Forchheim

Hochburg der Orchideen

Der Naturpark Fränkische Schweiz-Frankenjura ist ein Paradies für die schönen Pflanzen. Adolf Riechelmann weist in seinem Werk auch auf die Gefahren hin.
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Bei der Buchpräsentation (v. l.): Wolfgang Geißner, Walter Welß, Adolf Riechelmann und Landrat Hermann Ulm  Foto: privat
Bei der Buchpräsentation (v. l.): Wolfgang Geißner, Walter Welß, Adolf Riechelmann und Landrat Hermann Ulm Foto: privat

Für Schönheit steht die Orchidee. Kaum zu glauben, dass diese anmutige Schönheit nicht nur am Fensterbrett steht, sondern in einer Vielzahl in den Wäldern und Wiesen der Fränkischen Schweiz fast unbemerkt wächst und blüht. 43 Arten hat der frühere Bio- und Chemielehrer Adolf Riechelmann im Naturpark Fränkische Schweiz Frankenjura gefunden.

"Das ist mehr als die Hälfte aller in Deutschland vorkommenden Arten. Die alpinen Arten abgezogen, ist der Naturpark ein Hotspot", sagt Riechelmann. Er hat alles Wissenswerte rund um die Blume in dem fast gleichnamigen Buch "Orchideen im Naturpark Fränkische Schweiz-Frankenjura" zusammengetragen. Dieses neue Werk wurde nun in der St.-Gereon-Kapelle am Landratsamt Forchheim präsentiert.

Landrat Herrmann Ulm (CSU) bedankte sich in seiner Funktion als Vorsitzender des Naturparks für das Werk und konnte auch Wolfgang Geißner vom Naturpark und Walter Welß, den Leiter des Botanischen Gartens der Universität Erlangen, begrüßen. Dieser lobte in seiner Laudatio Adolf Riechelmann als einen der besten Kenner der Orchideen und ihrer Wuchsorte.

Seit 40 Jahren beschäftigt sich der Buchautor mit diesen Blumen. Den Virus hat Riechelmann als Kind aufgesogen, wurden ihm doch bei den vielen Spaziergängen mit dem Vater die Orchideen gezeigt und erklärt. "Wohl keine zweite Pflanzenfamilie genießt eine so schwärmerische Beachtung bei Floristen und Botanikern wie die Orchideen, die Edelsteine unter den Blumen. Bizarre Blütenformen, außergewöhnliche Farbnuancen und seidiges oder samtartiges Aussehen verleihen vielen Arten märchenhafte Schönheit", schwärmt Riechelmann von den Protagonistinnen seines Werkes.

Über 500 Bilder

Daran bewundert Walter Welß vor allem die Aufteilung des neuen Buchs über die Orchideenhochburg Fränkische Schweiz, das zudem vom Naturpark verlegt worden ist. Allen Arten, in alphabetischer Reihe vorgestellt, werden mehrere Seiten gewidmet. Illustriert ist das Buch mit über 500 Bildern. Wer eine bestimmte Orchidee sucht, wird schnell fündig. Die Namen der Arten sind mit dem wissenschaftlichen und deutschen Namen versehen.

Angaben über den Standort und die Verbreitung der beschriebenen Art oder deren Bestandsentwicklung machen aus dem wissenschaftlich fundierten Buch zugleich einen ausführlichen Ratgeber, in gut lesbarer Form über diese Naturschönheiten, die seit den Anfängen der Botanik faszinieren - nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern auch die relative Seltenheit der Orchideen. Kein Wunder, dass die Orchidee bei den Menschen oft sogar zu sehr begehrt ist. Die Orchideen sind Überlebenskünstler, wachsen selbst auf kargem Boden.

Hauptfeind ist der Mensch

Warum das zugleich ein Problem ist, wurde ebenfalls aufgearbeitet. Der Hauptfeind der Pflanze ist der Mensch, in zweifacher Hinsicht. Zum einen, weil die Prinzessinnen oder gar Königinnen, wie Riechelmann die im Verborgenen blühenden Orchideen in der Frankenjura nennt, in der Zeit, in der sie sich besonders herausputzen, auch besonders verfolgt werden. "Nur dass sich manche ihrer Jäger nicht mit einigen Fotos begnügen, sondern die am meist herausragenden und seltensten Schönheiten einfach kidnappen", beschreibt Riechelmann diesen Naturfrevel. Dabei dürfte inzwischen bekannt sein, dass die Blumen es nicht überleben oder an einem anderen Standort trotz Hege und Pflege eingehen werden. Andererseits aber auch, weil der Mensch die Lebensräume der Pflanzen zunehmend einengt. Der Schwund ist jetzt schon messbar. "Betroffen macht die relativ hohe Anzahl von letztmaligen Nachweisen in den acht Jahren von 2005 bis 2012. Auch dies sollte Anlass sein für Erhalt, Schutz und Erweiterung entsprechender Lebensräume Sorge zu tragen", betonte Walter Welß. red

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