Heßdorf
Jubiläum

Heßdorfer Helfernetz springt seit zehn Jahren ein, wo Hilfe nötig ist

Heßdorf etwas menschlicher und lebenswerter zu gestalten, das war das erklärte Ziel der Initiatoren des Helfernetzes, das heuer sein zehnjähriges Bestehen feiert. Füreinander da sein. Wenn der Alltag ...
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Von links: Elke Deißenberger, Roland Sekatzek, Inge Peinkofer, Hagen Dietzel, Gitta Zuther und Anton Beck (Behindertenbeauftragter) sowie Klaus Opelt (nicht im Bild) bilden den Beirat. Foto: privat
Von links: Elke Deißenberger, Roland Sekatzek, Inge Peinkofer, Hagen Dietzel, Gitta Zuther und Anton Beck (Behindertenbeauftragter) sowie Klaus Opelt (nicht im Bild) bilden den Beirat. Foto: privat

Heßdorf etwas menschlicher und lebenswerter zu gestalten, das war das erklärte Ziel der Initiatoren des Helfernetzes, das heuer sein zehnjähriges Bestehen feiert. Füreinander da sein. Wenn der Alltag nicht oder nur schwer zu meistern ist, wenn Hilfe nötig ist, aber Familienmitglieder oder Nachbarn ausfallen, dann wollten die ehrenamtlichen Helfer einspringen und tun das heute noch.

Mitte 2009 beantragte Roland Sekatzek im Ausschuss für Jugend, Kultur, Senioren und Menschen mit Behinderung, nach dem Vorbild der Nachbargemeinde Großenseebach solch eine Hilfsgemeinschaft zu gründen. Nachdem der Gemeinderat diese Initiative unterstützte, erklärten sich am Anfang 20 Bürger zur Mitarbeit im Helfernetz bereit. Als Ansprechpartner hat sich ein fünfköpfiger Beirat etabliert, der die Anfragen koordiniert. Die einzelnen Angebote des Helfernetzes bestehen aus Familien- und Seniorenhilfe, also Einkäufe, Besuche und Zuwendung im Gespräch, Tierbetreuung sowie Fahrthilfe (Behörden-, Arzt- und Gottesdienstfahrten). Das Helfernetz ersetzt keine handwerklichen Dienstleistungen und vermittelt in sochen Fällen möglichst ortsansässige Firmen. Alle Angebote sind kostenlos mit Ausnahme der Fahrten, für die 30 Cent pro Kilometer berechnet werden. Die Mitarbeiter sind bei ihren Aktivitäten bei der Gemeinde versichert. Seit Gründung hat sich das Personal im Beirat und bei den Helfern kaum verändert. Eine Auffrischung täte gut, damit auch in den nächsten zehn Jahren das Helfernetz zur Lebensqualität in Heßdorf beitragen kann, heißt es in einem Pressebericht der Einrichtung.

Jährliche Infoveranstaltung

Neben der Einzelfallhilfe bietet die Gruppe seit 2010 jeweils im Herbst eine öffentliche Informationsveranstaltung für interessierte Bürger an. Themen waren bisher unter anderem "Sicherheit und Schutz im Alltag" oder "Vorsorgevollmacht und Betreuungen". Auch in diesem Herbst ist wieder eine Informationsveranstaltung geplant. Zusammen mit dem Bürgermeister Horst Rehder (BB) und dem Seniorenbeirat sollen die jüngsten Senioren-Umfrageergebnisse ausgewertet und mit den Bürgern diskutiert werden.

2010 hatte das Helfernetz die Idee, Freude an Literatur zu vermitteln und Kindern beim Lesen wohlwollend und hilfreich zur Seite zu stehen - die Lesepaten waren geboren. Gespräche mit der Schulleitung fanden schnell ein überaus positives Echo und so konnte bald ein erfolgreiches Konzept ausgearbeitet werden. Mittlerweile unterstützen zwischen sieben und neun Lesepaten pro Schuljahr die Kinder beim Erwerb und der Verbesserung der Lesekompetenz.

Die ehrenamtlichen Lesepaten verbringen wöchentlich eine Stunde mit den Kindern (Jungen und Mädchen in Zweiergruppen), lesen vor und lassen sich vorlesen. Dieses Angebot richtet sich nicht nur an Kinder mit Lesedefiziten, sondern auch an Kinder mit Leselust. Besonders wichtig ist laut Lesepaten dabei, den Kindern ohne Druck und Zwang zu begegnen, ein fröhliches, vertrauliches und respektvolles Miteinander zu pflegen. Lob - auch bei kleinen Fortschritten - sporne die Kinder immer wieder an und beschere allen Erfolgserlebnisse.

Nach dem alljährlichen guten Feedback von Schüler- und Lesepatenseite wie auch von den Eltern geben immer mehr Erziehungsberechtigte ihr Einverständnis, dass ihr Kind am Projekt "Lesepaten" teilnehmen darf. Daher gibt es mittlerweile mehr Interessenten, als Lesepaten zur Verfügung stehen. red

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