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28. September

Herbstmarkt in Bad Brückenau

Verkaufsoffener Sonntag
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Der Herbst kommt und der Kleiderschrank muss auf dickere Kleidung umgestellt werden - da biete sich ein Besuch beim Herbstmarkt in Bad Brückenau an.   Foto: Archiv
Der Herbst kommt und der Kleiderschrank muss auf dickere Kleidung umgestellt werden - da biete sich ein Besuch beim Herbstmarkt in Bad Brückenau an. Foto: Archiv

Raus aus den Sandalen und rein in die Winterstiefel - der Sommer ist vorbei. Es ist an der Zeit, sich für den Herbst und Winter einzudecken. Da kommt der Herbstmarkt in Bad Brückenau doch genau richtig daher. Marktbeschicker und geöffnete Geschäfte laden ein, einen Bummel durch Bad Brückenau zu unternehmen.

Was die einzelnen Händler alles im Angebot haben, das können wir natürlich nicht verraten, sicher ist, dass jede Menge Marktbeschicker ihre Waren für den Herbst und Winter feil bieten. Dekoratives für Haus, Hof und Garten findet sich ebenso wie Schmuck, Essen und Trinken. Wer will, besucht eines des Restaurants oder Cafés und lässt sich mit leckeren Speisen, Kaffee, Kuchen oder einer Eisspezialität verwöhnen.

Großes Angebot

Die Stadt Bad Brückenau und die Bad Brückenauer Einzelhändler und Geschäftsleute laden also zum traditionellen Herbstmarkt in die Innenstadt ein. Für viele bietet sich am verkaufsoffenen Sonntag die beste Gelegenheit in der Ludwigstraße und in den Seitengassen in Ruhe zu schauen, zu probieren und zu kaufen. Viele Geschäfte in der Innenstadt haben am Marktsonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet und laden zum Einkaufsbummel ein.

Es macht einfach unglaublich Spaß sich in den Geschäften und an den Ständen der Fieranten über die Trends und "Must haves" der Herbst- und Wintersaison zu informieren. Selbstverständlich ist der Herbstmarkt für die ganze Familie geeignet. Der Begriff Markt stammt vom lateinischen Wort "mercatus", das heißt übersetzt Handel, ab.

Als Markt versteht man einen Ort, an dem Waren verkauft, also gehandelt werden. Zudem gelten seit jeher Märkte auch als Platz für Kommunikation. Früher, als es noch kein Smartphone gab, erfuhren die Menschen meistens auf Märkten was die große oder kleine Politik so alles plante. Heute trifft man sich auch noch locker oder nach Verabredung auf dem Markt, um zu plaudern oder auch zu diskutieren, es geht - ähnlich wie früher - meistens darum, was wer wann erlebt, gesagt, getan oder eben nicht erlebt, gesagt oder getan hat. Der Markt kann also auch heute jede Menge Neuigkeiten bieten.

Wer will, besucht neben dem Markt auch noch Sehenswürdigkeit in Bad Brückenau. Gerade in Heilbädern wurde großer Wert auf eine Architektur gelegt, die sich funktional und mondän präsentiert. Im Staatsbad Bad Brückenau zählt das historische Kursaalgebäude zu den Schmuckstücken, die auch heute noch genutzt werden.

Seit 1833 ziert der Saalbau im klassizistischen Stil mit Arkadengang das Bad. Den Auftrag gab König Ludwig I., gebaut wurde es nach Plänen von Johann Gottfried Guttensohn . Mit 700 Gästen feierte eine illustre Gesellschaft am 25. August 1827 nicht nur den Geburtstag des Königs, sondern auch die feierliche Grundsteinlegung. Der basilikaähnliche Bau ist zweigeschossig und eingeteilt in König Ludwig I.-Saal, Lola Montez-Saal und die Königsloge im Obergeschoss. Verziert ist das Ensemble mit feinstem Stuck, Malerei und Ornamenten aus der italienischen Renaissance.

Konzert, Kongress, Theater

Wer heute ein Konzert, einen Kongress oder einen Ball besucht, wird in den meisten Fällen in den König Ludwig I. Saal geleitet. Theateraufführungen finden im kleineren Lola Montez Saal statt, Tagungen und Konzerte in einem kleineren Kreis finden in der Königsloge ihren Platz. Lola Montez , die dem Saal den Namen gab wurde 1821 als Elizabeth Rosanna Gilbert Gilbert geboren. König Ludwig I., grundsätzlich jungen Frauen nicht abgeneigt, verliebte sich in die irische Tänzerin.

Er erhob sie 1847 zur Gräfin Marie von Landsfeld. Zuvor war Lola Montez - als Hochstaplerin entlarvt - aus England geflohen und zog im Anschluss durch Europa. Ihren Weg kennzeichneten nach einer kurzen Ehe in Indien, zahlreiche Affären und Skandale. Ein Verhältnis mit Heinrich LXXII. wurde ihr nachgesagt, sie tanzte in Thüringen 1843 vor Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und Zar Nikolaus I. Ein Gastspiel in Warschau endete mit Tumulten. Ein Redakteur der Zeitung "La Press", gehörte auch zu ihren Liebhabern.

Geliebte des Königs

Zu ihren Verehrern zählten die Schriftsteller Alexandre Dumas der Ältere und Alexandre Dumas der Jüngere und der Komponist Franz Liszt. Nach der Zeit in der Halbwelt von Paris reiste sie 1846 nach Bayern. Weil ihr ein Auftritt als Tänzerin untersagt wurde, sprach sie direkt beim bayerischen König Ludwig I. vor. Schon kurze Zeit später war die 25-jährige seine Geliebte, er änderte zu ihren Gunsten sein Testament. Natürlich missbilligten die Münchner im Besonderen und die Bayern im Allgemeinen dieses Verhältnis. Nach Bad Brückenau kam Lola Montez durch ihr Verhältnis mit dem König, er richtete ein Liebesnest im Staatsbad ein. Wahrscheinlich standen sie dann ab und zu auch auf dem Balkon des Fürstenhofs und blickten über das Ensemble aus Prachbauten und Kurpark inmitten der Rhön. Angeblich entzündete die Montez eine rote Laterne im Fenster, wenn sie Zeit für ein Stelldichein hatte. 1861 starb sie in New York.

Anja Vorndran/red

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