Wolpersreuth

Heizen (fast) zum Nulltarif

Der Wolpersreuther Tüftler Michael Fuchs zapft die Sonne an.
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"Power to heat" - darunter versteht man pfiffige Lösungen für die Umsetzung elektrischer Energie in Wärme. Hauseigentümer Michael Fuchs (links) erläuterte das Zusammenspiel von Photovoltaik, Wärmepumpe und Kachelofen. Es ist eine intelligente Heiztechnik zum Anfassen. Weiter nach rechts: Hans Mohnkorn, Klimaschutzberater Jürgen Ramming, Dieter Zisowsky. Per-Olaf Himburg von Glen Dimplex, Landrat Klaus Peter Söllner und Markus Ruschdeschel von der Energieagentur Oberfranken.  Foto: Werner Reißaus
"Power to heat" - darunter versteht man pfiffige Lösungen für die Umsetzung elektrischer Energie in Wärme. Hauseigentümer Michael Fuchs (links) erläuterte das Zusammenspiel von Photovoltaik, Wärmepumpe und Kachelofen. Es ist eine intelligente Heiztechnik zum Anfassen. Weiter nach rechts: Hans Mohnkorn, Klimaschutzberater Jürgen Ramming, Dieter Zisowsky. Per-Olaf Himburg von Glen Dimplex, Landrat Klaus Peter Söllner und Markus Ruschdeschel von der Energieagentur Oberfranken. Foto: Werner Reißaus

Eigentlich wollte Hausherr Michael Fuchs nur einen alten Heizölkessel durch ein zeitgemäßes Heizsystem ersetzen, das vorwiegend erneuerbare Energien nutzt. Herausgekommen ist eine Lösung mit Photovoltaik, Wärmepumpe, Heizstab, Speicher und Kachelofen. Wer nun - pünktlich zum Start der Heizsaison - wissen will, wie das Ganze funktioniert, ist am morgigen Freitag herzlich eingeladen zu einem Tag der offenen Tür von 13 bis 17 Uhr im Wohnhaus der Familie Fuchs im Mainleuser Ortsteil Wolpersreuth 7.

Was Michael Fuchs in seinem Einfamilienhaus aus all diesen Komponenten zusammengefügt hat, ist wesentlich mehr als die Summe seiner Teile und mit dem Begriff "Heizungsanlage" auch nur ganz unzureichend beschrieben. Die Kombination eines ungewöhnlich großen Speichers mit 3500 Liter und einer Wärmepumpe, einem Heizstab, einer Photovoltaikanlage und einem wasserführenden Kachelofen sorgt in dem Wohnhaus vor allem dafür, dass so viel kostenlose Sonnenenergie wie möglich für die Heizung und Warmwasserbereitung genutzt werden kann.

Markus Ruckdeschel von der Energieagentur Oberfranken erläuterte bei einem Pressegespräch: "Wenn der Strom vom Dach nicht mehr für die Wärmepumpe ausreicht, kann der Speicher immer noch über einen elektrischen Heizstab geladen werden, der auch an einem bewölkten Tag noch genügend Strom erhält. Auch über den Kachelofen kann der Wärmespeicher im Winter auf Temperatur gebracht werden. Erst wenn weder Sonnenenergie noch Wärme aus dem Kachelofen zur Verfügung stehen, läuft die Wärmepumpe mit Strom aus dem öffentlichen Netz."

Damit alle Komponenten reibungslos zusammenarbeiten, braucht es eine ausgeklügelte Steuerung, die das Zusammenspiel der einzelnen Wärmeerzeuger regelt und dem Nutzer die Arbeit bewahrt. Die Lösung zeigt, wie erneuerbare Energie auch in einem Privathaushalt sektorübergreifend genutzt werden kann. Und weil so wenig Strom wie möglich das Haus verlässt, wird das öffentliche Netz auch kaum noch belastet.

Beim "Tag der offenen Tür" werden neben dem Hausherrn, der selbst auch Heizungsbauer ist, Speicher- und Regelungsexperten sowie Energieberater anwesend sein, um das System zu erklären und Fragen zu beantworten. Bei dieser Gelegenheit sind übrigens auch Terminvereinbarungen für eine kostenlose Klimaschutzberatung im Landkreis Kulmbach möglich.

Landrat Klaus Peter Söllner machte deutlich, dass die energieeffiziente Sanierung im Gebäudebestand entscheidend für die Einsparung von fossilen Energieträgern, Ressourcen und CO 2 ist. Alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises können sich bei der Energie- und Klimaschutzberatungsstelle unter der Hotline 09221/8239 -18 zu folgenden Themen informieren: Energiesparen und Energieeffizienz, Energieoptimiertes Bauen und Sanieren, Realisierung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien und Nutzung von Förderprogrammen.

Wichtig: Die Besucher des "Tages der offenen Tür" sollten am Freitag bei der Anfahrt die Route über Katschenreuth-Neuenreuth wählen.



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