Burgkunstadt

Hier geht der Punk ab

Die Band "The Black Tape" stellt im Burgkunstadter "Rösla" ihr aktuelles Album vor.
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Auf der Bühne, wie hier im Lichtenfelser Jugendzentrum, explodieren (von links) Benny, Paul, Chris und Duff regelrecht. Am 13. April stellen die Musiker der Band "The Black Tape" im Burgkunstadter "Rösla" ihr aktuelles Album "Where The Action is ..." vor.  Foto: Stephan Stöckel
Auf der Bühne, wie hier im Lichtenfelser Jugendzentrum, explodieren (von links) Benny, Paul, Chris und Duff regelrecht. Am 13. April stellen die Musiker der Band "The Black Tape" im Burgkunstadter "Rösla" ihr aktuelles Album "Where The Action is ..." vor. Foto: Stephan Stöckel

Die Jungs von der Band "Green Day" hatten für George W. Bush nur ein verächtliches "American Idiot" übrig, die Gruppe "Ton Steine Scherben" lieferte den Soundtrack für die Hausbesetzerszene und Bob Dylan sang einst vor dem Capitol, als 200 000 Afroamerikaner für ihre Bürgerrechte demonstrierten, "When The Ship Comes In".

Rockmusiker waren schon immer rebellisch, sozialkritisch und unangepasst. Auch wenn man heutzutage Bands und Musiker diesen Schlags wie die berühmte Nadel im Heuhaufen suchen muss - es gibt sie noch, die Künstler, die sich Haltung und soziales Rückgrat bewahrt haben. Zu ihnen zählt die oberfränkische Punkkapelle "The Black Tape", die am heutigen Samstag, 13. April, ab 20 Uhr in der Burgkunstadter Kleinkunstkneipe "Rösla" die Stücke ihres aktuellen Albums "Where The Action is..." spielt.

Auftritte im Lichtenfelser Jugendzentrum und im Altenkunstadter "Nepomuk" machten die Gruppe auch im Landkreis Lichtenfels bekannt. "Es war uns schon immer ein Anliegen, dass was uns auf den Nägeln brennt, in Songs zu verarbeiten", spricht Bassist Duff seinen Bandkollegen aus der Seele. Stoff dazu gebe es derzeit reichlich, wie zum Beispiel die Gier des Kapitalmarktes, sinnlose Kriege oder die Sorglosigkeit, mit der die Menschheit mit der Welt umgehe.

Musik das passende Ventil

Gitarrist Benny, Bassist Duff, Schlagzeuger Christoph und Sänger Paul gehören zu jener Kategorie von Menschen, die ihre Augen vor den Problemen in der Welt nicht verschließen. "Die Musik ist für uns das passende Ventil, den Ärger und die Frust über all die Dinge, die uns die Halsschlagader anschwellen lässt, rauszulassen", sagt Duff. Der Musiker ist der Überzeugung, dass es sich lohne, auf Missstände hinzuweisen und Menschen für gewisse Zusammenhänge zu sensibilisieren. "Wir verarbeiten aber auch persönliche Erlebnisse und die Liebe zur Musik in unseren Songs", wendet sich der Musiker der lyrisch anderen Seite von "The Black Tape" zu.

Neuerdings zieht das Quartett musikalisch auch andere Saiten auf. Im Video zum Song "Rock 'n' Roll Kids" geht es zu wie bei einer Tanzparty in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts: Die Pettycoats wirbeln umher und die Frisuren sitzen bombenfest - der Pomade sei Dank! "Das ist tatsächlich ein für unsere Verhältnisse tanzbarer Song mit viel Rhythmus und einer tollen Melodie", kommentiert Duff das Lied. Punk könne eben sehr vielschichtig sein, so der Musiker. Das beweist das Quartett mit diesem famosen Stück eindrucksvoll. Aber auch wer es klassisch mag, kommt bei der Truppe voll auf seine Kosten. "Distracted" beispielsweise ist ein kräftiger Adrenalinschub, wie gemacht für eine rauschende Pogo-Party oder das Abreagieren vor der heimischen Stereoanlage.

Seit Ende der 90er Jahre musizieren die vier in diversen Bands. "Nach 20 Jahren ist man nicht mehr so taufrisch", gibt Sänger Paul zu. Für ihn ist der Punk-Rock aber auch ein Jungbrunnen. Vor allem was die Einstellung zu bestimmten Themen anbetrifft. "Da sind wir vielleicht sogar noch aktiver als in jungen Jahren", betont der Frontmann.

Schweißtreibender Abend

Beim Konzert im "Rösla" wollen sie dem Titel ihres Album, das vollgepackt ist mit 19 Songs, Ehre machen. "Das enge ‚Rösla‘ ist die ideale Kneipe für einen schweißtreibenden Abend, an dem der Punk abgeht und die Stimmung überschäumt", verspricht Paul. Für Action wird aber auch die altgediente oberfränkische Punk 'n' Roll-Legende "The Poachers" sorgen, die von der Gruppe "The Black Tape" stilsicher als Vorband ausgewählt wurde.

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