Haßfurt

Handwerkern steht die Arbeitswelt offen

Bei der Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Haßberge in Haßfurt hörten die frischgebackenen Gesellen nur aufbauende Worte.
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Die Prüfungsbesten in ihren Berufen mit den Vertretern der Innungen, der Berufsschule, Politikern sowie Kreishandwerksmeister Hans-Georg Häfner (rechts)  Foto: Sabine Weinbeer
Die Prüfungsbesten in ihren Berufen mit den Vertretern der Innungen, der Berufsschule, Politikern sowie Kreishandwerksmeister Hans-Georg Häfner (rechts) Foto: Sabine Weinbeer

72 frischgebackene Handwerker konnte Kreishandwerksmeister Hans-Georg Häfner am Wochenende von den Pflichten der Ausbildung freisprechen und mit dem Gesellenbrief ins Berufsleben entlassen.

Dieses Berufsleben biete für junge Menschen im Handwerk heute die allerbesten Zukunftschancen, betonten nicht nur Häfner und die Obermeister der Innungen, sondern auch Landrat Wilhelm Schneider. Häfner und Schneider ermutigten die jungen Leute, die Fertigkeiten, die sie in der Ausbildung erlernt haben, einzusetzen, auszubauen, an künftige Auszubildende weiterzugeben und darauf aufzubauen. Viele Wege stünden offen: der Meisterbrief, der Techniker, der Fachwirt "und viele Betriebe in der Region suchen einen Nachfolger", so Landrat Wilhelm Schneider.

Sanierung läuft

Er betonte bei der Feier in Haßfurt, wie wichtig es ist, qualifizierte Handwerker im Landkreis zu haben. Der Kreis messe der Berufsschule daher einen hohen Stellenwert bei. Das zeige auch die laufende Generalsanierung, die sich im Zeit- und im Kostenplan befinde. Die 25 Millionen Euro, die in das Gesamtprojekt fließen, seien "eine direkte Investition in unsere Zukunft. 2023 wird auch der letzte Bauabschnitt beendet sein."

Wegen der Baumaßnahmen fand die Freisprechungsfeier nicht in der Aula der Berufsschule, sondern im Sitzungssaal des Landratsamtes statt. Hans-Georg Häfner bat die Junghandwerksgesellen, stolz auf ihren Abschluss zu sein und ihrem Beruf sowie dem Landkreis treu zu bleiben. Ein Handwerker müsse sich nicht um Arbeitslosigkeit sorgen; "ein Handwerker kann bis ans Lebensende für sich selbst sorgen", erklärte er. Wenn heute gerade Handwerksbetriebe Probleme hätten, ausreichend Nachwuchs zu gewinnen, liege das nicht mehr am Lohn, sondern eher an der Vielzahl an neuen Berufen und an den Aufsplitterungen. Dazu beigetragen hätten einige politische Fehlentwicklungen, von denen aber einige derzeit "repariert werden".

Den Wegfall der Meisterpflicht sprach er explizit an. "Da tut sich jetzt endlich etwas und die größten Gegner der Meisterpflicht verlassen ja gerade die EU", sagte der Kreishandwerksmeister aus Eltmann.

Für zehn Berufe fand die Freisprechungsfeier statt. Warum nur zehn bei 131 Ausbildungsberufen in Unterfranken, erklärte Häfner ebenfalls. Diese zehn Berufe haben dreijährige Ausbildungen, werden an der Berufsschule in Haßfurt unterrichtet und/oder der Innungssitz liegt im Landkreis. Das erklärt auch, warum die Brauer und Mälzer aus ganz Unter-, Oberfranken und der nördlichen Oberpfalz in Haßfurt ihre Gesellenbriefe erhalten. Ihr Obermeister nämlich ist Franz-Josef Göller aus Zeil. Die Berufe mit dreieinhalb Jahren Ausbildung, wie die Elektriker oder die Schlosser haben ihre Freisprechung im Februar.

Die erfolgreichen Absolventen

Freigesprochen wurde bei den Fleischern aus dem Landkreis Haßberge: Andre Rübig aus Kleinsteinach. Bei den Fleischereifachverkäufern: Jessica Rolke aus Königsberg.

Maler: Bastian Bischoff aus Ebelsbach, Mohamad Kilany aus Gleisenau, Philipp Lempa aus Eltmann, Severin Pörner aus Haßfurt, Manuel Pätzold aus Augsfeld, Benjamin Tübner aus Ebern und Max Zunker aus Knetzgau. Als Prüfungsbeste wurden Max Zunker, Mohamad Kilany und Benjamin Tübner ausgezeichnet. Obermeister Michael Ott sprach Mohamad Kilany besondere Anerkennung aus. Erst seit vier Jahren ist er in Deutschland und viele dachten, er würde die theoretische Prüfung in Deutsch nicht schaffen können. Doch er lehnte sogar die Unterstützung ab, die ihm zugestanden hätte, und lieferte das zweitbeste Prüfungsergebnis. Dafür erhielt er herzlichen Beifall der Anwesenden.

Schreiner: Sascha Axmann aus Eschenbach, Daniel Baum aus Sand, Valentin Doppel aus Haßfurt, Alina Eckert aus Königsberg, Paul Felber aus Breitbrunn, Raphael Krug aus Pfarrweisach, Noah Schmitt aus Königsberg, Florian Stadelmann aus Sand, Lukas Wasser aus Ebelsbach und Ulambayar Buinlkham. Sie kommt aus der Mongolei, studierte dort Innenarchitektur, wollte aber das deutsche Schreinerhandwerk kennenlernen und absolvierte hier jetzt erfolgreich die Ausbildung, obwohl auch sie die Ausbildung ohne Deutschkenntnisse allein mit dem Google-Übersetzer begann, wie stellvertretender Schulleiter Jochen Brüggemann erklärte.

Friseure: Elena Anding, Dawn Michelle Trammel, Sophia Hofmann und Sophia Pfuhlmann (Prüfungsbeste).

Fliesenleger: Dominik Holzschuh aus Westheim.

Maurer: Marvin Koch aus Friesenhausen, Fabian Achtziger aus Theres, Simon Späth aus Maroldsweisach, Luca Thieler aus Sylbach, Dominic Wittig aus Krum und der Innungsbeste Christian Willim aus Prappach.

Kaufleute für Büromanagement: Luisa Buld aus Hellingen (Prüfungsbeste), Loreen Dorsch aus Pfarrweisach, Sabrina Leidner aus Pfarrweisach, Franziska Manietta aus Haßfurt, Michelle Pfister aus Neubrunn, Lea Postler aus Goßmannsdorf, Kevin Steinmann aus Tretzendorf sowie Christiane Stubenrauch aus Kottenbrunn, Laura Thema aus Ermershausen und Felix Willinger aus Unterhohenried.

Bei den Brauern und Mälzern kam kein Absolvent aus dem Landkreis Haßberge.

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