Bad Brückenau

Hoffnung für "Ecke der Schande"?

Für das leerstehende Haus am Brückenauer Marktplatz 4 scheint es eine Zukunft zu geben. Die Frage danach ist auch eine nach dem Erbe des verstorbenen Unternehmers Peter Weimann.
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Das Haus am Marktplatz 4 in Bad Brückenau ist keine Augenweide. Laut dem neuen Eigentümer hat es aber Zukunft. Fotos: Steffen Standke
Das Haus am Marktplatz 4 in Bad Brückenau ist keine Augenweide. Laut dem neuen Eigentümer hat es aber Zukunft. Fotos: Steffen Standke
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Steffen Standke Feuchte Sockel, bröckelnder Putz, leere Geschäftsräume hinter trüben Fenstern: Das Haus Nummer 4 am Bad Brückenauer Marktplatz zeigt sich in bedauernswertem Zustand. Manche sprechen von einer "Ecke der Schande" an zentraler Stelle der Innenstadt. Doch das Haus scheint nun eine Perspektive zu bekommen - wie andere Gebäude, die dem verstorbenen Unternehmer Peter Weimann gehörten.

Weimann besaß einst nach Informationen dieser Redaktion mehrere Immobilien in und um Bad Brückenau. Darunter neben dem Marktplatz 4 die Hallen der heutigen "Fundgrube" im Industriegebiet bei Römershag, ehemals Möbelkaufhaus und Disco, den "Firlefanz"-Kneipenkomplex (heute Friseur Hamelmann), zwei Wohnhäuser in der Siebenbrückgasse und am Obertor sowie ein ehemaliges Mühlen-Grundstück nahe der Aspenmühle und ein Wohnhaus in der Kapellenstraße 2 in Unterleichtersbach.

Mit Schreinerei angefangen

Angefangen hatte der durchaus erfolgreiche Unternehmer nach Angaben seines Sohnes Stefan Weimann mit einer Schreinerei in Schondra. Später betrieb er am Standort der heutigen "Fundgrube" ein Möbelhaus. Zwischenzeitlich war sie auch an die Büchner und Pfülb Möbelmärkte vermietet. Das verkaufte Weimann Senior Ende der 1990er-Jahre. Von dem Geld erwarb der Schondraer die erwähnte verfallende Mühle, richtete sie her und veräußerte sie wieder. Zuletzt lebte der 68-Jährige nach Angaben seines Sohnes von den Mieteinnahmen seiner Immobilien.

Steuerschulden beglichen

Am 26. April dieses Jahres starb Peter Weimann. Während das "Firlefanz" schon vor sechs Jahren zwangsversteigert wurde, gehören die anderen Anwesen zu Weimanns Nachlass. Dessen Verbleib zunächst ungewiss schien. Das Haus in Unterleichtersbach, wo er nach Angaben seines Sohnes Stefan zuletzt lebte, tauchte Ende Juni ebenfalls zur Zwangsversteigerung beim Amtsgericht Schweinfurt auf. Angegebener Verkehrswert: 30 000 Euro. Mit dem Verkauf sollten Steuerschulden beglichen werden, die Peter Weimann beim Finanzamt hatte.

Ein Käufer fand sich laut Stefan Weimann nicht. Dafür teilt er auf Nachfrage mit, dass er als Alleinerbe auftritt. Seine Geschwister Thomas Weimann und Sabine Lother seien von ihren Ansprüchen zurückgetreten, beziehungsweise er habe sie ausbezahlt. Die Steuerschulden hat Weimann nach eigenen Angaben beglichen; das Haus in Unterleichtersbach stehe leer. Es soll zwei Interessenten für einen Kauf geben.

Tendenz zum Behalten

Beim Haus Marktplatz 4 in Bad Brückenau ist sich der jüngere Weimann "noch nicht schlüssig, ob ich das Haus auf Vordermann bringe und vermiete oder es verkaufe".

Zwar tendiere er dazu, das Gebäude zu behalten. "Aber ich bin für alles offen, schließe nichts aus." Gespräche mit Kaufinteressenten gäbe es; etwas Konkretes sei noch nicht zu berichten. Falls Weimann den Marktplatz 4 behält, könnte er sich darin neben Wohnungen "eine gemütliche kleine Kneipe" vorstellen. Das sei aber nur eine Idee.

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