Ebern

Hobbykunst soll Markt aufwerten

Die Tourismus- und Werbegemeinschaft Ebern will den Weihnachtsmarkt beleben und blickt auf das Stadtmarketing in der Allianz-Partnerstadt Baunach.
Artikel drucken Artikel einbetten
+1 Bild

Nach dem tristen Weihnachtsmarkt im Vorjahr soll die Veranstaltung mit neuen Impulsen aufgewertet werden. In Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Bauhof sowie Tourismus- und Werbegemeinschaft (TWG) erlebt am Sonntag, 2. Dezember (1. Advent), eine Ausstellung mit den Produkten heimischer Hobbykünstler in der Rathaushalle eine Premiere. Von 15 angemeldeten Ständen berichtete TWG-Geschäftsführerin Helen Zwinkmann beim Quartalstreffen in den "Frankenstuben". "Es wird schon knapp, alle Platzwünsche zu erfüllen", sagte sie. Damit soll auch die Aufmerksamkeit auf die Krippe des Bürgervereins im Rathaushof gerichtet werden. Zusammen mit musikalischen Darbietungen vor dem Rathaus soll dem Markt zusätzliche Attraktivität verliehen werden.

Unbesetzte Stellen

Personalprobleme umtreiben die Gewerbetreibenden aktuell. So konnten nicht alle Ausbildungsstellen im Stadtgebiet besetzt werden, auch suchen viele Arbeitgeber händeringend nach Mitarbeitern. "Wir haben Vollbeschäftigung", stellte TWG-Vorsitzender Frank Schilling fest. Er betreut auch die Internetseite "Ebern aktuell" und hat dort ein Jobbörse eingerichtet. "Aber es kommen keine Meldungen." So sollen in naher Zukunft weitere Initiativen ergriffen werden, von Großplakaten der Deutschen Städtewerbung ringsum Ebern bis zu kleineren Formaten, die an Schulen und zentralen Plätzen ausgehängt werden. Auch Jobbörsen und Vorträge stehen in der Diskussion. Zunächst wurde vereinbart, sämtliche Ausbildungsberufe, die von Betrieben im Stadtgebiet angeboten werden, zusammenzustellen.

Eine zum 1. Dezember frei werdende Stelle wird aber besetzt. Mehrere Bewerbungen sind für die künftige Betreuung des Wohnmobilstellplatzes eingegangen; Gespräche laufen. Den bisherigen Platzwart Hans Elflein und dessen Ehefrau Rosi will man in einem angemessenen Rahmen - am Wohnmobilstellplatz - verabschieden und bei dieser Gelegenheit auch den Nachfolger vorstellen.

Für viele interessante Diskussions- und Ansatzpunkte sorgten die Ausführungen des Managers der Baunach-Allianz, Felix Henneberger (32), wie auch der Baunacher "City-Managerin" Melanie Schmitt (40). Henneberger stellte sein Aufgabenfeld und seine Vorstellungen vor, die sich auf sechs Handlungsfelder und 50 Projekte verteilen. Fanden die Ansätze bei der Zusammenarbeit von Bauhöfen und bei Bündelausschreibungen wegen der möglichen Synergie-Effekte durchaus Gefallen, wurde dem Allianzmanager aber auch schnell klar, dass der Einzelhandel sorgsam darauf achten wird, dass Kundenströme nicht durch irgendwelche Aktionen oder Initiativen umgeleitet werden.

Kein Kirchturmdenken

Dass man dabei nicht am Kirchturmdenken hängen bleibt, zeigte die Anregung, in den VG-Blättern von Ebern und Baunach gegenseitig Rubriken einzurichten, um auf die jeweiligen Großveranstaltungen hinzuweisen. "In Baunach soll man wissen, wenn in Ebern Musiknacht ist. Und wir kommen gerne mal beim neuen Baunacher Stadtfest oder im Bürgerhaus Lechnerbräu vorbei", sagte TWG-Vorstandsmitglied Ralf Kestel.

Thomas Wagner schwärmte von den Veranstaltungen im Rahmen des Bamberger Blues- und Jazzfestivals in Baunach. "Dazu kaufen wir uns beim Bamberger Stadtmarketing ein", beleuchtete Melanie Schmitt den Hintergrund.

Ein Vollzeitjob

Mit der Eröffnung des Bürgerhauses rückte sie vom Nebenjob in eine Vollzeitstelle, um sich dem Kulturangebot in Baunach zu widmen. Dazu gehört die Betreuung der Stadtbücherei und des Bürgerhauses. "Das machen wir seit fünf Jahren und es klappt wirklich gut." Dennoch muss Geld aus der Stadtkasse zugeschossen werden. "Kultur kostet Geld, aber sie steht auch für einen Mehrwert. Baunach hat sich zur interessanten Wohngemeinde entwickelt. Ständig gibt es Anfragen, aber wir haben so gut wie keine Bauplätze mehr", umschrieb Melanie Schmitt den Rückhalt im Stadtrat.

Die Neukonzeption des Stadtfestes habe nach der erlahmenden Bereitschaft zur Mitwirkung der Vereine beim Altstadtfest für neuen Schwung gesorgt. Zwar sei für 2019 eine Neuauflage beschlossene Sache, dann aber werde ein Zwei-Jahres-Turnus angestrebt. Zur Frage, wie sie an die vielen Straßenmusiker gekommen sei, die ohne Gage auftraten, sagte sie: "Das bedeutet viel netzwerkeln, auch mit Facebook und so."

Deutlich angesprochen wurde, dass das Baunacher Konzept nicht auf das Eberner Altstadtfest übertragbar ist. Ralf Kestel erinnerte an eine Idee des früheren TWG-Vorsitzenden Heinz Dietz, am Marktplatz ein Höfe-Fest aufzuziehen, da es viele interessante Privat-Höfe gebe. Kestel: "Das könnte ich mir im Zwei-Jahres-Wechsel mit dem Mittelalterfest vorstellen, wenn die Eigentümer mitziehen und die Auflagen erfüllbar sind." RK

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren