Hirschaid
Marktgemeinderat

Hirschaid investiert - trotz angespannter Finanzlage

Die Beratung eines Haushaltsplanes mit einem Volumen von 39,4 Millionen Euro ist durchaus wichtig und interessant, nur unterhaltsam ist sie in der Regel nicht. So wundert es kaum, dass bei der Verabsc...
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Die Beratung eines Haushaltsplanes mit einem Volumen von 39,4 Millionen Euro ist durchaus wichtig und interessant, nur unterhaltsam ist sie in der Regel nicht. So wundert es kaum, dass bei der Verabschiedung des Budgets durch den Marktgemeinderat die Zuhörerstühle extrem frei blieben. Die Finanzlage Hirschaids ist angespannt. Trotzdem wird in diesem Jahr viel investiert, ohne dass neue Schulden gemacht oder die Grund- und Gewerbesteuerhebesätze erhöht werden müssten.

Nur Josef Haas von der SPD mäkelte: einerseits am Desinteresse der Hirschaider an dieser zentralen Frage der Kommunalpolitik, andererseits am Fehlen einer Komponente für den Sozialen Wohnungsbau. Bürgermeister Klaus Homann (CSU) verwies auf die nächste Sitzung des Bauausschusses, in der über neue Wohnbauprojekte gesprochen werden soll. Kurt Barthelmes von der WG Regnitzau erinnerte Haas daran, dass er vor ein paar Jahren dagegen gestimmt habe, als es darum gegangen sei, günstigeres Bauen zu ermöglichen.

CSU-Fraktionssprecher Heinrich Dorn zog in Zweifel, ob die Gemeinde all die geplanten und finanzierten Projekte so schnell auf die Reihe bekommt.

Im Verwaltungshaushalt ergibt sich nach den Erhebungen des Kämmerers ein Überschuss von 4,8 Millionen Euro, mit dessen Hilfe der um 23 Prozent auf 9,5 Millionen Euro steigende Vermögenshaushalt finanziert werden kann.

"Auf hohem Niveau" bleiben laut Kämmerer Kropfelder die Kosten für den Verwaltungs- und Betriebsaufwand (8,86 Millionen Euro) sowie die Personalkosten mit 6,16 Millionen Euro. Allein für die Kindertagesstätten gibt die Marktgemeinde 5,3 Millionen aus, vom Staat erhält sie dafür 2,45 Millionen Euro Betriebskostenzuschüsse. Die Einkommensteuerbeteiligung (8,25 Mio.), die Gewerbesteuer (4,5 Mio.), die Grundsteuern (1,44 Mio.) und die Schlüsselzuweisungen des Staates (2,76 Mio.) sind die wichtigsten Einnahmequellen. Auf der Ausgabenseite fällt die Kreisumlage der größten Kommune im Landkreis Bamberg ins Auge: 4,95 Millionen Euro.

Im Vermögenshaushalt sind neben dem erwähnten Überschuss noch je zwei Millionen Euro aus dem Verkauf von Grundstücken sowie Herstellungsbeiträge berücksichtigt. Vom Staat erhält die Marktgemeinde 671 500 Euro an diversen Zuschüssen.

Schuldenstand verringert

2019 wird kräftig in die Infrastruktur investiert: 2,1 Millionen Euro für Straßenbau und Platzgestaltung, 2,1 Millionen für die Abwasserreinigung, 1,1 Millionen für die Wasserversorgung. In die Ausstattung der Feuerwehren fließen heuer 185 000 Euro, für die Schulen stehen 115 000 Euro bereit, 210 000 Euro werden zur Friedhofssanierung benötigt. Knapp 900 000 Euro stehen für den Grunderwerb zur Verfügung. Zur Schuldentilgung sind 869 000 Euro eingeplant. Damit verringert sich der Schuldenstand der Marktgemeinde in diesem Jahr auf 5,245 Millionen Euro. Die Prokopfverschuldung, 416,28 Euro, liegt klar unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden. 2020 steht allerdings eine erhebliche Neuverschuldung an, ließ Kropfelder anklingen, damit Pflichtaufgaben erfüllt und die beträchtlichen staatlichen Förderprogramme genutzt werden können.

Ein knappes Jahr vor der nächsten Kommunalwahl verabschiedete der Marktgemeinderat den Haushaltsplan bei einer Gegenstimme. Lob von allen Seiten erntete der Kämmerer für seine umsichtige Finanzplanung.

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