Herzogenaurach
Stellungnahme

"Hans Maier war für den Schießhaus-Abbruch"

Zum Artikel "Vor 50 Jahren fiel eine Idylle" in der Ausgabe vom 8. Juli macht Manfred Welker, der Kreisheimatpfleger des Landkreises Erlangen-Höchstadt, einige Anmerkungen. Vor allem geht es ihm um Er...
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Zum Artikel "Vor 50 Jahren fiel eine Idylle" in der Ausgabe vom 8. Juli macht Manfred Welker, der Kreisheimatpfleger des Landkreises Erlangen-Höchstadt, einige Anmerkungen. Vor allem geht es ihm um Ergänzungen zum alten Schießhaus. Dieses fiel 1970 der Spitzhacke zum Opfer, also noch nicht exakt vor 50 Jahren.

Beschlossen hatte dies, wie Welker mitteilt, der Bauausschuss des damaligen Stadtrats unter seinem Bürgermeister Hans Maier (SPD). Der Abriss wurde im Amtsblatt der Stadt Herzogenaurach vom 10. April 1970 mit der Überschrift "Schießhaus wird abgebrochen" angekündigt. Manfred Welker: "Das historische Gebäude fiel also nicht einer Nacht-und-Nebel-Aktion durch den stellvertretenden Bürgermeister Dr. Konrad Welker, wie im Artikel unterschwellig suggeriert wird, zum Opfer."

Dem Artikel sei auch zu entnehmen, dass der damalige Bürgermeister Hans Maier später betonte, er hätte dem Abbruch nie zugestimmt. Dabei hatte er doch für den Abbruch im Amtsblatt mit der Behauptung argumentiert: "Eine Renovierung des alten Gebäudes wäre zu kostspielig." Der Kreisheimatpfleger stellt fest: "Wenn Denkmalschutz und die Interessen von Stadtoberhäuptern aufeinandertreffen, zieht der Denkmalschutz (leider) oft den Kürzeren." Wenig tröstlich ist für ihn, dass der Bauausschuss beschlossen hatte, die am Haus befindliche Inschriftentafel und die Eckpfeiler zu retten.

Abbruch war unnötig

Tragisch ist laut Welker ebenso, dass Hans "Jachder" Maier im Amtsblatt für den Abriss auch damit argumentierte, dass das Schießhaus der geplanten Aurachtalstraße, also der jetzigen Hans-Maier-Straße, im Weg wäre. Die später gebaute Straße verläuft aber auf der gegenüberliegenden Seite der Aurach, das Schießhaus hätte also überhaupt nicht gestört.

Nach der Kommunalwahl des Jahres 1970 war Hans Ort als Bürgermeister im Amt. Traurig ist für den Kreisheimatpfleger auf jeden Fall, dass "alte" Herzogenauracher wie die Bürgermeister Hans Maier und Hans Ort nichts zum Erhalt des Schießhauses unternommen haben.

Herzogenaurach hätte ein Schmuckstück an der Aurach mit einer idyllischen Lage, so Welker abschließend. red

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