Hirschaid kämpft für neuen Wohnraum

Nach zwei Sondersitzungen zum Ausbau der Bahnstrecke für den ICE traten die Räte mal wieder zur Behandlung von Routineangelegenheiten zusammen.
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Mit zahlreichen Bauteitplänen mussten sich die Hirschaider Räte auseinandersetzen. Foto: Ronald Rinklef
Mit zahlreichen Bauteitplänen mussten sich die Hirschaider Räte auseinandersetzen. Foto: Ronald Rinklef
Auf dem Tisch lag ein dicker Packen von Unterlagen zu einer Reihe von Bauleitplänen: ein Zeichen, dass Hirschaid mächtig für neuen Wohnraum kämpft. Zumindest kommt die Marktgemeinde gerne den vielen kreativen Ideen von Bauträgern und Investoren nach, der so lautstark propagierten Innen- und Nachverdichtung Tür und Tor zu öffnen. Da sollen dann schon mal in locker bebaute alte Siedlungsgebiete urplötzlich Zehn-Familien-Häuser geklotzt werden.
Erst einmal hat der Marktgemeinderat weitere Bebauungsplan-Verfahren in Gang gebracht. Fachbehörden, Bürger und besonders die Anlieger bekommen Gelegenheit, ihre Vorbehalte geltend zu machen.
Fast sinnbildlich "durchgekaut" ist der Bebauungsplan "Hohe Beete III", der die Verwirklichung eines Projekts für alters- und behindertengerechte Wohnungen in der Nachbarschaft zur Realschule vorsieht. Nach abschließender Beratung legt Hirschaid den Bebauungsplan sowie den Antrag auf entsprechende Änderung des Flächennutzungsplanes den Genehmigungsbehörden vor. Die künftige, von der Realschulstraße abzweigende Erschließungsstraße soll den Namen "An der Breite" erhalten.
Der Vorschlag von Gerd Porzky - "Hohenbette" - fand keine Mehrheit. Das Ingenieurbüro Sauer und Harrer hat für das Baugebiet Hohe Beete III die Frage der Oberflächenentwässerung untersucht. Ergebnis: Da schon in zwei Meter Tiefe eine Sandschicht ansteht, kann das Niederschlagswasser problemlos der Versickerung zugeführt werden. Das gilt auch für die Straßenentwässerung. Das Ingenieurbüro wird dazu nun einen Plan erarbeiten, der dem Landratsamt zur Prüfung vorgelegt wird.
Als Satzung verabschiedet wurde der Bebauungsplan Gewerbegebiet Nord (Handwerkerhof).


Ambitioniertes Vorhaben

Neue Pläne werden für den Flurteil Breitwiesen geschmiedet, wo zwischen Sigismundstraße bis über die Frankenstraße hinaus drei Wohnkomplexe errichtet werden sollen, ein in vielerlei Hinsicht ambitioniertes Vorhaben. Die Öffentlichkeitsbeteiligung läuft demnächst an. Näheres finden die Hirschaider in ihrem Amtsblatt. Gleiches gilt für eine weitere Bebauung im Bereich der Gärtnerei Kraus und für ein Projekt auf dem ehemaligen Combes-Gelände in Sassanfahrt, wo ebenfalls Mehrfamilienhäuser entstehen sollen.
Einen neuen Bebauungsplan mit integriertem Grünordnungsplan gab der Gemeinderat für das Areal der seit 1. September geschlossenen Tankstelle an der Bamberger Straße in Auftrag. Gleichzeitig wurde eine Veränderungssperre erlassen, um auf diesem exponierten Gelände Fehlentwicklungen zu vermeiden. "Wir sollten uns da nicht übervorteilen lassen", begründete Bürgermeister Klaus Homann (CSU) das Einschreiten der Marktgemeinde.
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