Bad Kissingen
Medizin

Hilfen bei chronischem Schmerz

"Wir haben etwas gegen Schmerzen", lautete der Titel einer Info-Veranstaltung in der Luitpoldklinik Heiligenfeld. In seinem Vortrag klärte Dr. Martin Gessler (Leite der stationären multimodalen Schmer...
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"Wir haben etwas gegen Schmerzen", lautete der Titel einer Info-Veranstaltung in der Luitpoldklinik Heiligenfeld. In seinem Vortrag klärte Dr. Martin Gessler (Leite

der stationären multimodalen Schmerztherapie an der Luitpoldklinik Heiligenfeld) auf, wie chronischer Schmerz entsteht und wie er therapiert werden kann. Einem Großteil der etwa 60 interessierten Besucher war nach eigener Aussage nicht bekannt, dass es spezielle Schmerzspezialisten gibt. Schnell wurde der Ruf nach einer ambulanten Schmerztherapie laut. Ohne große bürokratische Mühlen in Bewegung zu setzen, entschieden sich kurz darauf Dr. Gessler und die Geschäftsführung der Heiligenfeld GmbH dafür, dass der Schmerzpionier ab November eine Schmerzsprechstunde für Selbstzahler und Privatversicherte in der Klinik anbieten wird.

Außerdem wird Martin Gessler künftig zu öffentlichen Vorträgen einladen, in denen er über unterschiedliche Aspekte rund um das Thema chronischer Schmerz referieren wird. Die Vorträge werden einmal in Quartal stattfinden und rechtzeitig bekanntgegeben.

Zum Ende seines Vortrags nahm der Schmerzspezialist die Besucher in eine Art kurzer Phantasiereise mit. Doch plötzlich kündigte er an, dass er einzelne Teilnehmer in ihrer Phantasiereise abrupt unterbrechen werde. Durch diese Maßnahme demonstrierte er, was eine plötzliche Stresssituation bewirken kann und welche Rolle die Kraft der Gedanken dabei spielt. Die Gedanken sind laut Dr. Gessler ganz wesentlich für das individuelle Schmerzempfinden. Die Anwesenden waren begeistert und schilderten im Anschluss an den Vortrag ihren persönlichen Leidensweg, der oftmals einer Odyssee gleicht.

Dr. Gessler leitet die im April 2018 ins Leben gerufene Abteilung für stationäre multimodale

Schmerztherapie für Patienten mit chronischen Schmerzen. Was hinter dem Wort "multimodal" steht, beschrieb Gessler folgendermaßen: "Multimodal bedeutet, dass im Gegensatz zu einer einzigen Methode gleichzeitig mehrere Methoden von mehreren Fachspezialisten aus verschiedenen

Fachgebieten angeboten werden". Das heißt, es arbeiten mehrere Spezialisten gemeinsam für das Wohl eines Patienten. Es gelte diesem komplexen Geschehen, das nicht nur einfach eine Verletzung sei, sondern ein psychosomatisches Gebilde aufgebaut hat, gerecht zu werden. Rückenschmerzen seien eine der wichtigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit in Deutschland. Beinahe jeder dritte Erwachsene habe laut dem Statistik-Internetportal statista.com öfter oder ständig Rückenbeschwerden.

Doch wann können diese als chronische Rückenschmerzen bezeichnet werden? "Chronisch sind die Schmerzen, wenn sie nach der Behandlung und dem Abklingen einer möglichen Ursache wie ein Unfall oder eine Fehlbelastung, aber auch ohne erkennbare äußere Ursachen, über drei Monate und länger bestehen und so ihre ursprüngliche Schutz- und Warnfunktion verloren haben", sagte Gessler. red

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