Haßfurt

Haßfurt liefert Blaupause für die Energie

Bei der jährlichen Generalversammlung der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (Irena) in Abu Dhabi wurde ein neues Weißpapier präsentiert, das die Bedeutung der Energieversorger beim...
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Die Power-to-Gas-Anlage, in der Wasserstoff gewonnen wird, ist ein wichtiger Baustein des Haßfurter Energiekonzepts.  Foto: René Ruprecht
Die Power-to-Gas-Anlage, in der Wasserstoff gewonnen wird, ist ein wichtiger Baustein des Haßfurter Energiekonzepts. Foto: René Ruprecht

Bei der jährlichen Generalversammlung der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (Irena) in Abu Dhabi wurde ein neues Weißpapier präsentiert, das die Bedeutung der Energieversorger beim weltweiten Fortschritt hin zu 100 Prozent erneuerbaren Energien aufzeigt. In diesem Papier findet sich die Stadtwerk Haßfurt GmbH neben Energieversorgern aus den USA, Dänemark und Uruguay wieder. Der fränkische Energiedienstleister setzt seit Jahren verstärkt auf klima- und umweltfreundliche ganzheitliche Lösungen auf dem Weg zu einer möglichst dezentralen und emissionsfreien Energieversorgung. Haßfurt gilt als Energie-Vorbild. Auf das Weißpapier und die Bedeutung für Haßfurt macht das Stadtwerk aufmerksam. Dazu gab es gestern eine Pressekonferenz.

Entwicklung

Die Fallstudie beleuchtet die Entwicklung des Unternehmens seit der Entscheidung im Jahr 2012, auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzustellen - zuerst im Stromsektor und anschließend auch in den Bereichen Wärme und Industrie. Flankiert werden diese Maßnahmen mit der Errichtung von Ladestationen für E-Autos, einer umfassenden Sektorenkopplung, dem Ausbau der Speicherkapazitäten und dem Aufbau von Wasserstoffkapazitäten. 

Das Papier wurde von der Arbeitsgruppe "Towards 100 Prozent RE" der Irena-Coalition for Action herausgegeben, die sich aus verschiedenen international tätigen Nichtregierungsorganisationen, Verbänden, Unternehmen und Vertretern der Irena zusammensetzt. Ausgewählt wurde das Stadtwerk Haßfurt vom Forschungsnetzwerk Energy Watch Group (EWG), woraufhin die Fallstudie in enger Zusammenarbeit entstanden ist. "Hier wurde frühzeitig erkannt, dass die Umstellung auf erneuerbare Energien die Zukunft ist und unternehmerisch sinnvoll noch dazu. Darüber hinaus sticht das Unternehmen besonders durch seine Bürgernähe und sektorübergreifende Strategie auf dem Weg zu null Emissionen heraus", erklärte Hans-Josef Fell, Präsident der EWG und ehemaliger Bundestagsabgeordneter für Bündnis 90/Die Grünen, die Entscheidung für das Unternehmen. "Am Beispiel der Stadtwerk Haßfurt GmbH zeigt sich, wie schnell und erfolgreich die Umstellung auf 100 Prozent Erneuerbare vorangetrieben werden kann", so der Hammelburger.

"Es ist ein gutes Zeichen, dass auch kommunale Projekte international Beachtung finden, denn nur so, mit Engagement und Bürgernähe kann der Ausbau der Erneuerbaren vorangetrieben werden, um die Klimaziele zu erreichen", sagte Norbert Zösch, der Geschäftsführer der Stadtwerk Haßfurt GmbH. Der Bürgermeister der Stadt Haßfurt, Günther Werner, fügte hinzu: "Ich bin stolz darauf, dass wir hier in Haßfurt mit gutem Beispiel vorangehen. Auch wenn wir noch lange nicht dort sind, wo wir hinwollen." 

Denn das Ziel der Stadtwerk Haßfurt GmbH ist klar: null Emissionen in allen Sektoren, nicht nur in kommunalen Vorzeigeprojekten, sondern in ganz Deutschland und weltweit. Bereits vor Jahren hatte Haßfurt angekündigt, bei der Energieversorgung autark werden zu wollen.

Kritik an der Politik

Haßfurt bedauert allerdings, dass die landesweiten politischen Rahmenbedingungen unzureichend sind. Denn, so führt Norbert Zösch an, es fehle beispielsweise an staatlicher Unterstützung für zukünftige Schlüsseltechnologien wie Power-to-Gas und für eine dynamische Strombepreisung, die den Ausbau der Erneuerbaren noch erheblich beschleunigen würden.

Darüber hinaus geht aus dem Papier hervor, dass ein erweitertes Informationsangebot für Kommunalpolitiker und verbesserte energiepolitische Kommunikation sehr dazu beitragen, die Energiewende aktiv und mit breiter Unterstützung der Bevölkerung voranzubringen.  red

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