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Haßfurt

Haßfurt zwischen den Fronten

Drei starke Persönlichkeiten bewerben sich ums Bürgermeisteramt. Seit 2014 hat Günther Werner das Ruder in der Hand und einige Erfolge vorzuweisen. Doch seine beiden Gegenkandidaten drängen heran mit neuen Konzepten für Verkehr und Gemeinschaft. Gibt es eine Stichwahl?
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Sauwohl kann man sich in Haßfurt fühlen, und das ist immer auch ein Verdienst des Bürgermeisters. In Haßfurt wird es wieder spannend.  Foto: Archiv
Sauwohl kann man sich in Haßfurt fühlen, und das ist immer auch ein Verdienst des Bürgermeisters. In Haßfurt wird es wieder spannend. Foto: Archiv

Brigitte Krause Ja, die Schweinchen auf dem Marktplatz der einstigen Ackerbürgerstadt sind Glücksschweinchen. Die Kreisstadt steht gut da. Sie behauptet sich als attraktiver Treffpunkt zwischen den Oberzentren Schweinfurt und Bamberg. Mit Einkaufsereignissen und kulturellen Glanzlichtern gelingt es ihr regelmäßig, bei den Bürgern in der Umgebung zu punkten.

Allerdings: Die Innenstadt steht unter Druck, in den letzten Jahren haben viele alteingesessene Geschäfte die Segel gestrichen. Die Hauptstraße zwischen Oberem und Unterem Turm kündet mit leeren oder verhängten Schaufensterscheiben von einer deprimierenden Tendenz. Wird sich die Geschäftswelt gegen die Konkurrenz im Internet durchsetzen können? Mieten sich in der Haßfurter Hauptstraße noch mehr Geschäfte ein mit Billigware aus Fernost? Die alten Haßfurter fürchten um die Identität ihrer City. Immerhin hat man die letzten Jahre dazu genutzt, attraktive Events zu entwerfen und zu testen. Einkaufsnächte im Sommer, "Haßfurter Funkeln" im Winter, gesellschaftlicher Treffpunkt kann die Stadt gerne sein. Schön wäre es, wenn sich das Kunsthaus (ehemalige Hypobank, dann Schauer) verwirklichen ließe. Ein Hermann-de-Vries-Museum wäre eine überregionale Attraktion gewesen. Für solche Entscheidungen braucht es Augenmaß und einen kühlen Kopf. Ein Museum würde viel Geld kosten, auf Dauer, und wäre Geld nicht vielleicht anders besser investiert? Viele Haßfurter hegten diesen Gedanken, weshalb es erst einmal mit einem Museum nichts geworden ist.

Also investieren in Freizeitattraktionen für die breite Masse oder in mehr Unterstützung für die Haßfurter Vereine? In der Kreisstadt ist das Ehrenamt eine starke Kraft, Stephan Schneider meint, es "ist das Blut unserer Gesellschaft". Auch die beiden anderen Kandidaten haben hohen Respekt vor allen Bürgern, die sich für die Gemeinschaft engagieren. Denn das ist es, was eine Kommune letztlich attraktiv macht, was dazu führt, dass Verbesserungen greifen. Ein Netzwerk aus Menschen, die miteinander Lösungen suchen, vielleicht gelingt das ja auch in Sachen Öffentlicher Personennahverkehr in der Kreisstadt. Im Grunde gäbe es ja genügend Menschen, die Zeit haben, um etwa einen Rufbus zu fahren. Fachkräftemangel kann aufgefangen werden durch ein attraktives Umfeld. Schüler und Kinder werden in Haßfurt hervorragend betreut, die Bildungsmöglichkeiten sind - überhaupt mit dem neuen Kunststoff-Kompetenzzentrum - ausgezeichnet, es sollte auch noch genügend Bauplätze geben. Hier hat der amtierende Bürgermeister alle Pflichtaufgaben erledigt.

In Zukunft werden sich für den Stadtchef weitere Aufgaben stellen. Um das Richtige zu entscheiden, braucht es Liebe zur Heimat, Geduld und Überzeugungskraft, um die Haßfurter zu überzeugen. Ein Menschenschlag, der keiner Debatte aus dem Weg geht.

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