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Eltmann

Hier ist Genauigkeit gefragt

Eltmanner Realschüler erproben wirtschaftliche Fähigkeiten am Verkauf von gravierten Brotdosen.
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Philipp Muth bei der Arbeit an der Lasermaschine mit Simon Schlee und Wirtschaftspaten Adrian Dümpert von der Firma Ceratonia (von rechts). Fotos: Günther Geiling
Philipp Muth bei der Arbeit an der Lasermaschine mit Simon Schlee und Wirtschaftspaten Adrian Dümpert von der Firma Ceratonia (von rechts). Fotos: Günther Geiling
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Eine gute und vor allen Dingen passende Geschäftsidee ist ebenso wie in der Wirtschaft auch für den Erfolg einer Schülerfirma die wichtigste Grundvoraussetzung. Und auch eine Schülerfirma sollte innerhalb eines Schuljahres eine gute Bilanz vorweisen. Bei der Hauptversammlung konnte die Vorstandsvorsitzende der Schülerfirma "D!Box", Melina Hüpschle, ihren Aktionären, Eltern und Gästen denn auch prima Ergebnisse zu Finanzen, Produktion und Marketing mitteilen.

Die Neuntklässler setzten damit eine Tradition an der Wallburg-Realschule fort, denn dort wagen sich Jahr für Jahr Schülerfirmen in die Welt der Wirtschaft vor. Sie erwachsen seit 1994 aus dem Programm "Junior" vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Seit dem Schuljahr 2017/18 ist Eltmann deswegen "Junior-Premium-Schule". Die Jugendlichen sollen Wirtschaft hautnah erleben und sie werden auf das Arbeitsleben vorbereitet.

"Als Vorstandsvorsitzende habe ich persönlich vor der Schülerfirma noch keine Erfahrungen gesammelt. Doch diese Aufgabe erfülle ich mit viel Spaß, Ehrgeiz und mit dem Ziel, dieses Projekt sehr gut abzuschließen", meinte Melina Hüpschle selbstbewusst. Aber davor stand erst einmal eine kreative Gründungsidee.

Der Produktionsleiter Simon Schlee gab Einblick in die Findungsphase. Die Neuntklässler ließen sich von der Fridays-for-future-Bewegung leiten und davon, dass Eltmann seit diesem Schuljahr Umweltschule ist. "Das Thema Umweltschutz ist derzeit in aller Munde, wir wollten am Puls der Zeit mitwirken und uns an diesem Thema beteiligen. Über den Vortrag ,Besser leben ohne Plastik‘ sind wir dann auf die Idee gekommen, hochwertige Edelstahl-Brotboxen zu verkaufen."

Nachdem klar wurde, dass die Jugendlichen diese Boxen nicht per Hand gravieren können, suchten sie einen Ausweg und fanden ihn in der Eltmanner Firma "Ceratonia". Schließlich hat auch Familie Dümpert eine Verbindung zur Realschule. "Ceratonia" ist Lieferant und Dienstleister für qualitätsgesicherte Diamant- und CBN-Schneidstoffe und beliefert unter anderem Kunden in Japan, USA, Europa und schwerpunktmäßig natürlich in Deutschland. Wirtschaftspate Adrian Dümpert steht seitdem mit Rat und Tat zur Seite. Lehrer fahren nun donnerstags zwei bis drei Schüler in die Produktionsstätte in Ebelsbach, damit diese dort die Boxen mit Hilfe von Lasern beschriften. Die Dosen werden dabei in zwei Größen und fünf wählbaren Designs gefertigt. Pro Nachmittag werden zwischen 20 bis 30 Dosen fertig. Insgesamt haben die Jugendlichen schon 230 Brotzeitboxen veredelt.

Im Hintergrund war aber auch die Marketingabteilung mit Leiterin Emily Stretz tätig, um ein Logo zu entwerfen sowie Flyer und Banner für die Werbung in Druck zu geben. "Ebenso haben wir eine Instagramseite erstellt und haben dort Bilder der gravierten Brotdosen hochgeladen." Verkaufsstellen habe man dann beim Interkulturellen Kunsthandwerkermarkt in Bamberg und bei der Wallburg-Weihnacht aufgebaut, natürlich auch in den Pausen in der Schule. Zum Weihnachtsgeschäft habe man, berichtete Simon Schlee, Sonderschichten einlegen müssen. Präsent sein will die Schülerfirma jeweils mit einem Verkaufsstand noch beim "Sander Korb- und Weinmarkt", bei "Schöner Leben" in Unterschleichach, der Stettfelder Pflanzenbörse und beim Künstlermarkt in Westheim.

Die Leiterin der Finanzabteilung Marie Adam stellte heraus, dass eine gute Buchführung die Grundlage eines erfolgreichen Unternehmens sei und auch bei der Schülerfirma jeder finanzieller Geschäftsfall dokumentiert werde. Einkauf von Waren, Einnahme von Märkten sowie Lohnzahlungen seien die Grundlage für die Berechnung von Steuern und Sozialabgaben. Zum Start wurden 82 Aktien zu je zehn Euro verkauft und an Einnahmen 2435 Euro erzielt. Als Wirtschaftspate stellte sich hier Jens Witthüser von der gleichnamigen Eltmanner Steuerkanzlei zur Verfügung.

Unter den Kunden waren auch Firmen wie "Conflex" aus Bamberg, "Reha Aktiv" und die Firma Jäger, die, wie es hieß, bis zu 20 Dosen mit Gravuren bestellten. Emily Stretz drückte die Hoffnung der Schüler aus, dass sie weiter Auftragsarbeiten für Firmen und Unternehmen akquirieren können und bis zum Schuljahresende noch einmal 300 Dosen verkaufen.

Verwaltungschef Maxi Boczar gab vor der Versammlung zu, dass Organisationstalent, Zuverlässigkeit und Ordentlichkeit gefragt seien. "Je mehr Ordnung bei uns in der Firma herrscht, desto geringer ist die Chance, dass etwas schief läuft. Wir freuen uns, dass wir diese Qualifikationen hier in der Schülerfirma erlernen dürfen, und sind sicher, dass uns dies später im Berufsleben weiterhilft und wir damit auch bereits bei Bewerbungsgesprächen punkten können."

Pressesprecherin Mona Rüttinger dankte den Lehrkräften Susanne Müller und Marion Dirscherl, die für die Schülerfirma freie Tage und Wochenenden geopfert hatten. Die Eltmanner wollen sich nämlich nach Möglichkeit beim "Junior-Landeswettbewerb Bayern" am 29. April in München beteiligen. Dort dürften sich die zehn besten "Junior-Unternehmen" Bayerns präsentieren und könnten sich bei Erfolg für den nächsten Wettbewerb qualifizieren. Bayern schickt zwei Teams ins Rennen um den begehrten Titel "Bestes Junior-Unternehmen Deutschlands".

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