Bamberg

Hilfe bei der Berufswahl

Das Erzbistum wirbt offensiv für kirchliche und soziale Berufe. Am Freitag sind Jugendliche, Ältere und Quereinsteiger zu einem Infonachmittag im Bistumshaus St. Otto eingeladen.
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Jacqueline Stößel mit einem Interessierten am Stand der Diözesanstelle Berufe der Kirche. Foto: Marion Krüger-Hundrup
Jacqueline Stößel mit einem Interessierten am Stand der Diözesanstelle Berufe der Kirche. Foto: Marion Krüger-Hundrup

Marion Krüger-Hundrup Beim Stichwort "kirchlicher Beruf" denken viele nur an Priester. Dabei ist das Spektrum der möglichen Berufe wesentlich breiter. Und zwar "für Leute, die einen Beruf mit Sinn suchen", sagt Jacqueline Stößel gegenüber unserer Zeitung. Die 42-jährige Gemeindereferentin - verheiratet, Mutter von zwei Kindern - ist selbst ein lebendes Beispiel dafür, dass Frau und Mann in der Kirche einen erfüllenden Arbeitsplatz finden können. Stößel arbeitet in der Diözesanstelle Berufe der Kirche, ist Projektleiterin Personalgewinnung und verantwortet die Besucherpastoral im Dom.

"Kirche kann auch Karriere", lächelt sie, räumt aber sogleich ein, dass für einen Aufstieg in gewisse Leitungspositionen die Weihe erforderlich ist. Eine Erzbischöfin oder Domkapitularin wird es also ohne umwälzendes Erdbeben in der katholischen Kirche nicht geben.

Dafür stehen andere Bereiche offen, über die die Diözesanstelle Berufe der Kirche an einem Infonachmittag berichten möchte. Am Freitag, 31. Januar, stehen von 15 bis 17.30 Uhr im Bistumshaus St. Otto, Heinrichsdamm 32, 25 hochkarätige Referenten bereit, die über Berufe mit Hochschulabschluss und Ausbildungsberufe informieren. Jacqueline Stößel zählt auf: "Gemeinde- oder Pastoralreferent, Priester oder Diakon, Pflegefachkraft, Erzieher und Kinderpfleger, Religionslehrer, Sozial-Pädagoge, Kauffrau/-mann für Büromanagement - alles Berufe mit besten Aussichten." Schließlich sei die Kirche einer der größten Arbeitgeber in der Region.

Die Infobörse richtet sich an alle Schulabgänger, Menschen mittleren Alters, Quereinsteiger. Zwingend katholisch müsse man nicht sein, so Stößel. Nur für die pastoralen Berufe sei diese Konfession eine Voraussetzung. Und niemand, der sich erst einmal unverbindlich an diesem Freitag informieren möchte, "muss Angst haben, gleich ins Priesterseminar gesteckt zu werden". Gleichwohl kämen zu diesen schon traditionellen Infonachmittagen immer wieder junge Männer, die Interesse am Priesterberuf zeigen. Sie können sich mit Regens Ewald Sauer austauschen.

Erstmals werden auch die Freiwilligendienste FSJ und BFD sowie Weltwärts vorgestellt. Junge Menschen, die ein Jahr lang in verschiedenen sozialen Projekten mitwirken wollen, ist dieser Infonachmittag also eine gute Gelegenheit zur Orientierung.

Wie hilfreich in der eigenen Lebensgestaltung so ein Einsatz sein kann, machen Stefan (20), Patricia (19), Laura (23), Sina (21) und Anna (18) deutlich. Sie waren im Weltfreiwilligendienst "weltwärts", in welches das Jugendamt der Erzdiözese Bamberg entsendet. Möglich wird dies auch durch die Finanzierung über ein Förderprogramm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Wichtige Erfahrungen

Stefan, Patricia, Laura und Sina haben jeweils ein Jahr in Tansania, Uganda, im Senegal und in Peru verbracht. In einem Heim für Straßenkinder oder in einer Krankenstation für Schwangere gearbeitet, im Kindergarten kleine Buben und Mädchen gefördert oder in einem Seniorenheim alten Menschen Zuwendung geschenkt. "Man braucht wenig, um glücklich zu sein", bringt Patricia ihre Erfahrungen auf den Punkt. "Achtung, Toleranz, Wertschätzung einer anderen Kultur" hat Laura mit nach Hause gebracht.

Anna hört aufmerksam zu: Ihr steht der Auslandseinsatz erst noch bevor: "Ich kann als Deutsche von einer anderen Lebensweise nur lernen", ist sie sich sicher.

In der Infobörse am Freitag können sich Interessierte über noch offene Einsatzstellen in Bolivien, Tansania und Uganda schlau machen und sich bis zum 10. Februar bewerben (Auskunft auch unter der Rufnummer 0951/868840). Jacqueline Stößel weist darauf hin, dass der Infonachmittag "keine Messe ist, wo jeder kommen und gehen kann, wie er will". Sie bittet um Pünktlichkeit und um Anmeldung bis Mittwoch, 29. Januar, in der Diözesanstelle Berufe der Kirche, Telefon: 0951/5022231, E-Mail: berufe-der-kirche@erzbistum-bamberg.de.

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