Hat er BRK-Auto in Brand gesetzt?

Ein 35-Jähriger muss sich wegen zweifacher Brandstiftung vor dem Landgericht in Bayreuth verantworten: Er soll unter anderem im November 2016 das Feuer am Einsatzwagen eines Rettungswagens in der Meußdoerffer-Straße gelegt haben.
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Das Einsatzfahrzeug der Wasserwacht wurde durch den Brand stark beschädigt. Foto: Archiv/BRK
Das Einsatzfahrzeug der Wasserwacht wurde durch den Brand stark beschädigt. Foto: Archiv/BRK
Alexander Hartmann

Kulmbach/Bayreuth — Es war eine Tat, die in Kulmbach für Aufsehen gesorgt hat. Am 12. November 2016 hatte ein auf dem Gelände des BRK in der Meußdoerffer-Straße geparktes Einsatzfahrzeug der Wasserwacht Feuer gefangen. Kurz nach 1 Uhr bemerkten Passanten den Brand und informierten per Notruf sofort die Rettungskräfte. Polizeibeamten gelang es, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu löschen.


Prozessauftakt

Schnell war klar, dass es sich um keinen technischen Effekt, sondern um Brandstiftung gehandelt hat. Die Polizei konnte als Täter einen 35-Jährigen ermitteln, der sich seit gestern wegen versuchter Brandstiftung in Tateinheit mit Sachbeschädigung und vorsätzlicher Brandstiftung vor der Kammer des Landgerichts Bayreuth unter Vorsitz von Richter Michael Eckstein verantworten muss.


Vom Fenster aus beobachtet

Staatsanwalt Bernhard Böxler warf dem wegen mehrerer Brandstiftungsdelikte bereits zweifach vorbestraften Angeklagten vor, Textilreste auf den rechten Vorderreifen des BRK-Fahrzeugs ( es war ein Mercedes Sprinter) gelegt und die Stoffreste mit einer bis dato nicht bekannten Zündquelle angezündet zu haben. Der 35-Jährige sei daraufhin in seine in der Nähe gelegene Wohnung gegangen, um den Fahrzeugbrand von seinem Fenster aus zu beobachten. Er habe in Kauf genommen, so Böxler, dass das Feuer auf den Reifen und das komplette Fahrzeug übergreift.
Durch den Brand und die Hitzeentwicklung seien Radkasten, Stoßdämpfer, Elektroinstallation sowie teilweise auch der Innenraum des Wagen beschädigt worden. Am 14 Jahre alten Auto sei ein Schaden in Höhe von 5000 Euro entstanden. Dem 35-Jährigen sei bei seiner Tat bewusst gewesen, dass das Feuer auch auf die anderen dort abgestellten BRK-Einsatzfahrzeuge hätte übergreifen können.
Auf das BRK waren 2016 im Landkreis mehrfach Anschläge verübt worden. So war wenige Tage, nachdem der Mercedes Sprinter angezündet worden war, auch an der Ruppert-Villa gezündelt worden, die ebenfalls dem Roten Kreuz gehört. In Stadtsteinach waren am 24. November Radbolzen an einem Rettungswagen gelockert worden. Letztere Taten werden dem 35-Jährigen in der Verhandlung nicht zur Last gelegt.


Zweite Brandstiftung

Angeklagt ist der junge Mann aber wegen einer weiteren Brandstiftung, die er am 2. Februar 2017 verübt haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 35-Jährigen vor, der zur Tatzeit noch in einer anderen Wohnung lebte als im November, in alkoholisiertem Zustand den Vorderreifen eines vor dem Nachbaranwesen geparkten Wagens in Brand gesteckt zu haben. Er habe hierfür einen Papier- und Zeitungsstapel angezündet. Zudem habe er ein mit Wachsstücken befülltes Papiertaschentuchknäuel auf den rechten Hinterreifen gelegt und und das Taschentuch entzündet. Der rechte Vorderreifen habe schnell Feuer gefangen, das auf den vorderen Teil des Fahrzeugs übergegriffen habe. Im hinteren Bereich hätten sich die Flammen nicht ausgebreitet. Staatsanwalt Böxler bezifferte den Schaden auf 8000 Euro. Eine Blutprobe hatte bei dem Angeklagten, der noch in der Nacht gefasst wurde, einen Wert von 0,87 Promille ergeben.


Fortsetzung am Mittwoch

Die Verhandlung gegen den 35-Jährigen wird am Mittwoch um 9.30 Uhr am Landgericht fortgesetzt. Es sind insgesamt vier Prozesstage angesetzt. hn
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