Höchstadt a. d. Aisch

Höchstadt im Aerobic-Fieber

Die in Amerika ausgelöste Fitness-Welle lockte in Höchstadt Damen reihenweise in die Aischtalhalle.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Aerobic-Damen des TSV Höchstadt waren in den 1980er Jahren bei verschiedensten Anlässen auch ein optisches Highlight des Vereins.  Fotos: Andreas Dorsch
Die Aerobic-Damen des TSV Höchstadt waren in den 1980er Jahren bei verschiedensten Anlässen auch ein optisches Highlight des Vereins. Fotos: Andreas Dorsch
+2 Bilder

Es war im Jahr 1982, als die Schauspielerin Jane Fonda mit einem Video über eine Art Aufwärmtraining in Amerika für Furore sorgte. Aerobic war geboren. Und es dauerte nur zwei Jahre, bis das Aerobic-Fieber auch Höchstadt erfasst hatte. Tina Kahl, Übungsleiterin in der Turnabteilung des TSV Höchstadt, nahm den Aerobic-Virus auf und begeisterte mit dieser Art sportlicher Betätigung die Damenwelt aus Höchstadt und Umgebung.

Die neue Aischtalhalle war gerade in Betrieb genommen worden, als jeden Montagabend eine Gruppe besonders gestylter Damen ins hinterste Drittel der Halle pilgerte. In ihrem Outfit standen diese Sportlerinnen ihren Galionsfiguren Jane Fonda und Sydne Rome übrigens in nichts nach. "Das war ja mindestens genauso wichtig wie unser Sport selbst", blickt Anita Kopp zurück, die von Anfang an dabei war. Von der Frisur bis zu den Wadenwärmern und den Schuhen musste alles passen.

"Es war einfach toll", sagt Kopp, "wir wollten fit sein und Aerobic lag damals voll im Trend." Sie hat sich beim Aerobic die Kondition geholt, die sie für ihren Tennissport brauchte. Eine Stunde Bewegung zu der fetzigen Musik der 80er war für die Damen auch richtig schweißtreibend. Das durften schon bald die in der Nachbarhalle trainierenden Basketballer aus der TSV-Familie erleben. Der Einladung folgend, doch einmal mitzumachen, mussten die Ballsportler schon nach der Hälfte der Trainingszeit vor Erschöpfung wieder aussteigen.

"Natürlich waren wir aufgestylt, Jane Fonda war ja unser Vorbild", sagt heute Irene Ott, die auch von Anfang an dabei war. Das Aerobic von damals vergleicht Ott übrigens mit dem heutigen Zumba.

"In der Glanzzeit waren wir beim Aerobic jede Woche über hundert Leute", erinnert sich Babsi Cremer. Den großen Zulauf führt sie auch darauf zurück, dass es damals noch nicht die Fitnessstudios gab wie heute. Sport wurde mehr im Verein betrieben.

Für Babsi Cremer ist es auch bemerkenswert, dass es die Sportgruppe, die früher Aerobic gemacht hat, heute noch gibt. Tina Kahl leitet wie eh und je das Training nach neuesten Erkenntnissen. Kopp, Cremer und einige andere Damen von damals sind nach über 30 Jahren immer noch regelmäßig dabei. Sie machen "das, was gesund ist" und für jeden, der sie kennt, sind sie der lebende Beweis, dass Sport jung und fit hält.

Fit bleiben ist die Maxime

Darum geht es Tina Kahl, die nicht nur die Damen seit Jahrzehnten dazu animiert, sich zu bewegen. Seit sie im TSV aktiv ist, trainiert die Übungsleiterin auch Kinder, bildet sich ständig fort, setzt neue Trends und Methoden um. "Die Leute sollen fit bleiben", ist ihre Maxime. Besonders wichtig ist für sie, dass sich die Kinder bewegen.

Aerobic war Mitte der 1980er Jahre auch in Höchstadt einfach in, entsprach dem Zeitgeist. Die Damen fanden Gefallen daran, sich bis zur völligen Erschöpfung zu verausgaben. Der TSV Höchstadt bot ihnen die Möglichkeit. Den Begriff Aerobic hat die Zeit längst überholt, aber die Truppe von damals ist im Kern immer noch gemeinsam aktiv.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren