahmen aus Krediten etwa 800 000 Euro.

Alles in allem rechnet der Kämmerer mit 13,4 Millionen Euro Einnahmen im Vermögenshaushalt. Diesen stehen 13,4 Millionen Euro Ausgaben gegenüber: 1,765 Millionen für den Erwerb von Vermögen, 10,4 Millionen Euro für Baumaßnahmen, mit 1,1 Millionen Euro werden Kredite getilgt und 123 000 Euro sind für Zuweisungen und Zuschüsse für Investitionen eingeplant.

"Das sind alles kommunale Pflichtaufgaben, keine extravaganten Vorhaben", erläuterte Claus Schwarzmann. Kindergärten in Drügendorf und Eggolsheim, das Sportzentrum in Eggolsheim, Dorferneuerung in Neuses, Drügendorf und Weigelshofen, Sanierung der Angerstraße und die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Drosendorf sind nur einige der geplanten Investitionen.

Baugebiet "Schirnaidler Straße"

Für das Baugebiet "Schirnaidler Straße" rechnet die Verwaltung mit Einnahmen in Höhe von zwei Millionen Euro im Haushalt. Dem stehen bereits getätigte Investitionen von 600 000 Euro gegenüber. "Kommt es nicht zum geplanten Rückfluss, zerreißt es uns die Haushalte für die nächsten Jahre", prognostizierte Bürgermeister Claus Schwarzmann im Hinblick auf das Bürgerbegehren.

"Die Herausforderungen an die Gemeinde sind nicht geringer als in den vergangenen Jahren", sagte Schwarzmann abschließend. So sei ein weiterer Ausbau an Betreuungsplätzen für unter dreijährige Kinder noch nicht eingeplant: "Das sind Unwägbarkeiten."

Die Summe der Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt betragen 14 209 500 Euro. Diesen steht die Summe der Einnahmen und Ausgaben im Vermögenshaushalt in Höhe von 13 404 000 Euro gegenüber. Somit beträgt das gesamte Haushaltsvolumen 27 613 500 Euro.

Der Schuldenstand

Der Schuldenstand zum 1. Januar 2020 beträgt etwas über zehn Millionen Euro, das sind 1483,90 Euro pro Einwohner. Durch die Aufnahme eines Kredites von 800 000 Euro wird sich diese Summe bis Ende des Jahres auf 1603,46 Euro erhöhen.

Da der Haushalt bereits vom Landratsamt genehmigt wurde, stimmten die Marktgemeinderäte über die neue Haushaltssatzung und die darin veranschlagten Einnahmen und Ausgaben ab und beschlossen diesen mit jeweils vier Gegenstimmen. Mit einer Gegenstimme votierten die Marktgemeinderäte für eine Erheblichkeitsgrenze von 250 000 Euro: Verändert sich der Haushalt in dieser Höhe, ist ein Nachtragshaushalt notwendig.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren