Herzogenaurach

Herzogenauracher Männerforum begibt sich auf die Spur der Goldschläger

Der letzte Ausflug des Sommerprogramms des Männerforums der evangelischen Kirche Herzogenaurach war ein Besuch im Stadtmuseum Schwabach, den alle 16 teilneh...
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Die Modelleisenbahnabteilung fand großen Anklang. Foto: privat
Die Modelleisenbahnabteilung fand großen Anklang. Foto: privat
Der letzte Ausflug des Sommerprogramms des Männerforums der evangelischen Kirche Herzogenaurach war ein Besuch im Stadtmuseum Schwabach, den alle 16 teilnehmenden Männer rundum gelungen fanden, wie es in einem Pressebericht heißt. Dass diesmal nur Männer dabei waren, lässt sich laut Bericht auf vielfältige Weise nachvollziehen.
Zum einen faszinieren Modelleisenbahnen wohl in der Regel mehr die Männer und sind für viele von ihnen eine Erinnerung an die Kindheit. Zum anderen erfuhren die Besucher, dass das Goldschlägerhandwerk ein Beruf ausschließlich für Männer war. Wer einen neun Kilogramm schweren Hammer in die Hand nimmt, kann das nachvollziehen. Frauen hätten wahrscheinlich am meisten Gefallen gefunden an der weltweit größten Ausstellung von bemalten Vogeleiern.
Zunächst tauchten die Besucher aus Herzogenaurach in die Welt der Modelleisenbahnen der Firma Fleischmann ein. Neben rund 2500 Exponaten springen sechs Modellanlagen ins Auge. In Kooperation mit der fränkischen Traditionsfirma wird dem Besucher eine Zeitreise geboten, beginnend mit der Firmengründung im Jahr 1887.


Aussterbendes Handwerk

Dann folgte die Begegnung mit dem Goldschläger, einem der letzten seiner Zunft, der noch von Hand feinstes Blattgold schlagen können. Seit 2002 ist das Handwerk kein Lehrberuf mehr. Heute verrichten Maschinen die körperlich schwere Arbeit. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in Schwabach noch in 130 Betrieben Gold von Hand geschlagen. Das Goldschlagen ist ein 5000 Jahre altes Handwerk, das von Indien über Ägypten zu den Griechen und Römern kam. Seit dem 16. Jahrhundert ist es in Schwabach ansässig. Dies und vieles mehr erfuhren die Gäste auf unterhaltsame Weise vom Goldschläger, während er die Phasen des Goldschlagens demonstrierte, bis Blattgold in der Dicke von einem Zehntausendstel Millimeter entsteht. Mit diesem Blattgold errang Schwabach Weltruf. Nicht nur der Engel auf der Berliner Siegessäule und das Gipfelkreuz auf der Zugspitze sind mit
Schwabacher Gold verziert, auch die Fackel auf der Freiheitsstatue vor New York und vieles andere mehr. Derzeit geht viel Blattgold nach Sankt Petersburg, wo das Zarenschloss Peterhof in neuem Glanz erstrahlt.
Nebenbei erfuhren die Herzogenauracher noch viel Wissenswertes über das Edelmetall. Sein Reinheitsgrad wird in Karat angegeben. Reines Gold hat 24 Karat. Bei den Legierungen wird Platin, Silber oder Kupfer beigemischt. Das hat dann auch Auswirkungen auf die Farbe des Goldes.
In Schwabach, das immer noch als Weltzentrum des Goldschlagens gilt, begegnet man im Stadtbild an vielen Orten dem Blattgold. Als die Ausflügler nach einer gemütlichen Einkehr im Gasthof "Goldener Stern" auf den Marktplatz traten, erkannten sie in der Dämmerung gut das vergoldete Dach an der Stadtkirche.
Gotthard Eichstädt
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