Lichtenfels

"Hier fährt ein Mensch"

Am Sonntag ging es sehr viel um die Würde und die Wertschätzung von Fernfahrern in der Gesellschaft.
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Während der Andacht wurden auch zwei neue Trucks und deren Fahrer gesegnet. Markus Nützel aus Hirschaid und Tobias Schmitt aus Scheinfeld war der Segen für ihr Fahren und Tun wichtig. Fotos: Rainer Glissnik
Während der Andacht wurden auch zwei neue Trucks und deren Fahrer gesegnet. Markus Nützel aus Hirschaid und Tobias Schmitt aus Scheinfeld war der Segen für ihr Fahren und Tun wichtig. Fotos: Rainer Glissnik
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Lichtenfels — "Jeder von uns muss auch Verantwortung für andere übernehmen. Wer sich auf den Weg macht, kommt mit Menschen zusammen", erklärte Pastoralreferent und Fernfahrerseelsorger Norbert Jungkunz. Mit einer Andacht startete der letzte Tag des 10. Trucker- und Country-Festivals in Lichtenfels, dessen Gastgeber die "Frankenstrolche" mit ihrem Vorsitzenden Tom Limmer waren.

Tag des Nachdenkens

Der Sonntag sei in christlichen Ländern ein besonderer Tag. Ein Tag der Ruhe, der Freiheit, des Glücks und des Miteinanders. Der Sonntag sei den Christen auch als Tag des Nachdenkens und des Dankens geschenkt. Gott führe Menschen zusammen, damit sie Freude finden, ein gutes Leben führen, aber auch damit sie Not sehen, einander aufrichten und stärken. "Jeder kann Zeichen der Hoffnung setzen", erklärte Pastoralreferent Hans Gilg (Bistum Augsburg). Allein schon wenn alle eine Rettungsgasse bildeten, damit Hilfe kommen kann, oder wenn jemand selbst Hilfe leistet. "Es kommt auf jeden von uns an", meinte Diakon Georg Steinmetz (Augsburg/Lauingen), wenn jeder an seinem Ort das Richtige tut.

Die Betriebsseelsorge sei eng bei den Gewerkschaften, wenn es darum geht, gute Wege zu bahnen, damit gute Arbeitsbedingungen herrschten und es gute Löhne gibt. Es gebe auch Unternehmen, wo die Beschäftigten wochen- und monatelang in ihren Fahrzeugen leben müssten, keinen Kontakt nach Hause haben und weil sie so schlecht bezahlt werden, anderen die Aufträge wegnehmen. Es wäre besser, wenn in Deutschland dafür gesorgt würde, dass alle - auch die Menschen aus anderen Ländern - gute Löhne bekommen.

Zwei neue Trucks gesegnet

Während der Andacht wurden auch zwei neue Trucks und deren Fahrer gesegnet. Markus Nützel aus Hirschaid (Firma Dormann, Neuses an der Regnitz) und Tobias Schmitt aus Scheinfeld (Holztransporte Schmitt und Söhne) war der Segen für ihr Fahren und Tun wichtig. Der Inhaber der Staffelsteiner Firma CS-Trans, Christian Schad (Grundfeld), ermöglicht der Fernfahrerseelsorge mit einer von ihm gestifteten Plane auf einem seiner Auflieger, eine auch ihm sehr bedeutsame Botschaft auf die Straßen zu bringen, dabei auch Werbung zu machen für die Arbeit der Fernfahrerseelsorge und für die "Fahrerbibel on Tour".

"Hier fährt ein Mensch und seine Würde ist uns heilig" sei eine ganz wichtige Botschaft. "Wir wollen deutlich machen, dass die Wertschätzung gegenüber den Fernfahrern viel zu oft fehlt", betont Pastoralreferent und Fernfahrerseelsorger Norbert Jungkunz.

Leichtfertig verspielten allzu viele Menschen tagtäglich das Bewusstsein, dass unser Leben überhaupt nicht funktionieren würde, wenn die nicht täglich draußen unterwegs wären für uns. "Dabei sollte diese Wertschätzung in unserem gesamten Leben eine wichtige Rolle spielen gegenüber allen Menschen, die etwas für uns alle leisten. Auch gegenüber der Altenpflegerin oder Krankenschwester, ob es die Verkäuferin ist oder auch der Chef."

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