Rattelsdorf

Hauptstraße soll sicherer werden

In Rattelsdorf ist eine Querungshilfe bei Ärztehaus und Einkaufsmarkt nun beschlossene Sache.
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Wie lässt sich die Ebinger Hauptstraße für Fußgänger und Radfahrer sicherer machen? Das war schon im März im Rattelsdorfer Gemeinderat Thema. Nun wurde eine konkretisierte Planung präsentiert - und das Gremium musste sich entscheiden, ob auch im Bereich der Abtenberghalle Veränderungen an der Verkehrsführung erfolgen sollen.

Ingo Jacobsen von der Planungsgruppe Strunz hatte neue Pläne für die Gemeinderäte mitgebracht. Fix sind sie noch nicht, einiges muss noch geklärt werden. Klar ist aber - und das wurde vom Gemeinderat nun auch einstimmig so bestätigt: Zwischen den Grundstücken des neuen Ärztehauses und des neuen Einkaufsmarkts wird auf der Ebinger Hauptstraße eine Querungshilfe entstehen, lediglich zur Anordnung des Gehwegs fiel noch keine Entscheidung. "Diese Stelle ist aufgrund der Lage und der nötigen Aufweitung der Straße nach Norden am günstigsten", erklärte Bürgermeister Bruno Kellner (VU).

Angebunden werden könnten die beiden Einrichtungen dann mit einem kurzen Gehweg in beide Richtungen. Eine komplette Gehwegverbindung zwischen Abtenberghalle und Ärztehaus, die im März noch Thema war, wird es allerdings nicht geben. "Der Hauptverkehr an Fußgängern und Radfahrern spielt sich im Nordteil ab", so Kellner.

Wie genau die beiden Grundstücke zu erreichen sein werden, blieb noch offen. Denn eventuell könnte, direkt von der Querungshilfe kommend, das Ärztehaus mit einem kurzen "Stich" erschlossen werden. Dafür sind noch Verhandlungen mit dem Eigentümer nötig. Auch beim Supermarkt stellt sich die Frage, ob der Gehweg am bisherigen Zugang, einem kleinen Teerstück, enden oder bis zur Einfahrt für Pkw gehen soll. "Wir sollten unbedingt einen Zugang zu beiden Grundstücken vom öffentlichen Grund aus erschließen", meinte Kellner - das kleine Teerstück ist ein Privatweg.

Nach der Planung müsste ein Besucher des Ärztehauses, der zum Supermarkt möchte (und umgekehrt), offiziell den an der Grundstücksgrenze befindlichen Gehweg nutzen. Dass sich dieser etabliere, sei aber unwahrscheinlich, meinte CSU-Gemeinderat Hans-Jürgen Scheerbaum: "Die Leute haben doch längst mit den Füßen abgestimmt und einen Trampelpfad zwischen den beiden Grundstücken geschaffen." Lediglich auf eine solche Direktverbindung zu setzen und auf den Gehweg ganz zu verzichten, wurde aber nicht als gut erachtet - dann wäre man immer von Privateigentümern abhängig, so einige Gemeinderäte in der Diskussion.

Kosten würde die Querungshilfe mit Gehsteig rund 240 000 Euro, hinzu kämen Ablösekosten an den Landkreis Bamberg (rund 55 000 Euro) - die Straße ist eine Kreisstraße und somit in Baulast des Landkreises. Für den Mehraufwand an Markierungen, Instandhaltung und Winterdienst lässt sich der Landkreis eine solche Ablöse auszahlen.

Auch über den Bereich auf Höhe der Abtenberghalle wurde diskutiert. Ingo Jacobsen hatte hier die Möglichkeit einer Linksabbiegespur von Ebing kommend in den Plan eingezeichnet. Da es sich aber nicht um einen Unfallschwerpunkt handelt, wurde diese vom Gemeinderat einstimmig abgelehnt. Sehr wohl sollen aber andere Sicherungsmaßnahmen geprüft werden, bis hin zu einer weiteren Querungshilfe. "Insbesondere Kinder überqueren hier die Straße, für Fußgänger wäre eine Verbesserung an dieser Stelle ungemein wichtig", meinte etwa Gemeinderätin Christine Jäger (SPD).

Für eine neue Straße im Baugebiet "Gartenstraße Ost" vergab der Gemeinderat mit acht zu vier Stimmen den Namen Eichenweg. Einer Renovierung des Steinkreuzes und des Gedenksteines in der Verlängerung Alter Main in Ebing stimmten die Räte ebenfalls zu.

Kommt die Bücherzelle?

Länger brauchte es für den Punkt "Einrichtung eines öffentlichen Bücherschranks am Marktplatz". Eine solche Bücherzelle gibt es beispielsweise schon in Breitengüßbach, Hallstadt und Reckendorf. Jeder kann einfach jederzeit Bücher entnehmen und eigene zurückstellen, so findet ein Austausch statt. Einstimmig wurde zwar beschlossen, dass generell eine solche Bücherzelle angeschafft werden soll, der Standort zwischen den Anwesen Meth und Brunner, wie im SPD-Antrag formuliert, wurde aber als ungeeignet eingestuft.

"Am Marktplatz stand früher auch mal eine Telefonzelle, vielleicht wäre dieser Platz geeignet", so Hans-Jürgen Scheerbaum. Bürgermeister Kellner kündigte an, dass die Gemeinde sich nur um die Beschaffung einer solchen Zelle kümmern werde - die Bestückung und Kontrolle etwa müssten anders geregelt werden.

Auf Antrag von CSU-Gemeinderätin Sabina Sitzmann-Simon wurde der Tagesordnungspunkt "Bauantrag Nutzungsänderung Ebinger Straße 8 zur Senioren-Tagespflege mit 28 Tagespflegeplätzen" abgesetzt. Es habe keine Vorstellung in den Fraktionssitzungen gegeben, wodurch sich das Gremium vorab kein Bild habe machen können.

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