Hirschaid

Hirschaid droht Verkehrsinfarkt

Ab 20. August bis Oktober 2019 müssen sich Autofahrer am Hirschaider Ortseingang Maximilianstraße auf starke Behinderungen einstellen. Bambergs meistbefahrene Kreisstraße wird für drei Millionen Euro erneuert.
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Ein Nadelöhr für den Verkehr ist der Kreisverkehr am Hirschaider Ortseingang: 40 000 Fahrzeuge rollen hier jeden Tag vorbei. Eine enorme Zahl. Nun soll der Kreisel erneuert werden - zusammen mit der Kreisstraße BA 27 (Maximilianstraße) zwischen dem Markt und Seigendorf. Eine Mammutaufgabe für die Planer im Landratsamt.  Foto: Sebastian Schanz
Ein Nadelöhr für den Verkehr ist der Kreisverkehr am Hirschaider Ortseingang: 40 000 Fahrzeuge rollen hier jeden Tag vorbei. Eine enorme Zahl. Nun soll der Kreisel erneuert werden - zusammen mit der Kreisstraße BA 27 (Maximilianstraße) zwischen dem Markt und Seigendorf. Eine Mammutaufgabe für die Planer im Landratsamt. Foto: Sebastian Schanz
Sebastian Schanz

Die Planer sprechen von einem Mammutprojekt. Keine Kreisstraße im gesamten Landkreis wird derart stark frequentiert: 15 000 Verkehrsteilnehmer fahren täglich auf dem Teilstück zwischen Autobahnabfahrt und Hirschaider Eingangskreisel. Jene BA 27 zwischen Markt und Seigendorf, die beiden Autobahnzufahrten, die Brücke über die A 73 und der große Kreisel werden nun für rund drei Millionen Euro saniert.
"Auf die Bevölkerung werden Belastungen zukommen", sagte Landrat Johann Kalb (CSU) bei einer Ortsbesichtigung des Bauausschusses des Kreistages. Er bat gleichzeitig um Verständnis: Die in den 1980er-Jahren gebaute Straße sei dem heutigen immensen Verkehr nicht mehr gewachsen und soll dementsprechend ertüchtigt und modern erweitert werden.
Für die Verkehrsteilnehmer bedeutet das unvermeidlich Behinderungen. "Eine Vollsperrung wäre auf dieser stark befahrenen Straße nicht machbar", erklärte Michael Dotterweich, Fachbereichsleiter für Tiefbau am Landratsamt. "Erreichbar bleiben wird Hirschaid immer, aber es gibt verschiedene Umleitungen." Zeitweise wird auch nachts gearbeitet, um schneller voranzukommen.


Zeitplan genau getaktet

Start und Abschluss der Arbeiten haben es besonders in sich. Bereits am 20. August - am Tag nach dem nächsten verkaufsoffenen Sonntag in Hirschaid - wird die Brücke über die Autobahn bis Mitte Oktober von der Autobahndirektion Bayreuth gesperrt und komplett erneuert. Bis zum verkaufsoffenen Sonntag am 22. Oktober soll die Strecke wieder frei sein. Aber nur kurz. Denn gleich danach rücken dann die Arbeiter im Auftrag der Kreisverwaltung an. Das wird halbseitige Sperrungen und Umleitungen zur Folge haben. Am Ende der Arbeiten geht es an das Nadelöhr des Verkehrs: den Kreisverkehr. Der verteilt laut Dotterweich jeden Tag rund 40 000 Verkehrsteilnehmer in die vier Himmelsrichtungen. Die Nord-Süd-Verbindung ist außerdem als Umleitungsstrecke für die Autobahn vorgesehen - diese Achse kann also nicht gesperrt werden. Sie wird auch während den Bauarbeiten mit Einschränkungen befahrbar sein. Die Fahrt in den Markt und hinaus wird zeitweise über andere Straßen geleitet.


Einbußen für Unternehmer

"Wir müssen die Verkehrsführung hinkriegen. Das wird eine Riesenaufgabe", sagte Bürgermeister Klaus Homann (CSU). Vor allem für Unternehmen wie das Möbelhaus XXXLutz Neubert seien die Einbußen durch den eingeschränkten Kundenverkehr eine Belastung. Und im Berufsverkehr werde es sicher zu Stauungen kommen. "Aber es hilft nichts. Es muss gemacht werden", meinte der Bürgermeister.
"Man muss bei diesem enormen Verkehr auf der Kreisstraße die Frage stellen, warum sie keine Staatsstraße ist", sagte Landrat Kalb. "Darauf müssen wir hinwirken, dass sie aufgestuft wird." ICE-Streckenausbau, Erneuerung der Kanalbrücke: Rund um Hirschaid stehen weitere große Baustellen an. Die Kreisverwaltung will deshalb ihr Projekt vorher abschließen.
"In dieser Größenordnung ist ein solcher Ausbau auch für mich neu", räumte Dotterweich bei der Rundfahrt des Bauausschusses ein. Immerhin geht es bei der Investition nicht nur darum, die Deckschicht zu erweitern, sondern auch um die Erneuerung zweier Anschlussstellen, eine Brückensanierung und den Kreisel.
Dessen Fahrbahn soll sowohl nach innen als auch nach außen wachsen und damit leistungsfähiger werden. Allein die Verkehrsumleitung kostet 125 000 Euro, 1,7 Millionen werden für den Straßenbau fällig. Und dann wäre da auch noch das Wasserrecht: Neben der BA 27 muss das Tiefbauamt Schutzgebiete beachten, was die Arbeiten erschwert und noch teurer macht.
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