Bad Staffelstein

Herrliche Klangerlebnisse

Seit 30 Jahren werden Orgelmatineen auf Kloster Banz veranstaltet. Rainer Herr ist mit kleinen Unterbrechungen seit der ersten Stunde dabei. Nun blickt er auf die vergangenen Jahre an der Seuffert-Woehl-Orgel zurück.
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Rainer Herr spielt an der Seuffert-Orgel auf Kloster Banz bereits seit Jahrzehnten.  Foto: Sarah Stieranka
Rainer Herr spielt an der Seuffert-Orgel auf Kloster Banz bereits seit Jahrzehnten. Foto: Sarah Stieranka
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Sarah Stieranka

Rainer Herr sitzt an der Orgel in der Stiftskirche auf Kloster Banz. Seine linke Hand ist oben, seine rechte unten. Wie von alleine bewegen sich seine Hände, in der Kirche ertönt Musik, das Notenbuch ist noch zu. Dieser Automatismus ist verständlich, denn seit seiner Kindheit ist er mit der Musik tief verbunden und diese Orgel in der Banzer Stiftskirche ist ihm sehr vertraut.
Seit 30 Jahren werden dort jährlich etwa acht Orgelmatineen gespielt - Rainer Herr spielte 1988 die erste. "Pfarrer Alt war der Initiator der Orgelmatineen und er hat mich dafür gewinnen können", erinnert er sich. Zunächst spielte der damalige Deutsch-, Erdkunde-, und Geschichtslehrer die 30-minütigen Konzerte alleine - nach kurzer Zeit stießen Jitka Maisel und Axel Stumpf hinzu.


Ursprungsidee der Orgelmatineen

"Der Gedanke am Anfang war, dass Nachwuchsorganisten Konzerte spielen können. Doch ich brauchte jemanden, der alles plant und organisiert", sagt Pfarrer Hans-Werner Alt. Diese Person war Rainer Herr, der zu dieser Zeit viele Organisten kannte. Auf der Empore an der Seuffert-Woehl-Orgel spielten sie später im Wechsel ihre Orgelmusiken - Stücke von Johann Sebastian Bach, von dem fränkischen Komponisten Hans Sternberg oder auch von Pater Johann Valentin Rathgeber, der bis zu seinem Tode auf Kloster Banz lebte.


Musik als ständiger Begleiter

Für Rainer Herr begann alles auf einer Treppe vor dem Elternhaus. "Ich habe dort anfangs Mundharmonika und dann Zierharmonika gespielt." Es folgten Jahre auf dem musischen Gymnasium in Coburg. Im Studium belegte er das Wahlfach "Orgel". Obwohl er seinen Wunsch, Lehrer zu werden, niemals aus den Augen verlor, blieb die Musik immer ein Teil seines Lebens. "Die Angst, vor anderen zu spielen, habe ich mit 16 hinter mir gelassen", sagt Herr. Damals spielte er Orgel auf einer Empore über dem Altar und saß mit dem Rücken zur Gemeinde. "Es war ein unangenehmes Gefühl, aber ich habe mir dann gedacht: Um so vieles besser können die Besucher auch nicht spielen."
Er ließ diesen Moment hinter sich und kann seitdem auf viele schöne Erlebnisse bei den Orgel-Matineen zurückblicken, die gut geplant und vorbereitet waren. "Die Vorbereitung ist komplex. Ich mache die Vorarbeit am Klavier, übe alles aber auch auf der Orgel." Aber auch die Vorführungen seiner Kollegen blieben ihm im Gedächtnis. "Alessio Corti, Titularorganist einer Mailänder Kirche, kam für die halbe Stunde einer Matinee aus Mailand und spielte glänzend."
Auch dieser Organist bekam damals, wie alle anderen Organisten, nur einen Fahrtkostenzuschlag. Denn: Das Geld, das bei den Benefizveranstaltungen im Körbchen landet, wird in die Erhaltung der Orgel investiert. Und die kostet nicht wenig: "Nach 25 Jahren kostet die Wartung bestimmt um die 40 000 Euro", so Pfarrer Alt.


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