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Steinberg

Hörgenuss in historischen Mauern

Anlässlich des 9. Deutschen Orgeltags findet am Sonntag um 15 Uhr ein Orgel-, Bläser- und Chorkonzert in der alten Schlosskirche St. Pankratius Steinberg statt. Der Hörgenuss steht auch in Verbindung mit dem Tag des offenen Denkmals.
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Die historische Schlosskirche St. Pankratius Steinberg. Mit dabei sind am Sonntag die St.-Georgs-Bläser aus Friesen. Fotos: Heike Schülein/Archiv
Die historische Schlosskirche St. Pankratius Steinberg. Mit dabei sind am Sonntag die St.-Georgs-Bläser aus Friesen. Fotos: Heike Schülein/Archiv
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Steinberg —  Das feierliche Spiel der Blechblasinstrumente: Es vermittelt mit seinem eindringlichen Klang Freude und Trost, Geborgenheit und Zuversicht. Dazu die Orgel als Königin der Instrumente und stimmungsvolle Chordarbietungen. Diese festliche Kombination wird am Sonntag in der Pfarrkirche Alt-Pankratius zu hören sein, wenn der Heimat- und Kulturverein (HKV) Steinberg erneut zu einem kurzweiligen Hörgenuss in wunderbarem Ambiente einlädt. Damit beteiligt man sich in Steinberg - wie bereits in den Vorjahren - als einziger Ort im Landkreis am 9. Deutschen Orgeltag. Das musikalische Highlight erfolgt wiederum auf Initiative von HKV-Vorstandsmitglied Herbert Clerico.

Den Orgelpart hat Thomas Detsch aus Haig inne, während die St.-Georgs-Bläser aus Friesen unter Leitung von Heiko Meusel feierliche Bläserklänge beisteuern. Darüber hinaus werden auch die beiden Chöre "Sing-mit-Liederkranz Gundelsdorf 1911 und Umgebung" und "Liederkranz Haig", bei denen Herbert Clerico beziehungsweise Thomas Detsch den Taktstock schwingen, für beeindruckende Hörerlebnisse sorgen. Das abwechslungsreiche Programm des rund 45-minütigen, für jeden Musikgeschmack etwas bietenden Konzerts wird zuvor an die Besucher ausgegeben.

Tag des offenen Denkmals

Das musikalische Highlight findet aber auch in Verbindung mit dem am Sonntag im Landkreis begangenen "Tag des offenen Denkmals" statt. Vor und nach dem Konzert können die Schlosskirche und die Dorforgel von 14 bis circa 16 Uhr besichtigt werden.

Das geschichtsträchtige Gotteshaus - Überbleibsel einer ehemaligen Meranierburg - wurde nach umfangreichen Renovierungsarbeiten 2004 neu eingeweiht. Die dem hl. Pankratius geweihte Kirche ist das älteste Gebäude des zum ersten Mal in einem "Verstiefterbrief” um 1150 erwähnten Ortes. 1422 wird die Schlosskapelle St. Pankratius nach Kronach eingepfarrt und gehört zu Kronach. Es ist dies die früheste urkundliche Erwähnung einer Kirche in Steinberg. Aus einem Urbar der Pfarrei aus dem Jahr 1427 geht hervor, dass die Schlosskirche Filialkirche von Lahm war und das Schloss bewohnt war. 1515 wird Steinberg von der Pfarrei Lahm getrennt zur eigenen Pfarrei erhoben.

Alte Schlosskirche wurde zu klein

Unter Leitung von Pfarrer Karl Mayer wurde 1912 mit dem Bau der neuen Pfarrkirche begonnen. Aufgrund des Bevölkerungszuwachses reichten die Raumverhältnisse der bis dahin genutzten Schlosskirche nicht mehr aus. Bereits 1892 wurde der "Chorbauverein" gegründet. Durch den Anbau eines Chores an die bisherige Kirche wollte man der Raumnot abhelfen. Die Baubehörde genehmigte jedoch diesen Plan nicht. Auch der Abriss der alten Kirche und Neuerrichtung an gleicher Stelle wurde nicht zugelassen, weil die alte Kirche bereits damals unter Denkmalschutz stand. Erst der Entwurf eines Neubaus im damaligen "Pfarrgarten" fand Zustimmung. Am 11. August 1913 feierte man Einweihung der neuen Pfarrkirche.

Nach dem Neubau wurde die alte Kirche nur mit notdürftigen Reparaturen erhalten. Im September 2000 wurde ein Sanierungskonzept erstellt mit Baukosten von rund 500 000 Euro. 2000 bis 2004 erfolgte die Renovierung von Alt-Pankratius.

Besonders an Alt-Pankratius ist die Tatsache, dass das 2. Vatikanische Konzil spurlos an ihr vorbeigegangen ist und liturgische Reformen nicht vollzogen wurden, da kein Gottesdienst mehr darin gefeiert wurde. Heute wird das Gotteshaus wieder zu verschiedenen Anlässen und kirchlichen Festen genutzt.

Maßgeblichen Anteil am Erhalt dieses Kleinods kommt dem örtlichen Heimat- und Kulturverein zu. Dieser gründete sich 1993 mit dem Ziel, die Schlosskirche zu erhalten und zu restaurieren. Gründungsvorsitzender war Wolfgang Förtsch, der noch immer die Geschicke des Vereins leitet. Der HKV wickelte viele Arbeiten ab, die mit den kirchlichen Stellen und Behörden erledigt werden mussten. Mit Kirchenkonzerten und weiteren Aktivitäten wurden Spenden gesammelt. Gemeinsam leistete man die entscheidenden Vorarbeiten, sodass mit hoher Bezuschussung ein Finanzierungspaket geschnürt und die Restaurierung vorgenommen werden konnte.

Sowohl zum Konzert als auch zur Besichtigung ist der Eintritt frei. Aufgrund mangelnder Parkmöglichkeiten bei der Kirche werden die Gäste gebeten, den Parkplatz gegenüber der Kronachtalhalle zu nutzen. Spenden kommen der Instandhaltung des Gotteshauses zugute.

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