Schlüsselfeld

Hell und einladend

Der Eingangsbereich des Schlüsselfelder Rathauses ist umgestaltet.
Artikel drucken Artikel einbetten
Johannes Krapp und Christoph Gatz (v. l.) präsentierten den neuen Eingangsbereich. Foto: Evi Seeger
Johannes Krapp und Christoph Gatz (v. l.) präsentierten den neuen Eingangsbereich. Foto: Evi Seeger

Bei schönem Wetter kann schon bald das Rathaustor zum Schlüsselfelder Marktplatz hin weit geöffnet werden. Denn der Umbau des Erdgeschosses ist beinahe fertig. Anlass für Bürgermeister Johannes Krapp (CSU), die Stadträte vor der Sitzung zu einer Besichtigung einzuladen. Sie hätten ja den Umbau mitgetragen, sagte Krapp, verbunden mit seinem Dank an die Stadtväter.

Seit 2018 wird der untere Teil des einst würzburgischen Amtshauses umgestaltet. Bei laufendem Betrieb "eine Herausforderung für Bedienstete und die ausführenden Unternehmen", wie der Bamberger Architekt Christoph Gatz beim Ortstermin feststellte. Während das Obergeschoss des Rathauses weitgehend unverändert bleibt, waren vor allem im Eingangsbereich aufwendige Arbeiten notwendig. Weil der einstige Sitzungssaal nicht mehr benötigt wurde, konnte er für die Verwaltung genutzt werden. Seit 2016 finden die Sitzungen im neuen repräsentativen Bürgersaal der historischen Zehntscheune statt. Dafür zog in die Stätte der einstigen Entscheidungen das Bürgerbüro mit Einwohnermeldeamt und Passamt ein. Klar gestaltet präsentiert sich der Empfangsbereich. Ein Wartezimmer und ein Raum für die Sachgebietsleitung schließen sich an.

Am meisten vom Umbau betroffen war jedoch der Rathauseingang. Ein enger, dunkler "Kaltbereich", der den Besuchern, die dort warten mussten, kaum zuzumuten war. Jetzt empfängt den Besucher eine ganz andere Atmosphäre. Die Intention sei ein freundlicher, heller, einladender Eingangsbereich gewesen, sagte Bürgermeister Krapp. Durch den neuen gläsernen Windfang, der den einst kalten Gang nach draußen abschirmt, könne im Sommer auch das große Tor offen stehen. Wodurch signalisiert werden solle, dass die Bürger im Rathaus willkommen sind. Deshalb sei auch versucht worden, möglichst viel Glas zu verbauen.

Fast schon großstädtisch

Architekt Gatz fand, die einstige Enge sei einer fast großstädtischen Atmosphäre gewichen. "Wir haben sehr behutsam gearbeitet und nur gemacht, was unbedingt notwendig war", sagt Gatz. Die originalen Strukturen seien aufgenommen, verbessert und alles ein wenig feiner gestaltet worden. Davon zeugen neben dem Glaswindfang der neue Fußboden im Durchgang, das weiß gekalkte Fachwerk der Wände und der Juramarmor der Treppenstufen. Leider sei es nicht möglich gewesen, den Eingangsbereich barrierefrei zu gestalten. Es gebe jedoch am hinteren Rathauszugang einen Aufzug. Er bringe Rollstuhlfahrer zu einem eigens dafür vorgesehenen Sprechzimmer im Obergeschoss.

In einer Zeit der Hochkonjunktur am Bau würden sich die Firmen nach einer so komplizierten Baustelle nicht gerade sehnen, so Gatz. Daher sei der Zeitplan etwas aus den Fugen geraten. Bis August werde der Umbau fertig sein. "Nicht aus dem Ruder gelaufen" sind nach den Worten des Planers die Kosten. Mit 720 000 Euro lägen sie genau im Index der Preissteigerungen auf dem Bausektor.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren