Coburg
Comedy

Helene Bockhorst führt in die "Die fabelhafte Welt der Therapie"

Welche positiven Auswirkungen hat eine schlechte Kindheit? Wie exhibitionistisch darf eine Frau sein? Was haben Sex und Kartoffelsalat gemeinsam? Und warum beteiligt sich niemand am Crowdfunding für m...
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Analysiert die Therapie als solche: Helene Bockhorst tritt am Freitag, 8. November, 20 Uhr, im Domino auf (Schützenstraße 1a). Foto: privat
Analysiert die Therapie als solche: Helene Bockhorst tritt am Freitag, 8. November, 20 Uhr, im Domino auf (Schützenstraße 1a). Foto: privat

Welche positiven Auswirkungen hat eine schlechte Kindheit? Wie exhibitionistisch darf eine Frau sein? Was haben Sex und Kartoffelsalat gemeinsam? Und warum beteiligt sich niemand am Crowdfunding für meine Brustvergrößerung - es hätten doch am Ende alle etwas davon? Helene Bockhorst stellt sich schonungslos selbst in Frage und präsentiert Geschichten, die lustig sind - sofern man sie nicht miterleben musste. Am Freitag tritt sie in der Reihe "Quatsch & Co im Domino" in Coburg auf.

Es geht um psychische Auffälligkeiten und Schwierigkeiten in sozialen Situationen; um Onlinedating, Sex, Missgeschicke und immer wieder um die Frage: Warum passiert das ausgerechnet mir? Mit ihren Auftritten therapiert sie sich selbst und andere, indem sie alles ausspricht, was schon immer mal gesagt werden musste - und noch einiges darüber hinaus, denn sicher ist sicher.

Helene Bockhorst ist eine Hamburger Autorin, Comedienne und Poetry Slammerin. Sie hat 2018 den Hamburger Comedy Pokal gewonnen - als erste Frau in der Geschichte des Pokals. Ihr Slam-Video "Unfreiwillige Jungfräulichkeit" wurde zum viralen Hit auf Facebook und YouTube mit über fünf Millionen Klicks. Sie erreichte das Finale des Prix Pantheon 2018.

Humor sei ihr Bewältigungsmechanismus, sagt sie in einem Interview, das zu ihrer aktuellen Tournee entstand. "Es hilft mir, auf der Bühne zu stehen und Witze über mich und meine Probleme zu machen und zu sehen, dass es den Zuschauern Freude macht. Aber es hilft auch schon vorher. Wenn etwas Schlimmes passiert und wenn es mir schlecht geht, überlege ich: Wie kann man daraus noch eine lustige Geschichte machen?"

Freilich: Wer wirklich Probleme hat, sollte eine Therapie machen, empfiehlt sie. "Denn ich kann ja niemanden retten und habe keine Lösung zu bieten. Ich kann Leute nur einen Abend lang zum Lachen bringen und vielleicht manchen zeigen, dass sie nicht alleine sind."

Alles, was sie erzählt, habe einen wahren Kern, betont sie. "Ich bin keine Schauspielerin und könnte wahrscheinlich nicht glaubhaft über Dinge reden, die mir nicht passiert sind." Manches sei übertrieben, manches erträglich abgemildert, "aber für mich fühlt es sich nur richtig an, wenn alles zumindest einen wahren Kern hat".

Seit knapp zwei Jahren versucht sie, von der Comedy zu leben. Bis Ende 2017 hatte sie einen Vollzeitjob als Redakteurin bei einer Fachzeitschrift im Immobilienbereich. Nebenbei trat sie bei Poetry Slams und kleinen Comedyshows auf. "Es ist ziemlich stressig, wenn man über 40 Stunden pro Woche arbeitet, ca. dreimal pro Woche abends auftritt und nebenbei noch neue Texte schreibt", sagt sie über diese Zeit. Weil die Auftritte bei Poetry Slams meist nur kurz sind, orientierte sie sich Richtung Comedy. "Anfang 2018 habe ich den Hamburger Comedy Pokal gewonnen, in dem Wettbewerb darf man zweimal 45 Minuten auftreten. Und daraus ist dann mein eigenes Soloprogramm entstanden."

Auch bei den Poetry Slams hatte sie sich auf eher lustige Texte verlegt. Deshalb sei ihr der Übergang zur Comedy auchnicht sehr schwer gefallen. "Ein guter Witz funktioniert immer, egal, ob man ihn abliest oder erzählt." Und um das Erzählen, den persönlichen Kontakt zum Publikum gehe es ihr. Deshalb liege ihr auch die Stand Up Comedy mehr, bei der die Comedians aufs Publikum eingehen - in Grenzen zumindest.

Vorbilder aus der Szene habe sie nicht. Sie wurde zwar mit Michael Mittermeier und Ilka Bessin ("Cindy aus Mahrzahn") verglichen, aber solche Vergleiche bedeuten "mir weniger als man annehmen könnte", sagt sie. "Michael Mittermeier und Ilka Bessin habe ich inzwischen bei gemeinsamen TV-Aufzeichnungen kennengelernt, beide waren sehr nett zu mir! Nett zu sein finde ich sowieso wichtiger, als bekannt zu sein."

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