Harsdorf

Harsdorf investiert ins Wassernetz

Die Gemeinde muss Hochbehälter, Pumpwerke und das Rohrleitungsnetz sanieren. Nach Abzug der Fördergelder bleibt bei der Kommune eine Eigenbeteiligung von rund einer halben Million Euro hängen.
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Im Hochbehälter Oberlaitsch sollen die Erneuerungen im Bereich des Pumpwerkes, der Schieberkammer und der Steuerung möglichst zügig veranlasst werden. Unser Bild zeigt Bürgermeister Günther Hübner mit Wasserwart Andreas Stein am Hochbehälter in Oberlaitsch.  Foto: Werner Reißaus
Im Hochbehälter Oberlaitsch sollen die Erneuerungen im Bereich des Pumpwerkes, der Schieberkammer und der Steuerung möglichst zügig veranlasst werden. Unser Bild zeigt Bürgermeister Günther Hübner mit Wasserwart Andreas Stein am Hochbehälter in Oberlaitsch. Foto: Werner Reißaus

Die Vorstellung des Konzeptes zur Ertüchtigung der Wasserversorgungsanlage Harsdorf durch Erich Hahn vom Ingenieur-Büro IBP, Kulmbach, nahm in der Sitzung des Harsdorfer Gemeinderates am Dienstagabend einen breiten Raum ein. Nach wie vor nicht entschieden ist, ob es auch in der Zukunft bei der Eigenversorgung über den gemeinsamen Tiefbrunnen bei Ramsenthal der Gemeinden Harsdorf und Bindlach bleibt, oder ob es zu einem Anschluss an den "Bayreuther Ast" der Fernwasserversorgung Oberfranken kommt.

Unabhängig von dieser Entscheidung war sich der Gemeinderat darüber im Klaren, dass die vorhandenen Wasserhochbehälter und Pumpwerke in Oberlaitsch, am TSV-Sportplatz und in Altenreuth auf Vordermann gebracht werden müssen, um für die Zukunft in der Wasserversorgung flexibler reagieren zu können. So steht jetzt schon fest, dass bei einem möglichen FWO-Anschluss der Wasserpreis pro Kubikmeter 5 Cent teurer sein wird, wenn keine Hochbehälter zur Verfügung stehen. Was den Tiefbrunnen zwischen Sandreuth und Ramsenthal angeht, wäre aber das bestehende Wasserschutzgebiet zu erweitern und würde auch einen Teilbereich der bebauten Flächen von Ramsenthal tangieren.

Erich Hahn war zusammen mit Wasserwart Andreas Stein im Gemeindegebiet unterwegs, um sich ein genaues Bild vom Zustand der Anlagen zu machen. Hahn zeigte auf, dass neben baulichen Maßnahmen auch Erneuerungen in die Maschinen-, Elektro- und Messtechnik notwendig sind. Hier ging Hahn von Schätzkosten (ohne Baunebenkosten) von rund 871 000 Euro (netto) aus. Allein für den Hochbehälter und das Pumpwerk am Sportplatz und in Oberlaitsch sind 265 000 Euro beziehungsweise 232 000 Euro kalkuliert. Für Altenreuth ist der finanzielle Aufwand am Pumpwerk und Hochbehälter mit insgesamt 302 000 Euro am größten.

Für die Sanierung des vorhandenen Rohrleitungsnetzes der Trinkwasserversorgung Harsdorf wurden Kosten vom 435 750 Euro (netto) ermittelt. Wie Erich Hahn zu verstehen gab, kann die Gemeinde Harsdorf bei der Sanierung der Bauwerke auf einen Zuschuss von rund 500 000 Euro und beim Rohrnetz mit 250 000 Euro rechnen, so dass bei der Kommune eine Eigenbeteiligung von rund einer halben Million Euro hängen bleibt. Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Maßnahmen bis 2021 abgeschlossen werden.

Im Gremium wurde das vorgestellte Konzept zur Ertüchtigung der Wasserversorgungsanlage Harsdorf als alternativlos angesehen und beschlossen, den Zuwendungsantrag beim Wasserwirtschaftsamt Hof zu stellen. Zugleich soll für den Hochbehälter Oberlaitsch ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn beantragt werden. Bürgermeister Hübner: "Aufgrund der Dringlichkeit sollen die geplanten Maßnahmen wegen der Versorgungssicherheit und des Feuerlöschbedarfs beim Hochbehälter Oberlaitsch möglichst schnell umgesetzt werden."

Der Bauentwurf für die bevorstehende Erschließung des Neubaugebietes "Zettmeisel-Nordwest" steht. Wenn alles "glatt" geht, wird mit den Erschließungsarbeiten für die zwölf Baugrundstücke bereits im Spätsommer diesen Jahres begonnen. Diese erfreuliche Nachricht hatte Bürgermeister Günther Hübner (CSU). Die Gemeinde Harsdorf konnte dafür auch einen Erschließungsträger gewinnen. Der notwendige Erschließungsvertrag soll in der Juni-Sitzung des Gemeinderates "festgezurrt", also beschlossen werden.

Wie Peter Ruck vom Ingenieur-Büro Werner aus Eltmann feststellte, ist für die Erschließung des Baugebietes eine 200 Meter lange und 5,50 Meter breite Stichstraße mit einem Wendehammer und einem Gehweg notwendig. Die Abwasserentsorgung wird im Trennsystem vorgenommen; parallel dazu wird die Hauptleitung für die Wasserversorgung verlegt. Das Baugebiet wird zum Altbestand von Zettmeisel mit einer Baumallee abgegrenzt; zusätzlich wird ein geschotterter Gehweg für eine fußläufige Verbindung zur Straße Zettmeisel-Oberlaitsch sorgen.

Ferner wurde ein Aufstellungsbeschluss für eine Änderung des Bebauungsplans "Harsdorf I" getroffen, um auf einem Baugrundstück den Bau eines Mehrfamilienwohnhauses mit Stellplätzen und einem Einfamilienwohnhaus mit einer Doppelgarage zu ermöglichen. Dem Vernehmen nach soll es dagegen bereits Einwendungen von den Grundstücksnachbarn geben.

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