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Höchstadt a. d. Aisch
Coronavirus

Höchstadts Chefarzt Martin Grauer appelliert an die Vernunft

Andreas Dorsch Noch ist es für den Chefarzt der Chirurgie am Kreiskrankenhaus St. Anna in Höchstadt, Dr. Martin Grauer, höchst unwahrscheinlich, dass Symptome wie Fieber, Husten oder Durchfall durch e...
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Martin Grauer
Martin Grauer

Andreas Dorsch Noch ist es für den Chefarzt der Chirurgie am Kreiskrankenhaus St. Anna in Höchstadt, Dr. Martin Grauer, höchst unwahrscheinlich, dass Symptome wie Fieber, Husten oder Durchfall durch ein Coronavirus bedingt sind. Grauer und auch die Belegschaft im Höchstadter Krankenhaus bleiben gelassen.

Nur wenn jemand von Reisen aus China oder Norditalien kommt, oder einen früheren Kontakt zu einem jetzt positiv Getesteten hatte, sollte mit einem Arzt oder dem Gesundheitsamt geklärt werden, ob ein Test nötig ist.

Bei Anzeichen einer schweren Erkrankung, wie Fieber über 39 Grad und Atemnot, sollte man sich auf Grippe (Influenza) testen lassen. Dafür gebe es Schnelltests, so Grauer. In Hausarztpraxen liege das Ergebnis noch am selben Tag vor, im Krankenhaus bereits nach 90 Minuten.

Das Coronavirus kann mit einem Nasen- oder Rachenabstrich nachgewiesen werden. Der geht an ein Labor und nach 24 bis 48 Stunden liegt das Ergebnis vor.

Älteren und gebrechlichen Menschen rät Grauer, in den nächsten zwei Wochen soweit möglich zuhause zu bleiben, Versammlungen und ausnahmsweise auch Gottesdienste zu meiden. Auch im familiären Umfeld sollten Bekannte mit Erkältungen Rücksicht nehmen und Ansteckungen dieser verletzlichen Gruppe vermeiden.

Schon bekannt sind die Tipps, nur in den Ärmel zu husten, regelmäßig Hände mit Seife zu waschen, sich wenig ins Gesicht zu fassen und aufs Händeschütteln vorübergehend zu verzichten.

Außerhalb der Schleimhäute und bei unter 37 Grad sterben die Viren schnell ab, erklärt Grauer. Auf Oberflächen sei das Virus aber bis zu neun Tage nachweisbar. Mit regelmäßigem Händewaschen könne man die Zahl der Viren aber nochmals deutlich reduzieren, teilt der Internist mit.

Grauer appelliert an Vernunft und Verstand, verlaufen doch über 80 Prozent der Corona-Erkrankungen wie eine einfache Grippe eher harmlos und können zuhause auskuriert werden. Derzeit hätten Praxen und Krankenhäuser mit vielen Influenzapatienten zu tun. Sie stünden aber bereit, schwere Verlaufsformen einer Corona-Infektion zu behandeln.

Infektionswellen sind für den Höchstadter Chefarzt übrigens nichts Neues. So hat er vor Jahren das Ende einer Cholera-Epidemie in Mozambique miterlebt. Ein kleines Krankenhaus habe damals über 400 Cholera-Patienten versorgen müssen, berichtet Grauer. Er war einer der Mitarbeiter, die das mit "großem Zusammenhalt, Entschlossenheit, Zelten, Infusionen, Schutzkitteln und Chlorkalk" gemeistert haben. Grauer blickt mit Stolz zurück: "Es gab dort keinen einzigen Todesfall."