Ebelsbach
ehrentag

Heinz Weiner blickt zufrieden auf sein Leben und feierte in Ebelsbach den 90. Geburtstag

"Ich blicke mit großer Zufriedenheit auf mein Leben zurück. Nach den schweren Tagen im Krieg und kurz danach haben wir bis heute gute Zeiten erlebt und ich bin mit meinem Leben sehr zufrieden." Dies b...
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Der Jubilar Heinz Weiner  Foto: gg
Der Jubilar Heinz Weiner Foto: gg

"Ich blicke mit großer Zufriedenheit auf mein Leben zurück. Nach den schweren Tagen im Krieg und kurz danach haben wir bis heute gute Zeiten erlebt und ich bin mit meinem Leben sehr zufrieden." Dies betonte Heinz Weiner, der gestern in Frische und Rüstigkeit seinen 90. Geburtstag feierte und die Glückwünsche vieler Gäste entgegennehmen konnte.

Unter den Gratulanten waren Bürgermeister Walter Ziegler, stellvertretender Landrat Michael Ziegler sowie Pfarrer Mathias Rusin. Die Familie ist für den Jubilar auch heute die größte Freude, und so gratulierten neben seiner Frau Frieda die Töchter Marion und Andrea sowie Sohn Ralf mit ihren Ehepartnern, sechs Enkel und zwei Urenkel. Die Ehefrau konnte ihre Glückwünsche jedoch nur vom Krankenhaus aus übermitteln. Sie feierte erst im letzten Jahr mit ihrem Ehemann das seltene Jubiläum der eisernen Hochzeit und die Geburtstagsfeier des Jubilars wird zu gegebener Zeit im Familienkreis nachgeholt.

Aus dem Sudetenland

Heinz Weiner ist im Sudetenland in Pilin geboren, absolvierte dort die Volks- und Mittelschule und studierte drei Jahre für den Lehrerberuf. Im Zuge der Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg mussten der Vater und eine große Schwester in der Heimat bleiben, ein großer Bruder kam in die Gefangenschaft. "Ich war dann der Ernährer für die Familie und musste meine fünf Geschwister mit durchbringen, weswegen ich hier im Steinbruch arbeitete oder als Holzfäller tätig war, um etwas zu verdienen." In Tschechien war er bis zu seiner Ausweisung auch im Bergwerk tätig gewesen.

Dann hat er bei der Steinindustrie Vetter in Eltmann angefangen und dort seine Prüfung zum Steinmetz und zum Steinbildhauer abgelegt. In der Aufbauzeit nach dem Krieg wohnte er 15 Jahre lang im Rheinland und hat dort gutes Geld verdient. Dies geschah meist auf großen Baustellen.

"Aber meiner Frau gefiel es im Rheinland nicht und so sind wir wieder nach Ebelsbach gezogen. Dabei haben wir schon zuvor für ein eigenes Haus gesorgt, das wir Schritt für Schritt mit den verschiedenen Stockwerken hergestellt haben."

Später hat er noch einmal beruflich völlig neu begonnen, und zwar beim Reifenhersteller Michelin in Hallstadt, "wo ich mich bis zum Meister hochgearbeitet habe und mich in den letzten drei Jahren im Bildungswesen betätigte. Dazu habe ich etwas Französisch gelernt, was mir beruflich nutzte, aber auch zu Kontakten in Frankreich führte, die ich teils heute noch pflege."

Singen, malen, basteln

In der Freizeit hat der Jubilar 30 Jahre im Kirchenchor gesungen. Außerdem malt er gerne, was man im ganzen Haus sieht, angefangen von Porträts über Blumen bis hin zu Landschaftsbildern. Auch das Basteln gehört dazu. Im Esszimmer steht derzeit eine mehrere Meter breite Krippe. "Es hat bei uns schon Tradition, dass sie an Allerheiligen nach dem Friedhofsgang aufgestellt wird und dann bis zu meinem Geburtstag oder ,Maria Lichtmess' am 2. Februar stehen bleibt. Im Sommerhalbjahr kommt der Garten dazu."

Darüber hinaus treibt er jeden Tag Sport mit Gymnastik. "Ich hatte immer wieder, vielleicht auch beruflich bedingt, viele Schmerzen im Rücken, und als ich 1993 zu einer Kur war, hat mich ein Masseur so beeindruckt, dass ich seitdem jeden Tag früh und abends weiter die gymnastischen Übungen pflege. Da bin ich stur wie ein alter Esel, aber das tut mir so gut, dass ich mich sehr wohl fühle." gg

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