Ebern

Hambach: Staatsstraße am Abgrund

Die Abbruchstelle an der Fahrbahn zwischen Ebern und Untermerzbach senkt sich weiter. Zeitweise war auch eine Vollsperrung der Serpentinenstrecke im Gespräch. Am Freitag soll das geologische Gutachten vorliegen. Dann wird über weitere Maßnahmen entschieden.
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Dramatischer Anblick: Die Hälfte der ursprünglichen Fahrbahn ist im Auslauf einer der Kurven am Hambach weggebrochen. Die Kluft wird immer tiefer.  Foto: Eckehard Kiesewetter
Dramatischer Anblick: Die Hälfte der ursprünglichen Fahrbahn ist im Auslauf einer der Kurven am Hambach weggebrochen. Die Kluft wird immer tiefer. Foto: Eckehard Kiesewetter
Eckehard Kiesewetter

Die Böschung wandert und reißt die Staatsstraße 2278 zwischen Ebern und Untermerzbach mit sich. Zum Wochenbeginn hat sich die Situation am Hambach, der Serpentinenstrecke zwischen Ebern und Untermerzbach, weiter zugespitzt. So sehr, dass Manfred Rott vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt sogar eine komplette Sperrung der Straße erwog. Gestern jedoch gab er, nach Rücksprache mit der Straßenmeisterei und den Gutachtern vom Geologie-Büro Gartiser und Partner in Bamberg, Entwarnung: "Die Setzungen beschränken sich zurzeit nur auf eine Seite, eine komplette Sperrung halten wir zurzeit nicht für nötig."
Die Bruchkante bewege sich weiter nach unten, sei binnen weniger Wochen auf knapp einen Meter abgesackt, doch die Risse bewegten sich nicht weiter auf die Fahrbahnmitte zu.


Tägliche Kontrollen

Das Bauamt lässt die Situation zurzeit täglich durch die Straßenmeisterei kontrollieren und durch Fotos dokumentieren. Für Freitag wird der Abschlussbericht der Bamberger Gutachter erwartet, aus dem sich dann die weiteren Schritte ergeben werden. "Wenn es kritisch wird, müssen wir schnell reagieren", sagt Rott. In seiner 30-jährigen Amtszeit habe er mehrere Böschungswanderungen erlebt. "Das kommt immer wieder mal vor", beschwichtigt er: "Auf jeden Fall geht die Verkehrssicherheit vor."
Ursache für die bislang ungeklärten geologischen Veränderungen könnte eine wasserführende Erdschicht sein, die man in fünf, sechs Metern Tiefe entdeckt habe, deutet Rott erste Erkenntnisse der Gutachter an. Rammbohrungen hatten diesen Hinweis ergeben. Nicht auszuschließen sei aber, dass weitere Überraschungen in noch größerer Tiefe verborgen liegen. Obendrein habe sich gezeigt, dass es direkt unter der rund 80 Jahre alten Straße Aufschüttungen gegeben habe, die nun wegrutschten.


Verkehrsbelastung reduziert

Bisherige Versuche, die tektonischen Veränderungen in den Griff zu bekommen, haben nicht gefruchtet. Die Straße war, nach ersten Fahrbahnsenkungen, zunächst für den Schwerlastverkehr ab 3,5 Tonnen gesperrt worden. Eine Tempobeschränkung und eine Ampelschaltung sollten Entlastung bringen. In den Folgewochen hatte man die Fahrbahn im Bereich der Abbruchstelle provisorisch vom Schadensbereich weg, näher hin zum Hang verlegt.
Für die kommende Woche kündigte Manfred Rott einen Maßnahmenkatalog an. Für die Sanierung, so viel steht schon heute fest, wird eine Vollsperrung in jedem Fall nötig werden.
"Ich kann mit der aktuellen Situation sehr gut leben", sagt Siegbert Weinkauf, der Leiter der Polizeiinspektion Ebern. Letztlich lägen die Entscheidungen beim Staatlichen Bauamt und den Gutachtern. "Die Polizei hat da kein Mitspracherecht." Weinkauf begrüßt es, dass die Bauarbeiten an der Straße nach Losbergsgereuth - dem zweiten Eberner Ausfalltor in den Itzgrund - zeitlich verschoben wurden. Der Schwerverkehr wird nämlich von Ebern aus über die Gleusdorfer Straße, Hemmendorf und Recheldorf nach Untermerzbach umgeleitet. In die Gegenrichtung geht's andersrum.
Ein Teil dieser Strecke (Kreisstraße HAS 51), im Bereich zwischen Ebern und der Abzweigung nach Losbergsgereuth, soll demnächst umgebaut werden. Der Abschnitt, rund 1,5 Kilometer lang, wird laut Auskunft der Pressestelle am Landratsamt in Haßfurt neu trassiert. Nach aktuellen Planungen sollen die Arbeiten im Juli beginnen und voraussichtlich fünf Monate dauern. Man geht davon aus, dass die Probleme am Hambach bis dahin beseitigt sein werden.
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