Meeder

"Heuer ist das Zahlenwerk richtig gut"

Wird die Brücke in Großwalbur ein Fass ohne Boden? Das will die Gemeinde Meeder nicht, denn sie investiert in Sicherheit und Lebensqualität - und das ohne Kreditaufnahme.
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Weniger Ausgaben und höhere Zuschüsse im Jahr 2018 machen es möglich: Die Kommune kann bis zum Jahr 2020 investieren, ohne neue Kredite aufzunehmen. Kämmerer Helmut Hofmann legte für das Jahr 2019 einen ausgeglichenen Haushalt vor. Das Gesamtvolumen beträgt rund 14 Millionen Euro.

Matthias Korn, Fraktionssprecher CSU/Landvolk, bezeichnete den Haushalt 2019 als ein Zahlenwerk, mit dem sich in vernünftigen Ansätzen kräftig in die Sicherheit und in die Lebensqualität investieren lasse. Es fließen demnach 150 000 Euro in ein "mittleres Löschfahrzeug" für den Gemeindeteil Großwalbur und 140 000 Euro in den Brandschutz an der Schule und an öffentlichen Gebäuden. Weiterhin wird in den Rückbau des Hauses der Bäuerin investiert; dadurch werden Parkplätze rund um das Rathaus geschaffen.

Skeptischer Blick in die Zukunft

Brückensanierungen, die Erschließung kleinerer Baugebiete, Straßen- und Spielplatzsanierungen und die Erweiterung des Sagenweges sind weiterhin im Haushalt vorgesehen. Alle Fraktionen stimmten dem Zahlenwerk zu, jedoch dachte der FW-Fraktionssprecher Ehrhardt Kräußlich einen Schritt weiter. "Heuer ist das Zahlenwerk richtig gut, aber in Zukunft wird es eine sehr spannende Finanzbewältigung", sagte er. Da die Gemeinde Bauplätze ausweise, so Kräußlich, müsse die Infrastruktur angepasst werden. "Wir werden Kindergartenplätze brauchen", nannte er ein Beispiel.

Blech oder Rahmen?

Eigentlich sollte nun der Startschuss zur Sanierung der Brücke in Großwalbur, die in der Pfarrgasse über den Krautbrünnleinsgraben führt, erfolgen. Aber der Punkt wurde auf Antrag des Zweiten Bürgermeisters Bernd Dreßel (Freie Wähler) vertagt. Jetzt soll vor der Ausschreibung noch eine weitere Variante, nämlich ein Wellblechdurchlass, untersucht werden. Zur Vorgeschichte: Die Brücken im Gemeindegebiet beschäftigen den Gemeinderat seit Jahren. Für die Brücke in Großwalbur wurden nun die Kosten für zwei Varianten - Verrohrung und Rahmendurchlass - untersucht. Nun sollte der Gemeinderat eigentlich der Ausschreibung der Rahmenbauweise zustimmen, da diese kostengünstiger als eine Verrohrung ist. Die Ausschreibung sollte in drei Losen, gemeinsam mit den anstehenden Straßensanierungen von Kleinwalbur nach Großwalbur, erfolgen. Bernd Dreßel befürchtete jedoch, dass die angepeilten Kosten von rund 150 000 Euro bei einer Rahmenbauweise nicht eingehalten werden können. "Das könnte ein Fass ohne Boden werden. Warum ist die Wellblechbauweise nicht untersucht worden, obwohl ich das gefordert habe?", fragte er nach. Sein Fraktionskollege Ehrhardt Kräußlich sah das ähnlich: "150 000 Euro sind eine Menge Geld für dieses Brückla." Bürgermeister Bernd Höfer (CSU/Landvolk) hielt dagegen, dass sich im Zuge der ausführlichen Diskussionen eine Wellblechvariante erübrigt habe. Harald Goch (CSU/Landvolk) zeigte sich irritiert von der erneuten Diskussion. "Der Wellblechdurchlass wurde deshalb nicht geprüft, weil er nicht realisierbar ist. Also, wo ist das Problem?", wunderte er sich. Christian Flohrschütz (CSU/Landvolk) sah das genauso, die Begutachtung sei bereits vor eineinhalb Jahren gelaufen. "Wir sollten jetzt einen Schritt vorwärts gehen", so Flohrschütz. Letztendlich wurde aber mit knapper Mehrheit Dreßels Antrag auf Vertagung und Prüfung einer Wellblechvariante angenommen. Somit wird die Brücke in Großwalbur erneut auf der Tagesordnung stehen.

Der Dauerbrenner "Ausbau der CO 17" geht weiter. Wie Bürgermeister Bernd Höfer informierte, ist der Landkreis weiter mit dem Thema beschäftigt. Wie berichtet, wehren sich Landwirte gegen den Ausbau der schadhaften und teilweise maroden Kreisstraße, die von Kleinwalbur nach Meeder führt - es handelt sich um einen Abschnitt von 1,5 Kilometern. Eine Pressemitteilung des Landratamtes werde in den kommenden Tagen kommen, so Höfer.

Der Breitbandausbau in der Gemeinde Meeder ist abgeschlossen, es könne nun überall mit mindestens 30 MBit gesurft werden, berichtete der Bürgermeister. Einige Provider müssen laut Höfer noch anziehen.

Der Zugangsweg zum Friedhof im Gemeindeteil Großwalbur ebenso wie die Aussegungshalle werden saniert. Für den Brunnen im Gemeindeteil Wiesenfeld bringt der Obst- und Gartenbauverein Vorschläge zur Gestaltung ein.

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