Technik 

Hitzekollaps im Karpfenteich?

Bei den Belüftungstagen stellten Firmen herausragende neue Errungenschaften in der Karpfenzucht wie Solartechnik oder Inversionskinetik vor.
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Durch die Belüftungsanlage wird ausreichend Sauerstoff für die Karpfen produziert. Fotos: Andreas Hofbauer
Durch die Belüftungsanlage wird ausreichend Sauerstoff für die Karpfen produziert. Fotos: Andreas Hofbauer
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Höchstadt — Der Sommer ist auch bei uns endlich angekommen. Dass das nicht nur Vorteile haben kann, das haben nicht nur, aber besonders auch die Karpfenzüchter aus dem Aischgrund zu spüren bekommen. Durch die anhaltende Hitze wird der Sauerstoffgehalt in den Teichen stetig weniger. Grund genug, sich mit alternativen Möglichkeiten der Belüftung im Rahmen der Belüftungstage auseinanderzusetzen.


Sonderfall Aischgrund

"Die Struktur im Aischgrund ist ja eine ganz besondere", betont Martin Oberle, Leiter der Außenstelle für Karpfenteichwirtschaft, bei der Präsentation von Karpfenbelüftungsanlagen.
"Unsere Himmelsteiche haben insbesondere in der vergangenen Zeit mit Sauerstoff- und Wasserknappheit zu kämpfen. Und das auch ohne eine direkte Stromanbindung", erklärte er weiter. "Bei uns gibt es noch Karpfenzucht wie vor 100 Jahren", stellte er anschließend fest. So war es wenig verwunderlich, dass zu der anberaumten Präsentation viele Firmenvertreter anwesend waren, um über ihre Möglichkeiten zur Belüftung der Teiche zu sprechen, da die natürlichen Möglichkeiten wie Phytoplankton, Wind oder eine Vermeidung der Sauerstoffzehrung meist schwer umzusetzen sind.


Tagsüber Belüften ist besser

Die allgemeine Erkenntnis, zu der Professor Bruno Ehrmaier und Sebastian Salomon bei der Frage nach der effektivsten Belüftung gelangten: Es ist sinnvoller, tagsüber zu belüften, anstatt über Nacht.
Denn: Eine Belüftung über Nacht wirkt nur der natürlichen Sauerstoffabnahme entgegen. Eine Belüftung unter Tages hilft stattdessen Sauerstoff so hoch anzureichern, dass dieser auch über Nacht nicht drastisch abfällt.
Eine der Möglichkeiten der Firmen ist dabei die Inversionskinematische Lösung "Oloid". Dieser stellt die effizienteste Möglichkeit dar, eine Strömung in den Teichen zu erzeugen und damit den Sauerstoff zu verteilen.


Wissen ist Macht

Einen anderen Ansatz wählt das Unternehmen "WTB", das nach der Prämisse "Wissen ist Macht" operiert. Andreas Hoppe präsentierte nämlich zwei Sauerstoffmessgeräte für Teiche. Die vorgestellten Geräte operieren dabei, je nach Modell, optisch oder elektrochemisch. Beide Varianten sollen dabei Vor- und Nachteile haben. "Es ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, für welche Variante man sich entscheidet."
Die Firma "Linn" mit ihren 40 Jahren geschichtlichem Hintergrund hat mit circa 100 Tonnen Karpfenzüchtung in diesem Bereich bereits die nötige Erfahrung. Ihr Vertreter spricht sich für entweder eine Belüftung mit Flüssigsauerstoff aus und sieht gleichzeitig die Belüftung mit alternativen Energien wie Solarenergie kritisch. Gleichwohl gibt er auch zu bedenken, dass das für seinen selbst gelegten Maßstab gilt.


Solarenergie ist konkurrenzfähig

Dem widerspricht ein Mitarbeiter von "Cet Technology": "Wir sehen das entschieden anders als die Firma Linn. Unsere solarbetriebenen Energiequellen haben auch bei Einsätzen in Afghanistan einen äußerst guten Dienst geleistet."
Christian Drechsler von der bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft rundet das ganze gegen Ende dann noch mit finanziellen Förderungsmöglichkeiten ab: "Wir fördern prinzipiell alle Geräte, die vorgestellt wurden. Die nötige Menge an Karpfen oder Fläche von entweder 500 Kilogramm/Jahr oder einem Hektar Fläche muss allerdings nachgewiesen werden."


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