Kulmbach

Hat Investor keine Lust mehr?

Beim umstrittenen Neubauprojekt auf dem Gelände der alten Mälzerei Müller läuft offenbar nicht alles glatt.
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Seit zwei Monaten hat man nichts mehr gehört: Wie geht es weiter mit der Mälzerei Müller? Foto: Archiv/Alexander Hartmann, gemalt von Emma und Tommy
Seit zwei Monaten hat man nichts mehr gehört: Wie geht es weiter mit der Mälzerei Müller? Foto: Archiv/Alexander Hartmann, gemalt von Emma und Tommy

Seit zwei Monaten hat man nichts mehr gehört, und der Abrissbagger ist auch noch nicht angerückt: Wie geht es weiter mit der Mälzerei Müller? Im Juli genehmigte der Stadtrat den Abriss der stadtbildprägenden Backsteingebäude in der Pestalozzistraße und den Neubau eines gewaltigen Neubaukomplexes mit 157 Wohnungen. Ein Megaprojekt, das von vielen Kulmbachern abgelehnt wird.

Bis heute hat die Stadt dem Investor aus Rosenheim aber noch keine Baugenehmigung erteilt. Ein Grund für SPD-Fraktionsvorsitzenden Ingo Lehmann, in der gestrigen Stadtratssitzung nach dem aktuellen Sachstand zu fragen.

Laut OB Henry Schramm (CSU) gibt es mit mehreren Anliegern "noch einen gewissen Abstimmungsbedarf". Sie hätten bisher ihr Einverständnis zu dem Bauplan nicht erteilt. Es gehe darum, dass Abstandsflächen nicht eingehalten werden.

Nun habe der Bauherr, so der Oberbürgermeister, seinen Antrag auf Befreiung von den Abstandsflächenvorschriften zurückgezogen. "Dann wird es schwierig, das Projekt zu genehmigen", sagte Schramm. Er sprach von einem Zeichen, dass bei der Unternehmensgruppe Drösel "die Lust nachgelassen hat", das Bauvorhaben mit Kosten von 20 Millionen Euro zu verwirklichen: "Das fände ich unglaublich schade." Es sei sehr schwierig gewesen, einen Investor für die Industriebrache zu finden. Deshalb sei man auch bereit, zu einem Gespräch nach Rosenheim zu fahren. "Wichtig ist, dass das Projekt durchgeführt wird. Wir brauchen den Wohnraum."

Die Problemen mit den Abstandsflächen, so glaubt Schramm, können durch eine private Vereinbarung geregelt werden. "Die sind hier ziemlich weit", meinte er.

Angebot liegt vor

Eine Einschätzung, die von den betroffenen Anliegern geteilt wird. "Uns liegt ein Angebot der Firma Drösel vor, damit sind wir einverstanden", sagte einer der Nachbarn auf Anfrage der BR. Sie wollen einen Ausgleich dafür, dass man künftig von 18 Balkonen und noch mehr Fenstern direkten Einblick auf ihre Grundstücke beim Kinogässchen hat.

Unterschrieben sei allerdings noch nichts. Strittig sei noch, in welcher Höhe die Anwaltskosten vom Investor erstattet werden. "Es geht um eine paar Tausender."

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