Breitengüßbach

Hoffnung auf neues Zentrum

Breitengüßbach beantragt Fördergelder für Aufwertungen in der Ortsmitte. Bürgerhaus und Gemeindeturnhalle stehen zur Disposition - und alle ziehen an einem Strang.
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Links im Vordergrund das temporäre Bürgerhaus, hinten die Gemeindeturnhalle. Der Anbau, der abgerissen und neu errichtet werden könnte, ist rechts zu sehen. Foto: Johannes Michel
Links im Vordergrund das temporäre Bürgerhaus, hinten die Gemeindeturnhalle. Der Anbau, der abgerissen und neu errichtet werden könnte, ist rechts zu sehen. Foto: Johannes Michel
Die Gemeinde Breitengüßbach hat viel vor. Neben dem Thema Verkehrsbelastung in der Ortsmitte sollen auch die "weichen Faktoren" verbessert werden. Ein interessantes Projekt ist dabei das Gebäude neben der Gemeindeturnhalle, das bis vor Kurzem noch als Zahnarztpraxis genutzt wurde. Hier könnte ein Bürgerhaus entstehen. Ein neues Förderprogramm mit hohen Zuschüssen wäre eine Chance.
"Die Bürger Breitengüßbachs sind aktiv." Mit diesem Satz beginnt ein Exposee, das Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder (UBB) jetzt im Gemeinderat vorstellte. Es fasst die Ideen zusammen, die von der Arbeitsgruppe "Bürgerhaus" seit Herbst 2017 gesammelt wurden. Und in der Tat: Schon im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes
(Isek) haben sich die Bürger stark engagiert - und sind auch weiterhin in Arbeitsgruppen mit dabei.
Vereine, die Gemeindebücherei, die Volkshochschule, Arbeits- und Projektgruppen - viele Nutzungen kommen für die ehemalige Zahnarztpraxis (Zentrum 2) - zuvor war das Gebäude Rat- und Wohnhaus - infrage. Die Diskussionen in der Arbeitsgruppe zeigten aber auch: Wünschenswert wäre es, Synergieeffekte zu nutzen. Denn in unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich ein weiteres Gebäude, das ebenfalls der Gemeinde Breitengüßbach gehört: die Gemeindeturnhalle. Sie stammt aus den 1950er Jahren und wird sowohl von der Gemeinde als auch von Vereinen rege für Veranstaltungen genutzt.


Schwächen offensichtlich

Die Schwächen sind aber offensichtlich, es besteht Modernisierungsbedarf, vor allem in Bezug auf die Sanitäreinrichtungen, fehlende Barrierefreiheit und die veraltete Heizung. Gleiches gilt für "Zentrum 2": Auch hier müsste die Heizung ausgetauscht werden, Barrierefreiheit ist nicht gegeben, die Sanitäreinrichtungen sind veraltet. Außerdem wären bessere Raumzuschnitte wünschenswert, ebenso wie eine Verknüpfung mit den Flächen rund um das Gebäude.
Wie könnten Gemeindeturnhalle und Bürgerhaus nun zusammen funktionieren? Die Arbeitsgruppe diskutierte hier über verschiedene Varianten, eine kristallisierte sich als die beste heraus. Sie sieht die Sanierung von Zentrum 2 und Gemeindeturnhalle vor, der Anbau vor der Gemeindeturnhalle, momentan als Eingangsbereich genutzt, soll abgerissen und durch einen zweistöckigen Neubau ersetzt werden. Der könnte dann ein neues Foyer mit Garderobenbereich, Lagerräume, neue WC-Anlagen und Umkleiden sowie zwei Gruppenräume und einen Bewegungsraum für verschiedene kleinere Veranstaltungen und Kurse enthalten.
Ins Zentrum 2 könnte die Gemeindebücherei mit einer "Filiale" einziehen. Momentan ist sie in der Schule untergebracht, wo auch die Anbindung an die Zielgruppe der Kinder gut funktioniert. Für Erwachsene und insbesondere Senioren allerdings liegt die Schule etwas abgelegen. Daher könnte ein Standort in der Ortsmitte eine belebende Wirkung entfalten. Das ehrenamtlich tätige Büchereiteam hat sich zudem bereit erklärt, ein kleines Café mit zu betreuen. Das "Generationencafé" könnte ein neuer zentraler Treffpunkt für Jung und Alt werden.


Höhe Förderquote

Das von der Gemeinde erstellte Exposee geht von Baukosten von etwa zwei Millionen Euro aus. Eine Chance, ein solches Projekt zeitnah zu verwirklichen, könnte ein neues Förderprogramm sein. "Innen statt Außen" heißt es und fördert besonderes Projekte, die der Innenentwicklung einer Kommune dienen und Leerstände beseitigen.
Einen solchen würde die Gemeinde mit der Umnutzung von Zentrum 2 angehen. Das Förderprogramm verspricht eine Förderquote von 80 Prozent, das sind 20 Prozent mehr als bei vergleichbaren Programmen. Bürgermeisterin Reinfelder empfahl dem Gemeinderat daher, das Projekt Bürgerhaus und Gemeindeturnhalle an die Regierung von Oberfranken zu melden. Bestandteil des einstimmigen Beschlusses war auch ein Beschluss zur Innenentwicklung - Breitengüßbach möchte diese intensivieren.
Ende Juli soll bereits die Entscheidung fallen, welche Projekte in Bayern vom neuen Förderprogramm Unterstützung erhalten. Die Staatsregierung hat für das laufende Jahr 100 Millionen Euro bereitgestellt. Auch bei den Nachbarn in Baunach war das Förderprogramm kürzlich Thema, gleich drei Projekte wurden dort angemeldet.
Sollte Breitengüßbach Fördergelder erhalten, wären zeitnah weitere Beschlüsse des Gemeinderats notwendig. Denn der muss endgültig über das Projekt Bürgerhaus und Gemeindeturnhalle entscheiden, die erarbeiteten Varianten der Arbeitsgruppe sind nicht bindend. Reinfelder empfahl allerdings, deren Ergebnisse nicht infrage zu stellen - drei Gemeinderäte und die Bürgermeisterin selbst haben sich hier in den vergangenen Monaten stark eingebracht.
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