Coburg
Gericht

Hat Arzt eine Patientin missbraucht?

Ein Allgemeinarzt aus Coburg muss sich ab Montag gleich zweifach vor dem Landgericht Coburg verantworten: Zum einen soll der Mediziner in mehreren Fällen Abrechnungsbetrug begangen haben, zum anderen ...
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Ein Allgemeinarzt aus Coburg muss sich ab Montag gleich zweifach vor dem Landgericht Coburg verantworten: Zum einen soll der Mediziner in mehreren Fällen Abrechnungsbetrug begangen haben, zum anderen wird ihm vorgeworfen, ein sexuelles Verhältnis zu einer Patientin unterhalten zu haben. Da die Frau von ihm psychotherapeutisch behandelt worden sein soll, gilt das nach dem Gesetz als sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses.

In der Anklage geht es um mindestens neun Treffen zwischen dem Hausarzt und seiner Patientin zwischen November 2015 und Mai 2016, bei denen es zum Geschlechtsverkehr gekommen sein soll. Die Frau sei durch ihre Krankheit in ihrer sexuellen Selbstbestimmung eingeschränkt gewesen und dem Mediziner sei das bewusst gewesen.

Durch den Abrechnungsbetrug, den zweiten Teil der Anklage, sei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern ein Schaden von fast 50 000 Euro entstanden. Das habe der Arzt, wenn nicht beabsichtigt, dann zumindest billigend in Kauf genommen.

Der Prozess beginnt am Montag, 22. Oktober, um 9 Uhr am Coburger Landgericht. Zunächst sind dafür laut Gerichts-Pressesprecher Daniel Kolk insgesamt elf Verhandlungstage angesetzt. red

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