Thundorf

Hitzige Debatte im Gemeinderat

Das Thundorfer Forsthaus soll Braukulturhaus werden: Für ein Nutzungskonzept gab es grünes Licht. Eine Vergabe von Architekten- und Ingenieursleistungen wurde aber erst einmal abgelehnt.
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Das alte Forsthaus soll ein Braukulturhaus werden. Wie das aussehen könnte, soll in einem Nutzungskonzept dargelegt werden. Foto: Philipp Bauernschubert
Das alte Forsthaus soll ein Braukulturhaus werden. Wie das aussehen könnte, soll in einem Nutzungskonzept dargelegt werden. Foto: Philipp Bauernschubert

und Heike Beudert Fast 90 Minuten lang wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung hitzig über die Sanierung des Forsthauses diskutiert. Fünf von acht Tagesordnungspunkten der Sitzung des Gemeinderates Thundorf befassten sich mit der Umwandlung des ehemaligen Forsthauses in ein "Braukulturhaus".

Ende April 2018 hatte der Gemeinderat Thundorf Bürgermeister Egon Klöffel bevollmächtigt, die Vergabe der Vorsorgeuntersuchungen und die Planungsleistungen zur Machbarkeitsstudie für das ehemalige Forsthaus an das Architekturbüro Perleth aus Schweinfurt zu vergeben. Ein Thema war das Forsthaus auch bei den Beratungen zum Gemeindehaushalt 2019 gewesen mit der Konsequenz, dass die entsprechenden Haushaltsmittel eingestellt wurden.

Für das Konzept "Unterfränkisches Dorfbrauwesen - Braukulturhaus Thundorf" wurde eine Ausschreibung durchgeführt und mehrere Büros angeschrieben. Das wirtschaftlichste Angebot gab das Kulturbüro Sybille Kneuer aus Theres zu einem Preis von 24 840,58 Euro ab. Die Maßnahme wird vom Bezirk mit 12 500 Euro gefördert. Von der Förderstelle der nichtstaatlichen Museen wurde mitgeteilt, dass in diesem Jahr, obwohl der Antrag fristgerecht eingereicht wurde, keine Anträge mehr angenommen werden können und frühestens 2020 mit einer Aufnahme der Maßnahme und einer Förderzusage gerechnet werden könne. Für die Konzeptvergabe fand sich eine Mehrheit in der Sitzung.

Es entbrannte aber eine heftige Diskussion über die Vergabe der Architektenleistungen, den Brandschutznachweis und die Tragwerksplanung. Keine Mehrheit fand sich in der Sitzung für diese Vergaben.

Vom Architekturbüro Perleth (Schweinfurt) hatte dem Gemeinderat dazu ein Architektenvertrag für die Sanierung des ehemaligen Forsthauses und dem Neubau eines Lagergebäudes vorgelegen. Bei einer geschätzten Bausumme von 621 013,40 Euro für das Forsthaus würde das Honorar 124 112,60 Euro betragen. Weiterhin wurde vom Architekturbüro ein Vertrag für den Neubau eines Lagergebäudes vorgelegt. Dieser beinhaltet die Architektenleistungen für dieses neue Gebäude, das der Dorfgemeinschaft für Lagerzwecke dienen soll. Hier beträgt bei einer geschätzten Bausumme von ca. 53 145,40 Euro das Honorar ca. 7874,22 Euro. Weitere Vergabebeschlüsse sollten die Sachverständigenleistungen und die Vergabe der Tragwerksplanung sein, die ebenfalls abgelehnt wurden.

Hypothek für neuen Gemeinderat

Einige der Ratsmitglieder hielten in der Diskussion ein Museum für überzogen, andere - und das war die Mehrzahl - wollten eine Verschiebung der Beschlüsse. Vor allem befürchteten einige, dass es so kurz vor der Kommunalwahl für das folgende Gremium eine unangenehme Hypothek wäre.

Dem widersprachen jedoch Bürgermeister Klöffel und einige Gemeinderäte vehement. Sie vertraten die Meinung, dass mit einer Ablehnung eine große Chance der Sanierung des ehemaligen Forsthauses vertan wird. Jetzt gebe es den zugesicherten 80-prozentigen Zuschuss, der aber nur dann fließt, wenn alle vier vorliegenden Beschlüsse gefasst werden, hieß es. Gerade diese Situation könnte zum Vorwurf des kommenden Gemeinderates werden, der dann sagen könnte, warum habt ihr das Projekt abgelehnt ?

Letztendlich lehnte eine Mehrheit des Gemeinderates ab, bereits zu diesem Zeitpunkt auch die Architekten- und Ingenieursleistungen zu vergeben. In der Sitzung zeigte sich Bürgermeister Egon Klöffel enttäuscht über das Ergebnis.

Zwischenzeitlich scheint Egon Klöffel das Abstimmungs-Ergebnis gelassen zu sehen. "Ich hätte es gerne so gehabt; da bin ich der Handwerker und vielleicht zu ungeduldig", erklärte er auf Anfrage dieser Zeitung. Jetzt wird es also seiner Auskunft nach zuerst nur ein Nutzungskonzept geben, so, wie es im Gemeinderat beschlossen wurde.

Liegt dieses der Gemeinde vor, werden seiner Auskunft nach die nun abgelehnten Tagesordnungspunkte erneut zur Abstimmung stehen. Bürgermeister Klöffel hofft auch, dass die Gemeinde für die Sanierung des Forsthauses trotz der Verzögerung trotzdem 80 Prozent Zuschüsse erhalten wird.

Gemeinderat Edwin Braun, hatte zusammen mit einer Mehrheit von Gemeinderäten gegen die Vergabe der Architekten- und Ingenieurleistungen gestimmt, weil ihm konkrete Zahlen zur Bezuschussungshöhe fehlten. Lediglich der Hinweis des Bürgermeisters, dass es bis zu 80 Prozent Zuschuss für das Projekt gebe, sei ihm und anderen Gemeinderäten einfach zu wenig gewesen, erklärt er auf Nachfrage dieser Zeitung. Außerdem ist Edwin Braun der Meinung, dass erst das Nutzungs-Konzept stehen sollte, ehe die Architektenleistungen vergeben werden. Dieses Abstimmverhalten habe aber nichts damit zu tun, dass der Umbau des Forsthauses in ein Braukulturhaus nicht gewünscht ist, ergänzte Braun. Er geht davon aus, dass die Mehrheit im Gemeinderat für dieses Projekt ist.

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