Kronach

Hochbetrieb am Himmel über Kronach

Zwei Segelflugvereine aus Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden hielten ihre "Fliegerlager" am Kreuzberg ab und sorgten in den letzten vier Wochen für regen Luftverkehr über der Stadt.
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Flugschüler schieben einen Schulungsdoppelsitzer an die Startposition.  Fotos: Ralf Wietasch
Flugschüler schieben einen Schulungsdoppelsitzer an die Startposition. Fotos: Ralf Wietasch
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"650 Segelflugzeugstarts registrierten die Flugleiter in den letzten vier Wochen am Segelfluggelände in Kronach", resümiert der Vereinsvorsitzende Gerhard Steidl. Die Männer am Turm hatten alle Hände voll zu tun, um einen geregelten Flugbetrieb zu gewährleisten. Trotz der zahlreichen Flugbewegungen kam es zu keinerlei Zwischenfällen.

Reger Flugbetrieb herrschte seit Mitte Juli tagtäglich am Flugplatz auf dem Kreuzberg. Dies lag nicht an den verstärkten fliegerischen Aktivitäten des örtlichen Segelflugvereines, sondern vielmehr an der Anwesenheit von zwei Fluggruppen aus Coesfeld/Nordrhein-Westfalen und Eindhoven-Volkel/Niederlande.

Die beiden Flugvereine veranstalteten hintereinander für jeweils zwei Wochen ihr "Fliegerlager" in Kronach und nutzten hierbei die Einrichtungen des Aero-Clubs Frankenwald. Die "Coesfelder", wie sie inzwischen von den heimischen Vereinsmitgliedern liebevoll genannt werden, feierten bereits ihr fünfjähriges Jubiläum am Kreuzberg. Die Nordrhein-Westfalen fühlen sich am Kreuzberg schon fast heimisch. Die Segelflugpiloten schätzen insbesondere die hervorragenden thermischen Bedingungen der Region und das fränkische Bier. Für nächstes Jahr haben sie ihr Kommen bereits wieder fest zugesagt. Die Wiesen um den Flugplatz waren in den letzten vier Wochen mit Zelten, Wohnwagen und Wohnmobilen voll belegt.

Fast 700 km weit geflogen

Beide Gastfluggruppen waren mit etwa je 25 Personen und sechs bis acht eigenen Segelflugzeugen aus ihrer Heimat angereist. Die "Coesfelder" und die Niederländer nutzten die hervorragenden Wetterbedingungen sowohl für die Schulung von Pilotenanwärtern als auch für Streckenflüge. Die weitesten Distanzen mit Flügen bis an die 700 Kilometer verbuchte das Streckenteam der Coesfelder mit ihren einsitzigen Leistungsseglern der Typen LS 6, LS 7 und ASW 26. Der derzeit einzige Streckenpilot des Aero-Clubs Frankenwald, Christian Höfner, schloss sich dem Streckenteam an und schraubte, auf der sog. Rennstrecke zwischen Frankenwald, Thüringer Wald, Fichtelgebirge und Bayerischem Wald, seine persönliche Bestmarke auf hervorragende 630 Kilometer. Und das nur unter Ausnutzung der Kraft der Natur, der Thermik, ohne jegliche Motorunterstützung.

Bei nahezu tropischen Temperaturen mit zum Teil über 35 Grad hieß es bei Beendigung des täglichen Flugbetriebes dann "ab in den Pool". Hier verschafften sich die Piloten, die ganztätig der großen Hitze ausgesetzt waren, eine willkommene Abkühlung. Innerhalb von vier Wochen wurden am Kreuzberg etwa 650 Segelflugstarts mit einer Gesamtflugdauer von nahezu 500 Flugstunden absolviert. red

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