Azendorf
Wirtschaft

Hans-Dieter Groppweis und der Mut "durch die Mitte zu spielen"

Zu einer weiteren Ausgabe ihrer Interview-Reihe "Auf ein Bier mit ..." hatten die Kulmbacher Wirtschaftsjunioren eingeladen. Zu Gast war Familienunternehmer Hans-Dieter Groppweis aus Azendorf, der die...
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Kreissprecherin Mientje Krüger im Gespräch Familienunternehmer Hans-Dieter Groppweis  Foto: privat
Kreissprecherin Mientje Krüger im Gespräch Familienunternehmer Hans-Dieter Groppweis Foto: privat

Zu einer weiteren Ausgabe ihrer Interview-Reihe "Auf ein Bier mit ..." hatten die Kulmbacher Wirtschaftsjunioren eingeladen. Zu Gast war Familienunternehmer Hans-Dieter Groppweis aus Azendorf, der die Unternehmen Bergmann Kalk und Franken Maxit in dritter Generation führt und derzeit den Übergang in die vierte Familiengeneration begleitet.

Als er mit vier Jahren das erste Mal auf einem der Laster mitfahren durfte, habe ihn das "Fieber" gepackt und die berufliche Zielsetzung sei quasi "zementiert" gewesen.

Lebensweg und Firmengeschichte sind seither eng miteinander verwoben. Nach der Schule ging Groppweis zunächst in die Lehre zum Starkstromelektriker bei der damaligen BELG (heute Bayernwerk) und darauffolgend zum Studium der Elektrotechnik nach Coburg. Schnell wurde jedoch klar, dass dies nicht die passende Wahl war, und so wurde kurzerhand eine neue Richtung eingeschlagen - es ging zum Ingenieurstudium der Verfahrenstechnik für Steine und Erden nach Siegen.

1978 die Weichen neu gestellt

Mit dem Diplom in der Tasche folgten die Wehrpflicht, ein Volontariat bei den Kalkwerken in Wülfrath und ein Einsatz bei der Familie Mathis, Gründer der Maxit, und deren Werk in Merdingen. Spätestens nach diesem Aufenthalt war klar, dass die Familie Groppweis in die Trockenfertigmörtelproduktion einsteigen würde - eine der wichtigsten Entscheidungen für die Entwicklung der Firmen zu ihrer heutigen Größe.

Und so wurden 1978 mit dem Einstieg von Hans-Dieter Groppweis ins Unternehmen die Weichen neu gestellt und die Firma Franken Maxit gegründet, deren weiß-blau gestaltete Maxit-Silos schon bald überall in Nordbayern zu sehen waren.

Über die kommenden Jahre und die Wiedervereinigung hat sich aus dem Unternehmen Bergmann Kalk die Maxit-Gruppe entwickelt, die acht Werke in Bayern, Sachsen, Thüringen und Tschechien sowie eine Verkaufsniederlassung in Nürnberg betreibt.

"Der Mittelstand ist in Deutschland Innovationstreiber. Um das leisten zu können, muss man aber auch mal ein bisschen Geld in die Hand nehmen", so Hans-Dieter Groppweis. Und dass die Maxit-Gruppe investieren kann, hat sie in der Vergangenheit bereits mehrfach eindrucksvoll bewiesen.

Und was macht den Menschen Groppweis aus? Wenn man ihm so zuhört, kommt einem schnell der Begriff des ehrbaren Kaufmanns in den Sinn. Werte wie Fairness, Verbindlichkeit und Ehrlichkeit stehen im Vordergrund aller Erzählungen. Immer wieder geht es um das Miteinander - ob im Umgang mit Kunden, Lieferanten, Partnern oder Mitarbeitern.

Handschlag gilt

Der Handschlag oder das gesprochene Wort gelten. "So erfolgreich zu sein wie wir, geht nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Dafür braucht es ein Wir-Gefühl, das wir hier bei uns glücklicherweise haben. Ich bin dankbar für unsere hervorragenden Mitarbeiter, die sich täglich für das Unternehmen einsetzen und Großes leisten", sagt er. Und dabei ist ihm wichtig, selbst Vorbild zu sein.

Daher investiert er nicht nur in die eigenen Unternehmen, sondern auch die örtlichen Vereine kommen nicht zu kurz: Ob Sport, Musik oder Kultur, die Familie Groppweis legt großen Wert darauf, die Region zu unterstützen. Für die Kulmbacher Junioren hat er zum Schluss noch einen Rat: "Auch wenn es altmodisch klingen mag, Fleiß zahlt sich aus. Einsatzwille, Ehrlichkeit und Beständigkeit sind heute noch Tugenden, die gelten. Ein guter Unternehmer muss sich engagieren und seinen Mitarbeitern mit gutem Beispiel voran gehen. Dazu gehört, dass man nicht nur Dienst nach Vorschrift macht." Und weiter: "Denkt daran, dass man es nicht immer kompliziert machen muss, sondern auch mal frei nach Beckenbauer handeln darf: Warum über den Flügel spielen, der Weg durch die Mitte ist viel kürzer. Mehr als danebenschießen könnt ihr auch nicht." red

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